Dodge Caliber gegen VW Golf

Dodge Caliber S 2.0 CRD – VW Golf 2.0 TDI Dodge Caliber S 2.0 CRD – VW Golf 2.0 TDI

Vergleich Dodge Caliber – VW Golf

— 11.07.2006

Eine neue Golf-Größe?

In Amerika ist alles eine Nummer größer. Auch der Golf. Zumindest, wenn er Caliber heißt und von Chrysler kommt.

Ausstattungen, Preise und Betriebskosten

Egal ob Empire State Building, Golden Gate Bridge oder der lokale Wal-Mart-Parkplatz – Amerika ist riesig. Da verwundert es kaum, daß auch der neue Kompakte aus Übersee, der Dodge Caliber, die bei uns üblichen Maße deutlich sprengt. Mit einer Länge von 4,42 Metern, einer Breite von 1,80 Metern und der Höhe von 1,54 Metern überragt er seinen Konkurrenten VW Golf (4,20/1,76/1,49 m) deutlich. Noch deutlicher unterbietet er ihn jedoch beim Preis. Während Volkswagen für den Golf 2.0 TDI (140 PS) mindestens 21.250 Euro verlangt, gibt es den Caliber mit vergleichbarer Motorisierung (2.0 CRD, 140 PS) schon ab 17.590 Euro.

Der von Volkswagen stammende Pumpe-Düse-TDI besitzt im Dodge leider keinen serienmäßigen Partikelfilter (689 Euro Aufpreis), sorgt aber im 125 Kilogramm schwereren Ami für recht ähnliche Fahrleistungen. Während der Golf in 9,5 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt und eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h erreicht, benötigt der Caliber 10,6 Sekunden für den Sprint und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h. Der Kühlergrill im Pick-up-Format bietet dem Wind dabei massiv die Stirn.

Wer angesichts des XXL-Formats im Dodge einen üppigen Innenraum erwartet, wird enttäuscht. Das klobige Armaturenbrett sowie breite Türpaneele rauben jede Menge Platz. Obwohl der Golf kompakter ausfällt, haben Frontpassagiere mehr Luft. Hinten bietet der Caliber zwar mehr Beinfreiheit, die flache Sitzposition erweist sich für Personen mit langen Beinen aber als unbequem. Zudem drückt die Plastikabdeckung des Klappmechanismus nervig in die Nieren.

Fahrleistungen, Fazit und Bewertung

Apropos Plastik: Während im Golf die obere Hälfte des Cockpits aus aufgeschäumtem Kunststoff besteht, setzt der Caliber im Innenraum voll auf Hartplastik. Ungenaue Spaltmaße und teils nicht entgratete Kanten hinterlassen einen faden Beigeschmack. Einziger Vorteil des hellgrauen Materials: Es ist wie die mit Teilleder bezogenen Sitze (im Luxury-Paket für 2025 Euro enthalten) einfach sauberzuhalten. Das auf den ersten Blick komfortable Gestühl stellt sich schnell als zu weich und wenig konturiert heraus. Auf langen Strecken bringt das wenig Freude, in schnell gefahrenen Kurven rutscht der Fahrer haltlos hin und her.

Im Golf sitzt es sich bedeutend besser, die straffen und gut ausgeformten Sitze zeigen besonders auf langen Strecken ihre Qualität. Überhaupt sollte man es mit dem Caliber lieber gemütlich angehen lassen. Die ungenaue Lenkung sowie eine Mischung aus zu weichen Dämpfern und harten Federn lassen den Ami bei der Kurvenhatz mächtig wanken. Das im Diesel serienmäßige ESP hat bei plötzlichen Ausweichmanövern jede Menge zu tun, das Dickschiff auf Kurs zu halten, erfüllt seine Aufgabe aber gut. Unverständlicherweise bietet Dodge das System nur für den Selbstzünder an, die Benziner können nicht mal gegen Aufpreis damit ausgerüstet werden.

Auch in diesem Kapitel liegt der Golf klar am Ende vorn. ESP gehört bei jedem Modell zur Serienausstattung. Dank der genauen Lenkung läßt sich mit dem Volkswagen jeder Kurs entspannt und exakt durcheilen. Das mit einer komplizierten Vierlenker-Hinterachse ausgestattete Fahrwerk erweist sich nicht nur dabei wieder mal als eine Klasse für sich. Keine Frage also: Der Golf ist das klar bessere Auto in diesem Vergleich, der Dodge Caliber eben doch zu amerikanisch.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Lars Zühlke: Keine Frage, der Dodge Caliber ist ein Hingucker. Doch leider leistet sich der Ami viele Schwächen. Das unstimmige Fahrwerk und die indirekte Lenkung lassen keinen Fahrspaß aufkommen, die Verarbeitungsqualität ist enttäuschend. Dazu kommen die Probleme mit der Bremse. Also fast alles wie gehabt bei US-Autos. Hier hat Dodge eine Chance verpaßt.

Autor: Lars Zühlke

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