Vergleich BMW X1 gegen Audi A4 allroad — 04.12.2009

Packt der BMW X1 den Audi A4 allroad?

Spritsaufende Blechburgen im Zweieinhalbtonnen-Format sind out, der neue Landhaus-Stil favorisiert kompakte Allradler. Wer hat mehr Format: Der neue BMW X1 oder der Audi A4 allroad?

Handys, Kameras und iPod haben es vorgemacht: Wer groß rauskommen will, muss sich kleinmachen. Ein Trend, dem sich auch die SUV nicht verschließen können. Spritsaufende Blechburgen im Zweieinhalbtonnen-Format sind out, der neue Landhaus-Stil favorisiert kompakte Allradler. Mit dem X1 liegt BMW da voll im Trend. Der jüngste Spross der erfolgreichen X-Familie streckt sich auf gerade mal 4,45 Meter, seine vergleichsweise niedrige Dachlinie verleiht ihm schon im Stand Dynamik. Dass er eher wie ein hochgelegter Kombi auftritt, kommt nicht von ungefähr: Technisch basiert der X1 auf der Allrad-Plattform des 3er-Touring, Motoren und Interieur kennen wir vom 1er. Trotz des kostengünstigen Baukastenprinzips ist ein X1 xDrive 23d kein Sonderangebot: Denn den Top-Diesel gibt es nur mit Sechsstufenautomatik. Grundpreis: gar nicht kleine 38.800 Euro.

Hier geht es zur Modellseite BMW X1

Für 400 Euro mehr bietet Audi eine ähnlich gestrickte 4x4-Alternative: Den A4 allroad quattro 2.0 TDI, eine 37 Millimeter höhere Rustikal-Variante des A4 Avant. Hier sorgen lediglich ein mächtiger Kühlergrill und graue Plastikplanken für den angesagten Offroad-Look. Formal scheint der BMW die reizvollere Erscheinung zu sein. Gemessen am Premiumanspruch der Marke, enttäuscht jedoch die Materialqualität des X1. Während Audi mit piekfeiner Verarbeitung sowie handschmeichelnden Oberflächen ankommt und dem Interieur so eine behagliche Wohnzimmer-Atmosphäre verleiht, wirkt die BMW-Einrichtung mit reichlich Hartplastikanteil nüchtern und schmucklos wie ein Arbeitszimmer. Rund 27 Zentimeter mehr Außenlänge bescheren dem Audi auch spürbare Vorteile bei Platzangebot und Stauraum. Speziell hinten haben Große noch ausreichend Luft, im X1-Fond dagegen schubbern die Knie früher an den Rücksitzlehnen.

Hier geht es zur Modellseite Audi A4

Behaglich wie ein geschmackvoll eingerichtetes Wohnzimmer: Der Audi überzeugt mit klaren Anzeigen und hochwertiger Anmutung.

Behaglich wie ein geschmackvoll eingerichtetes Wohnzimmer: Der Audi überzeugt mit klaren Anzeigen und hochwertiger Anmutung.

Aus Pilotensicht bringt der X1 allerdings mehr Spaß ins Spiel. Klasse, wie der Allradler mit seiner präzisen Lenkung auf den Punkt genau durch Kurven zirkelt. Lästiges Untersteuern unterbindet "Performance Control" (150 Euro) durch gezielte ESP-Eingriffe am kurveninneren Hinterrad, außerdem hält die straffe Federung die Wankneigung bei Richtungswechseln in Grenzen. Ebenfalls aus dem obersten Regal: Der 204 PS starke Biturbo-Diesel. Ein Selbstzünder der Spitzenklasse, auch wenn er akustisch stets präsent ist. Schon aus Schritttempo schiebt er kraftvoll an, dreht dennoch locker und lustvoll bis an die 5000er-Marke, ohne sich einen Extra-Schluck zu genehmigen. Im Test reichten dem Zweiliter durchschnittlich 7,8 Liter. Dazu passt die komfortable, mit wenig Wandlerschlupf arbeitende Sechsstufenautomatik. Nett sind die Lenkradpaddel, allerdings auch unnötig. Die Steptronic findet selbst beim engagierten Kurvenräubern immer den richtigen Gang.

Im A4 allroad mit dem laufruhigen und noch etwas sparsameren 170-PS-TDI ist dagegen Handarbeit angesagt, eine Automatik gibt es nicht. Kein Problem, der Hebel flutscht leicht und exakt durch die sechs Gassen. So lässt sich der Audi trotz Leistungsdefizits und leichter Anfahrschwäche kaum abschütteln, Lenkpräzision und Wendigkeit stehen dem BMW nur wenig nach. Runzeligen Asphalt meistert der Audi ohne hin souveräner; Frostaufbrüche, Querfugen und Bodenwellen schluckt er wesentlich geschmeidiger als der BMW. Unbarmherzige Härte wie der X3 zeigt der X1 zwar nicht, die Runflat-Reifen des Testwagens im 18-Zoll-Format (560 Euro Aufpreis) rollen mit ihren steifen Flanken aber ziemlich hölzern ab. Noch unangenehmer: Tiefe Wellen lassen die unterdämpfte Hinterachse katapultartig ausfedern. Nicht nur sensible Naturen packt da schon mal der Schüttel-Frust. Am Ende muss der dynamische BMW deshalb klein beigeben. Weil ihm der Audi zeigt, wie man mit Komfort und Qualitätsanmutung stilvoll ans Ziel kommt.
Fahrzeugdaten Audi BMW
Motor Bauart/Zylinder/Einbaulage Vierzylinder, Turbo, vorn längs Vierzylinder, Turbo, vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Zahnriemen Kette
Hubraum 1968 cm³ 1995 cm³
kW (PS) bei U/min 125 (170)/4200 150 (204)/4400
Nm bei U/min 350/1750 400/2000
Höchstgeschwindigkeit 213 km/h 223 km/h
Getriebe Sechsgang manuell Sechsstufenautomatik
Antrieb Allrad Allrad
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/55 R 17 Y 225/45 R 18 V
Radgröße 8 x 17“ 8 x 18“
Abgas CO2 169 g/km 167 g/km
Verbrauch* 7,7/5,7/6,4 l 7,8/5,5/6,3 l
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 64 l/Diesel 61 l/Diesel
Vorbeifahrgeräusch 72 dB (A) 71 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 1700/750 kg 2000/750 kg
Kofferraumvolumen 490–1430 l 420–1350 l
*innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km
Messwerte Audi BMW
Beschleunigung 0–50 km/h 3,3 s 2,4 s
0–100 km/h 9,3 s 7,6 s
0–130 km/h 15,4 s 12,7 s
Zwischenspurt 60–100 km/h 5,2 s 4,4 s
80– 120 km/h 6,8 s 5,6 s
Leergewicht/Zuladung 1728/472 kg 1712/448 kg
Gewichtsverteilung v./h. 54/46 % 52/48 %
Wendekreis links/rechts 11,7/11,5 m 11,9/11,9 m
Bremsweg aus 100 km/h kalt 36,3 m 35,8 m
aus 100 km/h warm 35,5 m 35,3 m
Innengeräusch bei 50 km/h 58 dB (A) 57 dB (A)
bei 100 km/h 66 dB (A) 66 dB (A)
bei 130 km/h 70 dB (A) 71 dB (A)
Testverbrauch – CO2 7,5 l D – 199 g/km 7,8 l D – 207 g/km
Reichweite 850 km 780 km
Preise/Ausstattung Audi BMW
Modell A4 Allroad 2.0 TDI quattro X1 xDrive 23d
Airbags Fahrer/Beif./Seiten vorn S/S/S S/S/S
Kopfairbags vorn/2. Reihe S/S S/S
Klimaanlage/-automatik N/S S/560 Euro
Anhängevorrichtung, abnehmbar 775 Euro 770 Euro
Metalliclack 770 Euro 660 Euro
Preis (wird bewertet) 39.200 Euro 39.510 Euro*
S = Serie, N = nicht lieferbar, * inklusive Performance Control für 150 € und 18-Zoll-Bereifung für 560 €
Uli Holzwarth

Uli Holzwarth

Fazit

Etwas überraschend kann sich der Audi gegen den BMW durchsetzen. Der Allroad, eigentlich nur ein optisch aufgepeppter A4 Avant mit etwas mehr Bodenfreiheit, profitiert hier von seiner gelungenen Basis. Es sind die typischen Tugenden eines modernen Mittelklasse-Kombis, die den Ausschlag zugunsten des Audi geben: Komfort, Platzangebot, Laufkultur und Verarbeitung sind besser als beim BMW X1. Keine Schande für das kleine BMW-SUV, denn fahrdynamisch bleibt es unter seinesgleichen das Maß der Dinge.

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Kommentare zum Artikel (161)

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Allroad
15.04.2011, 19:52Uhr

@ facts
3 mal darfst du raten welche Audi-Modelle den geringsten Werverlust haben... So viel zum Thema "tristes Mauerblümchen". Die elitäre Schicht unseres Landes ist eben nicht so breit, dass man überall auf den Strassen einen Allroad sieht. Aber wenn Du mal einen siehst kannst Du sicher sein, dass der Fahrzeughalter für einen X1 nur ein müdes Lächeln übrig hat. Wenn überhaupt.

facts
10.01.2010, 16:00Uhr

x1? ständig auf den strassen zu sehen... audis allrad? ein tristes mauerblümchen...

BTK
01.01.2010, 17:57Uhr

wieder ein erkaufter sieg von audi ,... es ist sowas von lachhaft !! autobild muss doch mal diese kommentare hier von den lesern sehen !?!?!?!? ich kaufe diese zeitung nicht mehr wel es mich einfach nur aufregt wie diesem scheiss audigleichgesichtsfahrzeugen die punkte zugeschustert werden ,... audi baut keine schlechten autos und ich muss zugeben auch mal bessere als bmw aber in diesem test hat eindeutig der BMW die nase vorne !!!

mein traumauto A5 Karosse + innenraum mit BMW Fahrwerk und dem 335i motor :)

Mike
31.12.2009, 10:51Uhr

Der Vergleich ist in der Tat nicht nachvollziehbar. Das richtige Auto wäre der X1 xDrive20d gewesen, welcher 34.400,- Euro im Einstieg kostet, also satte 5.000 Euro weniger als der Audi, der selbst im Vergleich mit der 177PS Version fahrleistungstechnisch den kürzeren zieh!!!. Angesichts des weitaus niedrigeren Preises und besserer Verbrauchs- und Ábgaswerte hätte der X1 klar siegen müssen!!!

???
31.12.2009, 09:17Uhr

Wer sich die Fahrzeugdaten mal genau anschaut müßte eigentlich merken
das Audi nur durch Schmier....... zum Sieger wurde !
Die Werbung von Audi kommt gleich nebenan gut bezahlt an Autobild !!!
Vorsprung durch Technik mit Zahnriemen und Tränensäcken hahaha.

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