Test: Das Sprit-Duell

VW Tiguan VW Tiguan

Vergleich: Das Sprit-Duell

— 04.07.2008

Diesel gegen Benziner

Verkehrte Welt an der Zapfsäule: Diesel teurer als Super. Fahren Dieselmodelle ins Abseits? Oder alles halb so schlimm, weil sie doch viel sparsamer sind? AUTO BILD hat nachgerechnet.

Der 28. Mai 2008 ist ein historisches Datum. "Zum ersten Mal seit Bestehen der Bundesrepublik mussten Dieselfahrer im bundesweiten Schnitt mehr pro Liter bezahlen als die Besitzer von Autos mit Benzinmotoren." So vermeldete es der ADAC, und so traf es einen Großteil der deutschen Autofahrer tief ins Mark. Das Ende unbekümmerten Heizens mit CDI und TDI? Das Ende des Dieselbooms? Lag der Anteil des Selbstzünders 1997 nur bei 15 Prozent, trägt gegenwärtig mittlerweile fast jeder zweite Neuwagen in Deutschland einen Ölbrenner unter der Haube. Doch genau das könnte sich schneller ändern als der Umstellungsprozess in der Industrie. "Der Anteil der Autofahrer, für die sich ein Diesel lohnt, wird von heute knapp 50 Prozent bis 2020 auf etwa 25 Prozent sinken", prognostiziert die Beraterfirma AT Kearny und AVL Consulting. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage plant jeder vierte Dieselfahrer, beim nächsten Auto auf einen Benziner umzusteigen.

Ab 40.000 Kilometer Fahrleistung lohnt sich ein Diesel noch

Dass der Treibstoff Diesel über Jahrzehnte deutlich billiger war als Benzin, liegt an seiner bevorzugten steuerlichen Behandlung durch den Staat (71 statt 90 Cent Steuern). Der daraus resultierende Nachfrage-Boom führte besonders in der jüngeren Vergangenheit zu stetig steigenden Preisen, die durch den gewaltigen Dieselhunger von Schwellenländern wie China und Indien zusätzlichen Auftrieb erfahren. Zudem lassen sich aus einer Tonne Rohöl nur maximal 30 Prozent Diesel destillieren, was die Situation zusätzlich verschärft. Ist der Diesel auf diesem Hintergrund überhaupt noch zu empfehlen? Antwort: rein rechnerisch nur für Kilometerfresser mit Fahrleistungen von mindestens 40.000 Kilometern pro Jahr. Und das sind vorwiegend Modelle der Mittel- und Oberklasse", weiß Bernd Bohr, Geschäftsführer beim Diesel-Zulieferer Bosch. Wer allerdings nur so viel abspult wie die mit 12.000 Kilometern statistisch erfasste Masse, fährt in aller Regel mit dem Benziner günstiger. Doch wo genau liegt die Grenze, ab der ein Diesel rentabel wird? Wie hoch ist der jeweilige Kilometerpreis? Diese Fragen klärt der Vergleich von acht Diesel-Benziner-Paaren (Opel Agila, Mini Cooper Clubman, BMW 1er Cabrio, Audi A4 Avant, Mercedes C-Klasse, Ford S-Max, VW Tiguan und BMW X5) der jeweils gleichen Leistungsklasse. Und natürlich geht es nicht nur um die Kosten, sondern auch um das Fahrerlebnis. Um das Spurten und den Spaß. Das alles gibt es oben in der Bildergalerie!

So hat AUTO BILD gerechnet

Happig: Die bei Redaktionsschluss ermittelten Spritpreise lagen für Diesel bei 1,499 Euro, für Super bei 1,529 und für Super plus bei 1,669.

Erster Schritt ist die Bestimmung der Fixkosten. Diese addieren sich aus Grundpreis, Haftpflicht- sowie Vollkaskoversicherung (auf vier Jahre gerechnet). Dazu kommen die Werkstattkosten für die von den Herstellern empfohlenen Regelwartungen. Von diesen Unterhaltskosten wird der Restwert bei Wiederverkauf oder Inzahlungnahme (ermittelt von den Experten von Bähr & Fess Forecasts) abgezogen. Das Ergebnis unterm Strich sind die Fixkosten. Von ganz besonderer Bedeutung beim Diesel-Benziner-Vergleich sind natürlich die Kraftstoffkosten. Diese errechnen sich aus dem auf der AUTO BILD-Verbrauchsrunde ermittelten Testverbrauch und den bei Redaktionsschluss ermittelten Kraftstoffpreisen: Diesel 1,499 Euro, Super 1,529, Super plus 1,669. Da Kleinwagen in der Regel weniger gefahren werden als Limousinen, Kombis, SUV und Familien-Vans, rechnen wir bei Opel Agila und Mini mit einer Jahresfahrleistung von 10.000 Kilometern, bei allen anderen mit 15.000 Kilometern. Den gesamten Test mit allen technischen Daten und Kostentabellen können Sie sich hier bequem als PDF herunterladen. Sie interessieren sich nicht nur für das Thema „Diesel oder Benziner“, sondern auch für eine Kaufberatung „Groß gegen klein“? Dann klicken Sie hier. Und das sind die Paarungen: Audi A3/A4 Avant, BMW X3/X5, Ford S-Max/C-Max, Mercedes E-Klasse/C-Klasse, Toyota Auris/Yaris, VW Passat Variant, Golf Variant.

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