VDA-Prognose Neuzulassungen 2010

VDA-Prognose Neuzulassungen 2010

— 01.03.2010

"Ein steiniger Weg"

VDA-Präsident Matthias Wissmann rechnet für 2010 mit maximal drei Millionen Neuzulassungen. 2009 waren es noch 3,8 Millionen. Die deutsche Autoindustrie setze jetzt auf den Export.

(dpa) Vor dem Genfer Autosalon 2010 (4. bis 14. März) hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) die Branche erneut auf ein schwieriges Jahr eingestimmt. "Klar ist: 2010 wird ein steiniger Weg", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann der "Süddeutschen Zeitung" (1. März). Nach dem Absatzfeuerwerk im Inland durch die Abwrackprämie mit 3,8 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2009 stehe ein drastischer Einbruch bevor. "Für das Inland erwarten wir 2010 ein Zulassungsvolumen von 2,75 bis drei Millionen Pkw", sagte Wissmann dem Blatt und hielt damit an früheren Verbandsprognosen fest. Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe erwartet einen starken Abschwung im Neuwagengeschäft. Nach Verbandsschätzung wird die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland 2010 auf 2,7 bis 2,8 Millionen zurückgehen, prognostizierte das Kfz-Gewerbe. Die Umsätze des Gewerbes mit Neuwagen dürften 2010 allerdings weniger stark sinken als der Absatz, weil sich das Geschäft nicht mehr so stark um Kleinwagen drehe.

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Hoffnung machen allein große Auslandsmärkte, allen voran China. "Auf den Export kommt es jetzt an." Nach Wissmanns Worten wurden im Januar in China mehr Autos verkauft als in ganz Westeuropa und fünfmal so viele wie in Deutschland. Im Inland waren allerdings im Januar auch so wenige Neuwagen wie noch nie seit der Wiedervereinigung verkauft worden. Der Cheflobbyist der Autoindustrie unterstrich, dass die positive Entwicklung in China für die deutschen Hersteller enorm wichtig sei: "Wir Deutschen haben das Glück, dass wir in China einen Marktanteil von knapp 20 Prozent haben." Auch der US-Markt sei 2009 zwar "in einer katastrophalen Situation" gewesen. Er beginne jetzt aber, sich langsam zu erholen und werde 2011/2012 richtig anziehen. Wissmann warnte die USA aber vor zu viel Protektionismus. "Ich liebe Amerika, aber ich mache mir keine Illusionen. Die Amerikaner sind starke Vertreter ihrer Interessen. Das geht bis hin zu protektionistischen Schritten."

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Nach früheren VDA-Prognosen wird der Weltmarkt 2010 trotz einer leichten Erholung nicht das Vorkrisen-Niveau erreichen. Der weltweiten Autoabsatz wächst demnach zwischen einem und drei Prozent. Die deutschen Exporte werden nach der VDA-Schätzung um etwa drei Prozent zulegen – nachdem sie 2009 um rund 19 Prozent auf 3,36 Millionen Einheiten eingebrochen waren. Die schwere Krise in der Autoindustrie hat 2009 zahlreiche Hersteller in die roten Zahlen geführt. Europas größter Autokonzern Volkswagen verdiente zwar Geld, erlitt aber einen Gewinneinbruch um fast 81 Prozent. Der Daimler-Konzern fuhr unter dem Strich Verluste von 2,6 Milliarden Euro ein. Auch der krisengeschüttelte Autobauer Opel machte Verluste. BMW musste ein Absatzminus um 10,4 Prozent auf knapp 1,29 Millionen verkaufte Autos verkraften. Der Autobauer dürfte vor Steuern aber wie geplant schwarze Zahlen geschafft haben. Branchenprimus Toyota kämpft nach dem Rückruf-Debakel um seinen Ruf.

Mit sparsamen Klein- und Kompaktwagen wollen die Hersteller auf die Nachfrageentwicklung reagieren. Die Volkswagen-Gruppe kann auf das Wissen aus dem eigenen Haus bauen, Daimler und BMW loten mögliche Kooperationen aus. Gleichzeitig forciert die Branche die Investitionen in alternative Antriebe. Wissmann sagte der "Süddeutschen Zeitung", die deutsche Autoindustrie wolle für die Einführung von Elektroautos keine Subventionen von der Bundesregierung. "Aber es muss die Frage geklärt werden, ob ein Elektroauto, dass aufgrund seiner Batterietechnologie deutlich teurer sein wird als ein Auto mit Verbrennungsmotor, ohne Markteinführungsimpulse auskommt." Das müsse die Politik selbst beurteilen, die für 2020 die ehrgeizige Zielmarke von einer Million Elektroautos genannt habe.

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