Vergleich Fiesta/Mini/Fiat 500 — 16.04.2008
Das neue Schmuckstück?
Ein Kleinwagen widersetzt sich dem Retro-Trend: Der nächste Fiesta ist ein moderner Typ mit Ecken und Kanten. Aber kann sein Design mit den Kultkisten Fiat 500 und Mini mithalten?
Aus dem braven Hausfrauenauto soll ein Imageträger werden
Sprich: Aus dem ehemals braven Hausfrauenauto soll ein Imageträger werden. 90 Prozent der IAA-Studie "Verve" sind dazu in das neue Serienmodell eingeflossen. Modern ist sie ohne Frage, die neue Fiesta-Generation, die im Herbst in den Handel kommt. Aber ist sie auch ein neues Schmuckstück in der Kleinwagen-Klasse? Zum Vergleich haben wir die Design-Ikonen Fiat 500 und Mini Cooper mit ins Fotostudio genommen – und waren extrem überrascht. Erster Eindruck: Wie wahnsinnig winzig wirkt der Fiat 500 im Vergleich zum Fiesta! Der ist zwar mit 3,93 Meter Länge und 1,68 Meter Breite in etwa so groß wie das aktuelle Modell, damit aber immer noch 38 Zentimeter länger als der kleine Fiat. Am stärksten zu spüren ist das auf der Rückbank – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Während ich mit meinen 1,80 Metern im Italiener mit dem Kopf kräftig gegen das Dach stoße, sind im Fiesta immer noch gute fünf bis zehn Zentimeter Luft.
Der Ford Fiesta widersteht der Versuchung zum Retrodesign
Das ist vor allem deshalb so erstaunlich, weil der neue Ford seine Sportlichkeit ja auch durch das stark abfallende Dach zu gewinnen scheint. Designer Lamm verrät den Trick: Der Fiesta wird hinten gar nicht so viel flacher, wie es den Anschein hat – die coupéhafte Form gewinnt er vor allem durch die Gestaltung der Seitenfenster. Zweiter Eindruck: Wie barock wirkt der Mini im Vergleich zum Ford! Während der Mini mit seinen Rundungen gut im Futter zu stehen scheint, trägt der keilförmige Fiesta kein Gramm Fett und widersetzt sich dem Bullig-Trend der letzten Jahre. Dazu passt, dass er laut Ford sogar leichter sein soll als sein 1095 bis 1129 Kilogramm schwerer Vorgänger – man munkelt von rund zwei Zentnern Gewichtsverlust. Und während sowohl der Fiat 500 als auch der Mini mit großen, offenen Augen in die Welt schauen, guckt der Fiesta, na ja, vielleicht nicht unbedingt grimmig, aber auf jeden Fall entschlossen. Ich habe spontan an einen konzentrierten Sprinter vor dem 100-Meter-Lauf gedacht.Beim Innenraum setzt sich das alles fort. Während seine Fotostudio-Konkurrenten durch Kippschalter (Mini) oder einen in Wagenfarbe lackierten Armaturenträger (Fiat) nostalgische Gefühle vermitteln, ist der Fiesta auch hier konsequent modern. Mir persönlich ist aber beispielsweise die Tachoeinheit, die an einen Motorradhelm mit Visier erinnert, ein bisschen zu krawallig. Und dass die "Human Machine Interface", die Bedienleiste oben auf der Mittelkonsole, von einem Mobiltelefon inspiriert sein soll, das kommentiert unser Fotochef mit der erstaunten Nachfrage: "Was für merkwürdige Handys haben denn die bei Ford?" Neu sind die elektrohydraulische Servolenkung und der Knieairbag für den Fahrer. Optional sind unter anderem ein schlüsselloses Zugangssystem, ein USB-Anschluss und eine Bluetooth-Schnittstelle zu haben.

































