Volkswagen veröffentlicht CO2-Liste

Verbrauch: Zu viel CO2 bei Opel Zafira und Smart fortwo

— 27.06.2017

CO2: zwei Modelle auffällig

CO2-Test: Opel Zafira und Smart fortwo verbrauchen laut Verkehrsminister Dobrindt zu viel. Er plant eine neues Testzentrum für Abgasuntersuchungen.

Bei einem 1,6-Liter-Diesel des Zafira, der nicht mehr gebaut wird, wurde laut Alexander Dobrindt ein zu hoher CO2-Ausstoß festgestellt.

(dpa/mas) In amtlichen Messungen von Diesel-Autos ist bei zwei deutschen Modellen ein zu hoher CO2-Ausstoß und damit auch Verbrauch entdeckt worden, bei einem Opel und einem Smart. Das geht aus einem am 27. Juni 2017 von Bundesverkehrminister Alexander Dobrindt (CSU) vorgestellten Bericht der Untersuchungskommission des Bundesverkehrsministeriums hervor, die nach dem VW-Abgasskandal eingesetzt wurde. Bei einem inzwischen nicht mehr produzierten Opel Zafira mit 1,6-Liter-Motor lagen die Emissionen höher als die zulässige Toleranzschwelle von vier Prozent über dem genehmigten Wert. 

Opel sei vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zu einer Umrüstung aufgefordert worden, so Dobrindt. Hierzu äußerten sich die Rüsselsheimer auf Anfrage von AUTO BILD nicht, erklärten jedoch, "konstruktiv mit der zuständigen Behörde" zusammenarbeiten zu wollen:
Das sagt Opel
"Das angesprochene Modell Zafira Tourer (109 Gramm) wird seit Sommer 2016 nicht mehr produziert. Das Modell hat jederzeit alle vorgesehenen rechtlichen Konformitätsüberprüfungen (Conformity of Production (COP)) bestanden. Wie bislang werden wir auch in Zukunft transparent und konstruktiv mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten. Insgesamt wurden in Deutschland über den Lebenszyklus des Modells weniger als 3800 Einheiten verkauft."

Beim Smart sind noch weitere Messungen nötig

Als zweites Modell überschritt ein nicht mehr produziertes Modell eines Smart fortwo die Schwelle. Für eine gesicherte Bewertung seien aber noch weitere Messungen an anderen Fahrzeugen des Typs nötig. Dies bekräftigte auch Smart in seiner Stellungnahme gegenüber AUTO BILD:
Das sagt Smart
"Der vom Kraftfahrt-Bundesamt untersuchte smart fortwo cdi wurde bereits Mitte 2013 aus dem Programm genommen. Bislang wurden die Tests lediglich mit einem einzigen Gebrauchtfahrzeug durchgeführt, bei dem der CO2-Wert rund 4% über dem zertifizierten Wert lag. Daher müssen laut dem Bericht weitere Messungen des smart fortwo cdi durch das KBA vorgenommen werden, um eine abgesicherte Aussage zu den Abweichungen treffen zu können. Die Untersuchungen dazu sind deshalb noch nicht abgeschlossen. Auffälligkeiten bei den NOx-Emissionen wurden bei diesem Fahrzeugmodell nicht festgestellt. Wir sind im Gespräch mit den Behörden und unterstützen deren Arbeit vollumfänglich."
Insgesamt wurde der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) bei 19 Fahrzeugen bewertet, die von deutschen Herstellern stammen oder als Typ hierzulande genehmigt wurden. Bei den anderen Modellen wurde nichts beanstandet. Für weitere zehn Autos ausländischer Marken oder mit Typgenehmigung im Ausland laufen die Prüfungen laut Dobrindt noch.
NOx: Manipulationsvorwürfe gegen Opel und Daimler

Untersuchungen nach VW-Abgasskandal

Auch Smart fortwo waren laut Dobrindt auffällig, hier muss aber noch weiter gemessen werden.

Das Ministerium hatte die gesonderte Untersuchung im Mai 2016 angekündigt, nachdem rund 30 Wagen verschiedener Marken bei Messungen in Sachen CO2 auffällig waren, bei denen es aber in erster Linie um den Stickoxid-Ausstoß (NOx) ging. Wegen überhöhter NOx-Werte hat das KBA bereits einen verpflichtenden Rückruf für 2,4 Millionen VW-Diesel angeordnet, bei dem eine verbotene Manipulationssoftware entfernt werden muss. Für weitere 630.000 Fahrzeuge mehrerer deutscher Marken haben die Hersteller "freiwillige" Umrüstungen zugesagt. Bei ihnen bestehen Zweifel, ob Abschaltungen der Abgasreinigung zulässig sind.

Der CO2-Ausstoß hängt auch direkt mit dem Spritverbrauch zusammen. Er fließt zudem in die Berechnung der Kfz-Steuer ein. Anders als bei NOx gibt es bezogen auf das einzelne Fahrzeug keine CO2-Grenzwerte.

Dobrindt will neue Test-Einrichtung gründen

Um generell mehr Transparenz bei Abgaswerten zu schaffen, plant Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine neue Testeinrichtung. Dafür soll noch 2017 ein "Deutsches Institut für Verbrauchs- und Emissionsmessungen" als Verein gegründet werden. Es soll auf einer festen Strecke Messungen im realen Straßenbetrieb vornehmen und die Ergebnisse auf einem Internetportal veröffentlichen.

In einem Beirat sollen unter anderem Kommunen, Verbraucherverbände, gesellschaftliche Organisationen und das Bundesumweltministerium beteiligt werden. Finanziert werden soll das Institut laut einer Vereinbarung von den deutschen Autoherstellern. Vorgesehen ist ein Budget von zwei Millionen Euro pro Jahr, getestet werden könnten bis zu 70 Fahrzeuge. Hintergrund der Initiative ist auch, dass Abgaswerte im normalen Straßenverkehr teils erheblich höher sind als bei bisherigen amtlichen Messungen in Labor-Prüfständen. Im Herbst 2017 sollen in der EU auch realitätsnähere Messverfahren eingeführt werden.

Stichworte:

CO2-Emission

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung