Erste-Hilfe-Sets

Verbandskasten im Auto: Test & Infos

Zehn Verbandskästen im Test

GTÜ und ACE haben zehn Verbandskästen getestet. Die Ergebnisse und weitere Infos zu Inhalt, Haltbarkeit und Strafen bei fehlenden Erste-Hilfe-Kästen im Auto.

Egal ob Kasten oder Tasche: Ein Erste-Hilfe-Set im Auto ist Pflicht.

Um effektiv erste Hilfe leisten zu können, ist ein Verbandskasten unerlässlich. In Deutschland ist es zudem gesetzlich vorgeschrieben, in jedem Auto mindestens einen Verbandskasten mitzuführen. Das ist in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) unter § 35h festgehalten. Fehlt die Ausrüstung im Auto, kann das bei einer Polizeikontrolle ein Verwarnungsgeld von fünf Euro nach sich ziehen. Auch der TÜV beanstandet einen nicht vorhandenen Erste-Hilfe-Kasten und notiert in der Hauptuntersuchung einen geringfügigen Mangel. Dabei ist es jedem selbst überlassen, ob er seinen Verbandskasten tatsächlich als festen Kasten oder als flexible Tasche mitführt, und an welchem Ort er ihn im Auto verstaut. Was jedoch festgelegt ist, ist der Inhalt – er muss der Norm DIN 13164 entsprechen. Die Vorgabe wurde zuletzt im Jahr 2014 erneuert und umfasst seitdem auch Fingerkuppenverbände, zugeschnittene Pflasterstrips und Feuchttücher zur Reinigung unverletzter Haut. Ältere Verbandskästen, die noch nicht abgelaufen sind, können einfach um die neuen Teile ergänzt werden. Genauso verhält es sich mit Bestandteilen, die bereits benutzt wurden oder bei denen das Verfallsdatum überschritten ist: Sie können einfach in der Apotheke nachgekauft werden.

Was muss alles im Erste-Hilfe-Kasten vorhanden sein?

Der größte Teil des Erste-Hilfe-Kastens besteht aus Verbänden zur Wundversorgung. Zudem befinden sich verschiedene Arten von Pflastern, Tüchern und Kompressen in ihm. Neben dem Verbandsmaterial sind auch eine Kleiderschere, eine Schere für Verbände und Pflaster, Einmalhandschuhe, eine Rettungsdecke und ein Inhaltsverzeichnis vorhanden. In der ebenfalls beiliegenden Erste-Hilfe-Anleitung werden die verschiedenen Sofortmaßnahmen am Unfallort beschrieben. Es wird davon abgeraten den Verbandskasten eigenmächtig durch Medikamente zu ergänzen. Diese können nämlich aufgrund eventuell unbekannter Allergien schnell gefährlich werden.
Vorgeschriebener Inhalt des Verbandskastens:
• 1 x Heftpflaster, DIN 13019-A, 5 x 2,5 cm
• 4 x Wundschnellverbände, DIN 13019-E, 10 x 6 cm
• 1 x Verbandpäckchen K, DIN 13151-K
• 2 x Verbandpäckchen, DIN 13151-M
• 1 x Verbandpäckchen, DIN 13151-G
• 1 x Verbandtuch, DIN 13152-BR, 40 x 60 cm
• 1 x Verbandtuch, DIN 13152-A, 60 x 80 cm
• 6 x Kompressen, 10 x 10 cm
• 2 x Fixierbinden, DIN 61634-FB-6
• 3 x Fixierbinden, DIN 61634-FB-8
• 2 x Dreiecktücher, DIN 13 168-D
• 1 x Rettungsdecke, 210 x 160cm
• 1 x Erste-Hilfe-Schere, DIN 58279-A 145
• 4 x Einmalhandschuhe, DIN EN 455
• 2 x Feuchttücher zur Hautreinigung
• 1 x 14-teiliges Fertigpflasterset
• 1 x Erste-Hilfe-Broschüre

Was, wenn der Verbandskasten abgelaufen ist?

Auf der Außenseite des Erste-Hilfe-Kastens ist ein Verfallsdatum aufgedruckt, das anzeigt, wann die begrenzt haltbaren Bestandteile ablaufen. Das Haltbarkeitsdatum betrifft das Verbandsmaterial wie beispielsweise die Kompressen. Aber auch die Einmalhandschuhe werden mit der Zeit porös und können dem Helfer bei der Versorgung von Wunden damit keinen Schutz mehr vor ansteckenden Krankheiten anderer Personen bieten. Ebenso lässt die Haftung der Pflaster mit der Zeit deutlich nach. Deswegen sollten die abgelaufenen Komponenten möglichst schnell ausgetauscht werden. Spätestens bei der Hauptuntersuchung könnte der abgelaufene Verbandskasten auffallen und zum Eintrag eines geringfügigen Mangels führen. Anstatt einen abgelaufenen Erste-Hilfe-Kasten in den Müll zu werfen, kann er auch gespendet werden. So sind gerade Anbieter von Erste-Hilfe-Kursen und Fahrschulen dankbar für abgelaufene Erste-Hilfe-Kästen, da sich diese immer noch optimal für Übungen anbieten. Achtung: Bereits beim Kauf sollte man auf das Verfallsdatum des Verbandskastens achten. Die begrenzt haltbaren Bestandteile sollten mindestens noch vier Jahre verwendbar sein.

Verbandskästen im Test

Die GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) und der ACE (Auto Club Europa) haben gemeinsam mit Experten des Deutschen Roten Kreuzes Erste-Hilfe-Sets getestet. Insgesamt wurden zehn verschiedene Verbandskästen und -taschen im Preissegment zwischen fünf und 25 Euro geprüft. In Bezug auf Qualität des Verbandsmaterials konnten alle Testkandidaten überzeugen. Anders sieht es bei der Beschaffenheit der Verpackung aus: Insgesamt zeigen sich die festen Kästen im Test stabiler und besser geschützt als die Verbandstaschen. Der Testsieger – der Verbandskasten Pearl für 8,85 Euro – überzeugt die Tester durch seine Stabilität sowie die klar getrennten Verpackungssegmente, wodurch sofort ersichtlich ist, welcher Teil des Verbandsmaterials nach Ablauf austauschpflichtig ist. Das günstigste Set im Test – für 4,99 Euro von Kalff – wird dank seiner übersichtlichen Gestaltung zum Preis-Leistungs-Sieger gekürt. Insgesamt zeigt der Test: Gute Verbandskästen und -taschen müssen nicht teuer sein. Das teuerste Produkt – eine Verbandstasche von Holthaus Medical – schafft es nur auf den letzten Platz. Die vollständigen Testergebnisse sind in der Bildergalerie zu sehen.

Erste-Hilfe-Sets

# Verbandskästen im Test  
1.

Pearl

Preis: 8,85 Euro*
GTÜ-Urteil: sehr empfehlenswert

 
2.

Cartrend

Preis: 14,99 Euro*
GTÜ-Urteil: sehr empfehlenswert

 
3.

Leina Star

Preis: 9,95 Euro*
GTÜ-Urteil: sehr empfehlenswert

 
4.

Franz Kalff

Preis: 4,99 Euro*
GTÜ-Urteil: sehr empfehlenswert

 
5.

Senada Peggy

Preis: 17,95 Euro*
GTÜ-Urteil: empfehlenswert

 
6.

Walser

Preis: 9,99 Euro*
GTÜ-Urteil: empfehlenswert

 
7.

Zhende Medical Petex

Preis: 14,94 Euro*
GTÜ-Urteil: empfehlenswert

 
8.

Holthaus Medical Tecar

Preis: 8,70 Euro*
GTÜ-Urteil: empfehlenswert

 
9.

RFX + Care Safe

Preis: 14,99 Euro*
GTÜ-Urteil: bedingt empfehlenswert

 
10.

Holthaus Medical

Preis: 25,00 Euro*
GTÜ-Urteil: bedingt empfehlenswert

 
*Preise aus GTÜ-Test

Autor: Lena Trautermann

Stichworte:

Erste Hilfe

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