Vergleich Artega GT/Porsche Cayman S — 26.11.2009
Was kann der Porsche aus Paderborn?
Er ist schön, er ist stark, er ist exklusiv. Und er will eine Alternative zum Porsche Cayman S sein. Kann der Artega GT halten, was die scharfe Form verspricht? Zwei Fahrspaß-Garanten im Vergleichstest.
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Lacht da jemand? Verständlich, aber verfrüht, denn es ist der V6. Ein Direkteinspritzer, der 300 PS aus 3,6 Litern schöpft. Der Cayman S, mit dem sich der Artega messen muss, schafft 320 PS, hat aber 106 Kilo mehr auf den Rippen. Wer Komfort schätzt, ist im Cayman besser aufgehoben. Reinzukommen ist nicht einfach, denn im Artega sitzt es sich noch eine halbe Etage tiefer als im Porsche. Der Platz reicht zum Beherbergen zweier mittelgroßer Menschen, für Großgewachsene wird's eng, und das linke Fahrerbein muss in angewinkelter Position verstaut werden. Koffer finden hinter den Sitzen und im Bug Platz, vorausgesetzt, sie werden vorher durch die Mangel gedreht – wer etwas Raumkomfort nicht missen möchte, ist im Cayman zweifellos besser aufgehoben.
Zum ersten Fahrbericht des Artega GT
Auch sonst erfordert die Exklusivität des Artega (geplant sind 500 Autos pro Jahr) Tribute, die sich ein Großserienauto nicht erlauben könnte: Die Scheiben neigen zum Beschlagen, das Wischerfeld hat Gucklochcharakter, die Sensortasten in Wagenmitte sind am besten vom Fußraum aus zu bedienen, und die Instrumentierung –teils analog, teils semianalog auf einem Bildschirm – ist schwer zu entziffern. Immerhin strahlt die belederte Kanzel eine Gediegenheit aus, die bei Exoten dieser Art die Ausnahme ist. Erste Lockerungsübungen mit dem Gasfuß, und der Auspuff entlässt unverzüglich jene Töne, die Sportwagenfreunde als Musik empfinden. Passat? Von wegen – ich komme mir vor wie in der Lautsprecherbox von AC/DC.Keine Frage: Der Sound ist gut gemacht und gut gemeint, aber vor mir liegen 200 Kilometer auf der Autobahn. Und selbst bei sachter Gaspedalbehandlung tobt hinten eine Furie. In Tateinheit mit einem Zementmischer, denn der sonst so sanft schnurrende V6 vibriert hier wie auf Beton gelagert. Kein Langstrecken-GT, dieser Artega, so viel ist sicher, obgleich seine Federung durchaus Nachsicht übt. Er ist ein hartes Auto, aber eben kein zu hartes. Der V6 aus dem braven Passat klingt im Artega wie ein Vollblut Auch Leistung ist in ausreichendem Maß vorhanden. Etwaige Verfolger (so fern nicht gerade ein Cayman S) schüttelt der Artega meist mühelos ab, 273 km/h liegen im Bereich des Möglichen.
Wie sich der Konkurrent Porsche Cayman S im Test schlägt, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Testbericht mit allen Technik-Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
| FAHRZEUGDATEN | ARTEGA | PORSCHE |
|---|---|---|
| Motor Bauart/Zylinder/Einbaulage | V6, Mittelmotor, hinten quer | Sechszylinder, Boxer, Mittelmotor hinten längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
| Hubraum | 3597 cm³ | 3436 cm³ |
| kW (PS) bei U/min | 220 (300)/6600 | 235 (320)/7200 |
| Nm bei U/min | 350/2500 | 370/4750 |
| Höchstgeschwindigkeit | 273 km/h | 275 km/h |
| Getriebe | 6-Gang-DSG | 7-Gang-PDK |
| Antrieb | Hinterradantrieb | Hinterradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 235/35 – 305/30 ZR 19 Y | 235/35 – 265/35 ZR 19 Y |
| Radgröße | 8–10,5 x 19" | 8–9,5 x 19" |
| Abgas CO2 | 211 g/km | 221 g/km |
| Verbrauch* | 13,0/7,2/8,9 l | 14,1/6,6/9,4 l |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 68 l/Super plus | 64 l/Super plus |
| Vorbeifahrgeräusch | 74 dB (A) | 74 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | keine Angaben | keine Angaben |
| Kofferraumvolumen vorn/hinten | 155/145 l | 150/260 l |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km | ||
| MESSWERTE | ARTEGA | PORSCHE |
|---|---|---|
| Beschleunigung 0–50 km/h | 1,9 s | 1,8 s |
| 0–100 km/h | 4,8 s | 4,8 s |
| 0–130 km/h | 7,3 s | 7,5 s |
| Zwischenspurt 60–100 km/h | 2,3 s | 2,5 s |
| 80– 120 km/h | 2,9 s | 3,0 s |
| Leergewicht/Zuladung | 1318/177 kg | 1424/251 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 43/57 % | 45/55 % |
| Wendekreis links/rechts | 12,9/13,0 m | 11,2/10,9 m |
| Bremsweg aus 100 km/h kalt | 35,2 m | 33,8 m |
| aus 100 km/h warm | 35,0 m | 33,2 m |
| Innengeräusch bei 50 km/h | 66 dB (A) | 64 dB (A) |
| bei 100 km/h | 74 dB (A) | 72 dB (A) |
| bei 130 km/h | 82 dB (A) | 76 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 10,9 l SP – 258 g/km | 11,5 l SP – 273 g/km |
| Reichweite | 620 km | 550 km |
| PREISE/AUSSTATTUNG | ARTEGA | PORSCHE |
|---|---|---|
| Modell | GT | Cayman S PDK |
| Airbags Fahrer/Beif./Seiten vorn | S/S/S | S/S/S |
| Klimaanlage/-automatik | N/S | S/524 |
| Navigationssystem | S | 2921 Euro |
| Bi-Xenon-Scheinwerfer | S | 1559 Euro |
| Metalliclack | 907 Euro | 904 Euro |
| Preis (wird bewertet) | 83.339 Euro* | 81.231 Euro** |
| S = Serie, N = nicht lieferbar, * = inklusive 19"-Bereifung für 3090 Euro und Sportbremsbeläge für 299 Euro, ** = inklusive Doppelkupplungsgetriebe PDK für 2945 Euro, 19"-Bereifung für 1529 Euro, mechanischer Hinterachssperre für 1131 Euro, PCCB-Keramikbremsanlage für 8033 Euro, Sport-Chrono-Paket Plus für 1095 Euro, elektronischem Dämpfungssystem PASM für 1547 Euro und Sportschalensitzen für 2975 Euro | ||
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Kommentare zum Artikel (30)
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Von vorne kann ich dem Artega absolut nichts abgewinnen.
ihr meint wohl den BoxSter, der war in der Tat von Baubegin bis 1999 mit 204 PS zu haben. 170 PS im Boxster wäre mir völlig neu.
Korrektur: Bei 204 PS hat der Boxter mal angefangen.
@SchwarzesBlau
Pardon, mit Verlaub, sie haben keine Ahnung. Boxter und Cayman sind eine Baureihe. Der Cayman ist nichts anderes als die Coupé-Version des Boxters. Bis auf mehr Blech auf dem Dach sind diese Wagen identisch. Der Cayman hat nie versucht, ein anderes Auto zu sein.
Schade nur, dass Porsche ihn mittlerweile so nah am 911er platziert. Ein 4-Zylinder Turbo mit 200 PS für 40.000 € würde völlig reichen und genügend Abstand zum 911er gewähren. Übrigens hat der Boxter mal bei 170 PS angefangen als er in erster Generation rauskam.
Der Artega ist für ein Fahrzeug aus der Kleinserie wirklich sehr gelungen. Er verpackt "Massenware" (VW-Technik) mit individuellen Design und interessanten Lösungen (Kombi-Instrumententräger). Eine echte Bereicherung. Dennoch bleibe ich aus eigener Erfahrung überzeugter Cayman Fan, da hier wirklich Alltagstauglichkeit und Sportwagengenuss Hand in Hand gehen. Wer schon mal in engen rechts links Kombinationen die Direktheit und Narrensicherheit des Mittelmotorwagens erlebt hat, wird erkennen, dass ausser 911 Turbo und die GT 2/3 Modelle kein Porsche nur annähernd so sportlich fährt.