Vergleich Audi A8/Mercedes S-Klasse — 18.01.2010
Schlägt der A8 die S-Klasse?
Mehr Luxus, mehr Glanz, mehr Technik – so prahlt der neue Pracht-Audi A8. Und gewachsen ist er auch. Reicht das, um der Mercedes S-Klasse den Rang abzufahren? Ein erster Vergleich.
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Schon deshalb, weil er deutlich größer geriet – daneben nimmt sich sogar eine S-Klasse plötzlich zierlich aus. Sieben Zentimeter länger als der Mercedes ist der Audi. Und acht breiter, ein echtes Trumm mithin. Vorn glitzert ein monumentaler Grill, so groß, dass er auch ein MAN Emblem tragen könnte. Angrenzend futuristisch gestylte Scheinwerfer, erstmals vollständig mit LED-Technik. Ausgeprägte Konturen kennzeichnen nun sein ausladendes Alu-Gewand, das macht ihn noch stattlicher. Da stört es auch nicht, dass sein Profil verdächtig an die aktuelle BMW -Mode erinnert: Diesem A8 haftet unverkennbar die Aura der Königsklasse an. Gleichwohl provoziert er förmlich den moralischen Zeigefinger, denn einmal mehr präsentiert sich ein neuer Audi größer und schwerer als sein Vorgänger. Mindestens 1835 Kilogramm wiegt der hier für AUTO BILD aufgefahrene A8 4.2 FSI quattro – Alu hin oder her. Um 35 Kilo hat er zugelegt. Nicht zu Unrecht weisen die Audi-Ingenieure freilich darauf hin, dass die Konkurrenz noch deutlich mehr auf den Rippen hat. Tatsächlich bringt der zum Vergleich vorgefahrene S 500 noch 120 weitere Kilo auf die Waage. Und hätte er (wie der Audi) den Allradantrieb, wäre er sogar 195 Kilo schwerer.Der Audi-Innenraum wirkt fast wie aus Granit gehauen
Spätestens beim Betreten des Audi-Innenraums kann der Betrachter indessen verstehen, wo das hohe Gewicht herkommt. Cockpit und Möblierung wirken solide, wie aus Granit gehauen, und luxuriös wie eine Millionärsjacht. Feinstes Material, modernes Design, wohin der Blick schweift. Dazu genügend Hightech-Spielzeug, um die Passagiere über Stunden bei Laune zu halten. Allein schon die Lightshow mit LED-Leuchten und Lichtbändern so zahlreich, als gelte es, eine Las-Vegas-Bar zu illuminieren (wahlweise in drei Farben). Oder die erstmals mit Google Earth gekoppelte Navigation inklusive ergänzender Internet-Informationen (auf Wunsch auch im Fond). Beruhigend für den Fahrer: Der Wust an Funktionen, die der A8 in petto hält, lässt sich über das verbesserte MMI–Bediensystem ohne Informatikstudium problemlos beherrschen. Und auch die Primärtugenden einer Oberklasselimousine kommen nicht zu kurz: Die Vordersitze sind zwar gemessen an der Wagenbreite recht schmal, aber dennoch höchst bequem. Und sie kennen mehr Stellungen als das Kamasutra. Auch hinten lässt es sich bestens aushalten, optional sogar auf elektrisch verstellbaren, klimatisierten Massagesitzen.Aber reicht das, um S-Klasse-Verwöhnte den Schwaben abspenstig zu machen? Die Gegenprobe im Nobel-Benz beweist: Im neuen A8 wirkt der Luxus augenfälliger, die S-Klasse gibt sich innen dezenter, wenngleich nicht weniger elegant. Angenehm die weicher gepolsterte und daher kuscheligere Sitzgarnitur, das Raumgefühl ist etwas luftiger als im flacheren Audi. Hinten bietet der A8 freilich mehr Platz für die Beine, während der Mercedes mit etwas mehr Kopfraum und einem bequemeren Einstieg aufwartet. Außerdem darf das Gepäck voluminöser ausfallen: 560 Liter Kofferraum statt 510 im Audi. Bei den Technik- und Ausstattungsgimmicks kann die S-Klasse zwar nicht mithalten, gleichwohl kann keiner klagen: Es langt auch so.
Beim Verbrauch zeigen sich die Vorteile des leichteren Audi
Ähnlich gemischt sind die Karten beim Technikvergleich. Der bislang einzige Benziner im A8-Aufgebot kann dem S 500 weder in der Leistung (372 zu 388 PS) noch im Drehmoment (445 zu 530 Nm) das Wasser reichen. Aber dafür lässt er ihn in Sachen Verbrauch alt aussehen: 9,5 l/100 km meldet Audi für den kombinierten Normwert, 11,2 sind es beim Mercedes, im Fall der 4Matic-Version sogar 11,4 l/100 km. Da zeigen sie sich, die Vorteile des geringeren Gewichts und der beim Mercedes-V8 noch ausstehenden Direkteinspritzung. Aber auch der Bonus der neuen Achtstufenautomatik, die im Achten deutlich länger übersetzt ist als der höchste Gang der Siebenstufenautomatik im Mercedes. Luftfederung vorn und hinten gehört bei beiden Kontrahenten zur Serientechnik, der Allradantrieb indessen nur bei Audi. Auf Wunsch lässt er sich durch das Sportdifferenzial mit geregelter Kraftverteilung auf die Hinterräder noch optimieren. Ebenfalls nur bei Audi zu haben: Aktivlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Lenkübersetzung. Genügend Trümpfe hat er also, der Herausforderer aus Ingolstadt. Ob sie diesmal auch stechen, kann freilich erst der Fahrvergleich zeigen. Wir bleiben am Ball. Technische Daten Audi A8 4.2 FSI quattro: V8, vorn längs • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 4163 cm³ • Leistung 273 kW (372 PS) bei 6800/min • max. Drehmoment 445 Nm bei 3500/min • Allradantrieb • Achtstufenautomatik • Beschleunigung 0–100 km/h in 5,7 s • Spitze 250 km/h • Reifen 235/60 R 17 vorn/hinten • Länge/Breite/Höhe 5137/1949/1460 mm • Verbrauch EU-Mix 9,5 l Super • CO2 219 g/km • Preis ab 89.300 Euro.
Technische Daten Mercedes S 500: V8, vorn längs • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 5461 cm³ • Leistung 285 kW (388 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 530 Nm bei 2800/min • Hinterradantrieb • Siebenstufenautomatik • Beschleunigung 0–100 km/h in 5,4 s • Spitze 250 km/h • Reifen 255/45 R 18 vorn/hinten • Länge/Breite/Höhe 5069/1871/1479 mm • Verbrauch EU-Mix 11,2 l Super • CO2 262 g/km • Preis ab 96.505 Euro.
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Kommentare zum Artikel (268)
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Ich frag mich was eigentlich Mercedes im Premiumsegment zu suchen hat, wenn die 2-3 Jahre alten "Gebrauchten" schon anfangen zu rosten? Zum Teil sogar nicht mehr durch den TÜV kommen ? Das konnte Audi schon vor 20Jahren besser !!!
Audi es gibt nichts besseres!! Und wer einen Audi fährt der möchte nie wieder ein anderes Auto fahren! Es gibt viele BMW Fahrer die anscheinend neidisch auf das Erscheinungsbild des neuen Audis sind.(Man sagt ja wer BMW fährt hat nichts im Kopf. Das sieht man täglich auf Deutschlands Straßen). Aber mal ehrlich Audi hat einfach die schönste Produktpalette.
Der A8 erscheint mir als ein Auto großer Gegensätze:das Interieur ist wirklich beeindruckend-ich denke,da hat Audi ggü. dem Vorgänger nochmal zugelegt.Dafür ist das Exterieurdesign eine große Enttäuschung.Das Auto wirkt nicht dynamisch,auch wenn die PR es noch sooft betont,es ist plump und wird im Straßenverkehr sicherlich auch nicht dadurch an optischer Qualität gewinnen,dass die meisten Fahrzeuge die Radkästen nicht mit 20" gefüllt bekommen.Ich hatte mir vom A8 weitaus mehr erhofft.
@Wrangler: Welche Vorteile? Ich kenne keine...!
...und wieder einer, der nicht begründen kann, WARUM er Vorteile beim Audi sieht.