Vergleich Finanzierung und Leasing

Vergleich: Finanzierung und Leasing

— 22.02.2016

Finanzieren oder lieber leasen?

Grundsätzlich kann man sein Auto entweder kaufen und finanzieren oder leasen. Beide Formen haben ihre Vor- und Nachteile. AUTO BILD erklärt die wichtigsten Unterschiede.

Beim Leasing zahlt man über einen festgelegten Zeitraum monatliche Raten und gibt das Auto danach zurück. Durch eine Anzahlung kann man die Höhe der Raten drücken. Die Finanzierungsform, die dem Leasing am nächsten kommt, ist die Schlussraten- oder Drei-Wege-Finanzierung. Auch hier kann man mit einer Anzahlung die Raten drücken und hat die Option, das Auto am Ende zurückzugeben.

Was ist der Unterschied?

Beim Leasing zahlt man die Monatsraten nicht, weil man ein Fahrzeug erwerben will, sondern für dessen Nutzung. Bei der Finanzierung geht man grundsätzlich davon aus, dass der Kunde das Auto kaufen will, auch wenn er von Anfang an die Absicht hat, es am Ende der Ratenphase zurückzugeben. Soweit ist es also für den Kunden zunächst offenbar egal, ob er least oder finanziert. Trotzdem gibt es einige wesentliche Unterschiede.

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Da wäre zunächst die Umsatzsteuer ("Mehrwertsteuer"). Bei der Finanzierung zahlen Sie diese Steuer in Höhe von 19 Prozent auf den Netto-Preis des Fahrzeugs, unabhängig davon, ob Sie es zurückgeben wollen. Beim Leasing erwerben Sie das Auto nicht und daher entfällt auch keine Umsatzsteuer auf das Fahrzeug. Hier wird die Umsatzsteuer auf die Monatsraten erhoben. Dies kann unter Umständen einen Vorteil haben, an den man zunächst nicht denkt oder am liebsten nicht denken will: Wenn am Ende der Leasingzeit das Auto zum Händler zurückgeht, stellt dieser oft diverse Mängel fest, die den Wert des Fahrzeugs mindern. Abhängig vom Vertrag kann dann ein "Minderwertsausgleich" fällig werden. Auf diese, manchmal beträchtliche Summe darf der Händler nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom Mai 2011 keine Umsatzsteuer erheben.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist die Frage der Eigentumsrechte. Beim Kauf durch Finanzierung gehört das Auto Ihnen und Sie können grundsätzlich damit umgehen, wie Sie wollen. Beim Leasing zahlen Sie lediglich für die Nutzung. Eigentümer ist der Händler und der kann Ihnen vorschreiben, wie Sie sein Fahrzeug behandeln müssen: Inspektionen zu vorgeschriebenen Fristen, maximal gefahrene Kilometer und andere Dinge gehören dazu.

Finanzierung oder Leasing: Was bietet mehr Vorteile?

Beide Formen haben Vor- und Nachteile. Einige wurden schon genannt. Der größte Vorteil beim Leasing sind die monatlichen Raten, die in der Regel niedriger als bei der Finanzierung sind. Ein weiterer Unterschied, der oft als Vorteil empfunden wird, sind die kürzeren Laufzeiten beim Leasing. Sie beginnen schon bei zwei Jahren und laufen meist nicht länger als fünf. In diesem Zeitraum fallen in der Regel keine größeren Reparaturen an. Eine Finanzierung kann durchaus bis zu zehn Jahre laufen. Der dritte Punkt, der für Leasing spricht, ist die Tatsache, dass Sie am Ende des Leasingzeitraums die Möglichkeit haben, ein neues Fahrzeug zu leasen. So fahren Sie stets ein neuwertiges Auto.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Restwert- und Kilometerleasing. Bei der ersten Variante wird im Vertrag ein Restwert festgelegt, den das Fahrzeug nach Ablauf des Leasingzeitraums haben soll. Wird dieser Wert unterschritten, wird der bereits erwähnte Minderwertsausgleich fällig. Im Gegensatz dazu wird beim Kilometerleasing festgelegt, wie viele Kilometer Sie im Leasingzeitraum fahren dürfen. Fahren Sie mehr, zahlen Sie eine entsprechende vorher vereinbarte Summe pro Kilometer. Fahren Sie weniger, bekommen Sie die Kilometer erstattet. Beim Restwertleasing gehen Sie grundsätzlich ein größeres Risiko ein.

Bei der Finanzierung erwerben Sie den Wagen zum vorher festgelegten Preis, unabhängig von seinem Zustand. Sie brauchen sich um Beulen, Kratzer oder den Kilometerstand keine Sorgen zu machen. Dies kann man durchaus als Vorteil betrachten.

Für wen lohnt sich Leasing?

Vor allem Firmen und Selbstständige profitieren vom Leasing. Das hat zum einen steuerliche Gründe, zum anderen halten sich die monatlichen Kosten im Rahmen. Dies spielt auch für Privatpersonen eine Rolle, die nicht in das Eigentum an einem Auto investieren wollen. Leasing lohnt sich vor allem, wenn Sie einen Neuwagen fahren und ihn wieder zurückgeben möchten, bevor er die ersten Macken bekommt. Auch für Leute, die gern alle Kosten im Blick haben, lohnt sich Leasing. Denn oft sind Service-Pakete Teil der Monatsraten, die Versicherungs- und Wartungskosten abdecken.

Tipps

Wenn Sie sich für Restwertleasing entscheiden, sollten Sie unbedingt prüfen, ob der vereinbarte Restwert auch realistisch ist. Auch eine vorzeitige Kündigung sollte im Vertrag vorgesehen sein. Für diesen Fall ist meist eine Vorfälligkeitsentschädigung festgelegt. Für deren Höhe gibt es (momentan) keine gesetzlichen Vorgaben. Prüfen Sie also, ob die festgelegte Summe Ihren Vorstellungen entspricht. Beim Kilometerleasing sollten Sie darauf achten, dass ein möglichst großer Toleranzbereich eingeräumt wird. 2500 Kilometer sind durchaus üblich.

Autor: Gerald Beeckmann

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