VDA-Präsident Matthias Wissmann

VDA-Prognose für 2010

— 02.11.2010

Nach oben korrigiert

Die deutschen Autobauer fahren schneller aus der Krise als erwartet. Jetzt hat der VDA seine Prognose angehoben: VDA-Präsident Wissmann sieht für 2010 ein "sehr respektables Ergebnis".

Für die deutschen Autobauer wird 2010 ein besseres Jahr als erwartet. Grund genug für den Verband der Automobilindustrie (VDA), seine Jahresprognose für 2010 nach oben zu korrigieren: "Die deutsche Automobilindustrie fährt schneller aus der Krise als erwartet. Im Gesamtjahr 2010 wird der Export um 21 Prozent auf 4,15 Millionen Pkw steigen, die Inlandsproduktion legt um zehn Prozent auf 5,45 Millionen Autos zu", betonte VDA-Präsident Matthias Wissmann am 2. November 2010 auf einem Kongress in Berlin. Auch der Inlandsmarkt erholt sich, die Auftragsbücher füllen sich wieder. Im Oktober lag der inländische Auftragseingang bei den deutschen Herstellern erneut über dem Vorjahresmonat, nachdem es bereits im September ein Plus von 13 Prozent gab. "Wir können daher unsere bisherige Prognose für den Pkw-Inlandsmarkt, die wir im Korridor von 2,8 bis 2,9 Millionen Neuzulassungen positioniert hatten, nach oben korrigieren: Für das Jahr 2010 erwarten wir auf dem deutschen Pkw-Markt ein Volumen von knapp über 2,9 Millionen Einheiten. Im Schnitt der beiden Jahre 2009/2010 sind das mehr als 3,3 Millionen Neuzulassungen – ein sehr respektables Ergebnis", so Wissmann. Er warnte aber auch vor immer noch bestehenden Risiken wegen der Unsicherheiten an den Finanz-, Devisen- und Rohstoffmärkten.

Aktuell: Neuzulassungen Oktober 2010

Der Marktanteil deutscher Konzernmarken liegt im Inland wieder bei rund 70 Prozent. Der Anteil von kraftstoffeffizienten und sauberen Diesel-Pkw an allen Neuzulassungen, der 2009 auf rund 30 Prozent gesunken war, hat sich wieder erholt und liegt jetzt über der 40-Prozent-Marke. Der Marktanteil deutscher Hersteller an allen Diesel-Pkw-Neuzulassungen beträgt rund 80 Prozent. "Nahezu jedes zweite Auto deutscher Hersteller, das 2010 im Inland neu zugelassen wurde, hat einen Dieselantrieb. Bei deutschen Premiumherstellern beträgt diese Quote sogar bis zu 67 Prozent", betonte Wissmann und wertete dies als Beleg für die Effizienz moderner Dieseltriebwerke und als Erfolg bei der CO2-Reduzierung. So lag der durchschnittliche CO2-Wert der in Deutschland neu zugelassenen Pkw deutscher Konzernmarken im September 2010 erstmals unter der 150-Gramm-Grenze (149,9 g/km CO2).

Pkw-Neuzulassungen: Hier gibt es alle Hitlisten

Erfolgsgarant für die deutschen Hersteller bleibt der Export: "Die deutsche Automobilindustrie ist global aufgestellt. Drei von vier Autos, die in Deutschland produziert werden, gehen in den Export. In wichtigen Regionen wachsen wir schneller als der Markt", sagte Wissmann. Paradebeispiel ist China: Während der dortige Gesamtmarkt in den ersten acht Monaten um 41 Prozent stieg, konnten die deutschen Hersteller ihren Absatz in China sogar um 53 Prozent auf 1,3 Millionen Einheiten erhöhen. Auch in den Wachstumsländern Indien und Russland sowie in den USA seien deutsche Autobauer sehr präsent und erfolgreich.

Wichtig sei aber auch die Weiterentwicklng alternativer Antriebe vor allem bei Elektrofahrzeugen: "Dabei steht die Entwicklung von leistungsstarken, leichten, kompakten und schnell aufladbaren Batterien im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Für unsere Unternehmen – Hersteller wie Zulieferer – ist das eine gewaltige Kraftanstrengung. Die deutsche Automobilindustrie investiert in den nächsten drei bis vier Jahren zehn bis zwölf Milliarden Euro in alternative Antriebe. Das ist eine enorme Vorleistung", unterstrich Wissmann. Gebetsmühlenartig erneuerte er dabei auch die Forderung nach einer staatlichen Förderung, um deutsche E-Autos auf die Straße zu bekommen. Deutschland müsse als Entwicklungs- und Produktionsstandort für die Elektromobilität attraktiv sein: "Es geht um die strategische Weichenstellung für den Industriestandort Deutschland. Für dieses Land und seine Beschäftigung wäre wenig gewonnen, wenn hier in wenigen Jahren zwar etliche Elektroautos unterwegs sind, diese Fahrzeuge aber nur in Asien, Nordamerika oder in europäischen Nachbarländern gefertigt werden, weil dort die Entwicklungs- und Produktionsbedingungen bei weitem besser flankiert wurden", so Wissmann. Es gehe nicht darum, wer als erster ein Elektroauto auf die Straße bringe, sondern um die Produktion in Großserie. "Der Erfolg hängt auch von der Frage ab, ob die Politik bereit ist, die Herausforderungen, die sich mit dieser neuen Technologie an Entwicklung, Produktion, Markt und Infrastruktur stellen, anzunehmen", sagte der VDA-Präsident.

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