Vergleich BMW M3 gegen Rieger 335i — 19.11.2009
Rieger 335i putzt BMW M3
Zwei Turbolader machen den 335i zum Schrecken vieler Achtzylinder. In getunter Form bedroht er sogar den hauseigenen Saugerprimus BMW M3. Mit umfangreich geschärfter Fahrdynamik greift Rieger Tuning die Ikone an.
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Ein höchst ambitioniertes Unterfangen – das der M3 gekonnt kontert. Sein Alliierter: das optionale Doppelkupplungsgetriebe. Launch-Control-gestärkt bolzt er bereits nach 4,7 Sekunden mit dreistelligem Tempo voran – die Sprinthilfe mit einstellbarer Anfahrdrehzahl braucht danach wesentlich weniger Erholungszeit als die SMG-Getriebe in M5 oder M6. Derart gefordert, schert sich der Achtzylinder-3er nicht um hubraumreiche Blubber-Arien, begeistert stattdessen mit hell jubelnder Tourenwagen-Stimme. Knappe 24 Sekunden später braust der M3 mit ICE-würdigen 250 km/h dahin – bis die Vmax-Begrenzung kurz darauf den vor Leistungsbereitschaft strotzenden Motor zurückpfeift. Sein Gegner kommt zunächst auf Samtpfoten angeschlichen. Nach dem Start brummt und sprotzelt der Supersprint-Auspuff zwar kurz tief und sonor, ansonsten tönt der Rieger 335i fußgängerzonenverträglich.Mehr zum BMW 335i Coupé? Hier geht es zur neuen BMW-Modellseite
Hightech statt Handarbeit
Mit Hightech statt Handarbeit hält der BMW M3 dagegen. Ruckarm und flink flitzt das Siebengang-DKG von einer Übersetzung zur nächsten. Hürden, an denen Konkurrenten seiner Zunft versagen, nimmt es souverän: Haarfein tänzelt der Drehzahlmesser im manuellen Modus am roten Bereich oder schwingt sich im hohen Gang aus dem Tourental empor – jeweils ohne unerwünschtes Schalten. Selbst doppeltes und dreifaches Paddelzupfen im Staccato-Stil begreift das Getriebe blitzschnell. Von fünf auf zwei ohne Umwege? Wie's gewünscht wird. Sogar der Automatikmodus überzeugt mit ausgefeilten Schaltvorgängen und flinken Reaktionen auf Lastwechsel. Feinfühlige Gehorsamkeit auch vom M3-Fahrwerk. Mittels Komfort-Stellung gezähmt, schlucken die adaptiven Dämpfer alle vom 19-Zoll-Radsatz weitergereichten Rüttler zufriedenstellend. Die mittlere Stufe schränkt die Wankbewegungen weiter ein, federt auf Landstraßen zweiter und dritter Ordnung dennoch stabilitätsfördernd. Entschlossen peitscht der M3 durch kurvenreichste Passagen, verzögert dank Verbundbremsanlage ausdauernd vehement und lässt sich von der zielgenauen Lenkung willig führen.Rieger geht mit einem Sieg vom Platz
DKG-unterstützt gilt die Konzentration des eiligen M3-Piloten voll der Linie. Im Power-Modus stehen die Drosselklappen unter Drogen, scheinen den Spritfluss aus dem Tank zum Motor auf Warpgeschwindigkeit zu hieven. Im Rieger geht es weniger spannend zu. Auf den Geraden sprintet ihm der M3 stets einige Meter davon, in den Kurven arbeitet er sich mit überlegenem Semislickgrip wieder heran – auch wenn das zarte, leicht beherrschbare Untersteuern des ansonsten brettmäßig liegenden Fahrwerks etwas sicherheitsbetont wirkt. Dazu staucht die enorm standfeste Brembo-Bremse das 1,6-Tonnen-Coupé Runde für Runde zuverlässig zusammen und lässt daher ihre vibrierend-rubbelnde Alltags-Arbeitsweise in etwas milderem Licht erscheinen. So erackert sich Rieger ein Zehntelchen Vorsprung auf der Piste – bevorteilt durch die Reifen. Gern hätten wir den M3 ähnlich bestückt. Doch BMW bietet den Michelin Sport Cup für den M3 wegen unterlegener Nässeeigenschaften und kommendem Weichmacher-Verbot nicht mehr an. Dafür trat der M3 mit DKG, EDC, 19-Zöllern und M-Drive an. Dank günstigerem Anschaffungspreis reicht es dem Rieger zum Sieg.
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Kommentare zum Artikel (7)
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Was für ein abstrus hässlicher Umbau der Rieger 335i doch ist. Er raubt dem 3er Coupe sämtliche Eleganz; Desweiteren kann man einen Fahrer eines solchen Gefährts nur sehr schwer noch weiter ernst nehmen.
Es bleibt festzuhalten: Der Rieger ist schwächer, hässlich und hat kein DKG, weshalb der M3 für mich der eigentliche Sieger ist und sein sollte.
Produktentwickelnde Hersteller müssen Rücksicht auf alle Klientel nehmen. Tuner können eher in eine Richtung Entwickeln, nämlich absolute Sportlichkeit, welche den durchschnittlichen Käufern vielleicht zu extrem wäre...
Die Gesamtabstimmung der Hersteller ist also immer ein Kompromiss und kein Optimum...
Ich finde aber solange man die Dinger nicht für die Rennstrecke braucht, reicht die Abstimmung der Hersteller in allen belangen.
Ich würde nie ein noch so gut laufendes Tuner-Produkt einem Herstellerfahrzeug vorziehen. Vielleicht ist das naiv, aber ich glaube einfach nicht, dass irgendjemand die Gesamtabstimmung besser in den Griff bekommt als der produktentwickelnde Hersteller.
Die LSD-Doors sind überflüssig, aber ansonsten 2 sehr schöne Wagen.
Aber wer einen 335i auf M3 Fahrleistungen bringen will, kann auch gleich einen Alpina B3 Biturbo kaufen. Dann stimmt auch eher der Werterhalt.
Aber: Individualität hat eben seinen Preis und ist doch auch schön auf der Straße anzutreffen
Der rote ist ein gaaaanz feiner!