VDA-Präsident zurückgetreten

VDA-Präsident zurückgetreten

— 10.03.2007

Gottschalk geht

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, ist zurückgetreten. War die aktuelle CO2-Debatte der Auslöser?

(rtr) Nach Kritik an der Arbeit des Verband der Automobilindustrie (VDA) ist dessen Präsident Bernd Gottschalk am Samstag (10. März) überraschend zurückgetreten. "Ich habe mir keine Versäumnisse in der CO2-/Hybrid-Debatte vorzuwerfen", wies Gottschalk in einer kurzen Pressemitteilung Vorwürfe von sich, der VDA habe zu spät und zu zurückhaltend auf die Klimaschutzdebatte reagiert. Zu Fragen über einen Nachfolger oder die Hintergründe des Rücktritts wollte ein VDA-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nicht Stellung nehmen.

Aus Branchenkreisen hieß es, vor allem zu Anfang der Diskussion über die Kohlendioxidemissionen der Autos habe Gottschalk aus Sicht der Hersteller nicht richtig reagiert. Es sei richtig, dass die Industrie nicht glücklich mit ihm gewesen sei, bestätigte eine Person aus der Branche einen Vorabbericht des "Spiegel". Das Magazin hatte berichtet, die Chefs der deutschen Autohersteller seien über die Reaktion ihrer Lobby in der Klimaschutzdebatte verärgert. Dem 63-jährigen Gottschalk werde unter anderem vorgeworfen, dass er bei einer Fernseh-Talkshow Mitte Februar nicht selbst die Interessen von DaimlerChrysler, BMW, Volkswagen, Opel, Ford und Porsche vertreten habe – der VDA hatte seinen stellvertretenden Geschäftsführer zu "Sabine Christiansen" geschickt. In der Sendung waren die Hersteller für Versäumnisse beim Klimaschutz kritisiert worden. "Sobald wir einen Nachfolger gefunden haben, ist Gottschalk weg", zitierte der "Spiegel" einen Automanager.

Gottschalk hatte dem Verband seit 1996 vorgestanden und war damit der am längsten amtierende Chef in der über 100-jährigen Geschichte des VDA. Erst im Herbst 2006 war er von den Unternehmen der Autobranche für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt worden. Vor seiner Zeit als VDA-Chef hatte der gebürtige Lübecker 25 Jahre lang bei Mercedes-Benz gearbeitet, zuletzt als Vorstand für den Bereich Nutzfahrzeuge.

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