Ventilschäden bei Kleinlastern

Ventilschäden bei Kleinlastern Ventilschäden bei Kleinlastern

Ventilschäden bei Kleinlastern

— 21.07.2006

Transporter unter Druck

Neue Gefahrenquelle bei den rasenden Kisten: Laut Experten halten die gängigen Gummi-Reifenventile die Belastung nicht aus.

Wenn es auf der Autobahn so was wie eine Hierarchie gibt, dann stehen die Fahrer von Kleinlastern ziemlich weit unten. Von ihren Chefs werden sie getrieben, von den Truckern belächelt, von den Autofahrern gehasst und gefürchtet zugleich. Die rasenden Kisten stehen also gewaltig unter Druck.

Sachverständige haben bei ihnen jetzt eine weitere Gefahrenquelle entdeckt: Offenbar stehen viele auf wackligen Beinen. Nämlich auf Reifen mit den falschen Ventilen. Konkret geht es um Gummiventile vom Typ TR414. Die werden von fast allen Transporter-Herstellern als Erstausrüstung eingesetzt. Sie sind günstiger als beispielsweise Metallventile. Doch gerade an Kleintransportern scheinen sie auch eine Gefahr zu sein. Am Ventilfuß bilden sich oft Risse, durch die der Reifen schlagartig Luft verliert, und der Transporter außer Kontrolle geraten kann. Der DEKRA-Sachverständige Franz Nowakowski registriert seit Anfang 2005 etwa zehnmal soviele Ventilschäden wie früher.

Sein Kollege Michael Immler von der bayerischen Vulkaniseur-Innung klagt: "Bei mir häufen sich die Fälle seit etwa drei Jahren. Ein Rettungswagen soll deshalb sogar auf der Autobahn liegengeblieben sein, der Patient mußte umgeladen werden." Konkret nennt Immler Renault Trafic, Ford Transit, Mercedes-Benz Sprinter und Opel Vivaro als Problemkandidaten. "Es können aber auch noch andere betroffen sein, die Dunkelziffer ist da hoch."

Inzwischen ermittelt auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg. Dabei sind es laut Experten nicht die Ventile selbst, die Ärger machen, sondern die Felgenform bei den Kleintransportern, durch die die Ventile einseitig beansprucht werden. Hinzu kommen oft falsche Montage und die hohen Betriebsdrücke, die auf den Reifen lasten. Immler sagt: "Hier sind die Transporter-Hersteller gefordert." Diese haben sich mit der Problematik zumindest schon mal beschäftigt. Renault-Sprecher Martin Zimmermann: "Wir haben intensiv nachgeforscht, aber uns ist bisher kein Fall von plötzlichem Druckverlust bekannt." Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur- Handwerk (BRV) empfiehlt seinen Mitgliedern dennoch, bei Transportern nur noch Ventile mit Metallkörper zu verwenden. Damit die Kleinlaster nicht noch mehr unter Druck geraten ...

Autor: Alex Cohrs

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