Vergleich Jaguar XFR/Mk 2 3.8

Vergleich Jaguar XFR/Mk 2 3.8

— 20.01.2010

Der Power-Jag trifft seine Ahnen

Mit dem 220 PS starken Mk 2 3.8 begründete Jaguar einst das Kapitel der Powerlimousinen. Nach fünf eher betulichen Jahrzehnten soll der XFR nun jene glanzvollen Tage fortführen. Eine Vereinigung dreier Meilensteine.

Man muss sich das bloß mal vorstellen: Im Jahr 1959, also zu einer Zeit, als sich Mobilitätsbedürfnisse noch mit den spärlichen 30 PS eines Export-Käfers befriedigen ließen und sportliches Fahren weitgehend tollkühnen Kerls überlassen wurde, die für kaum mehr als ein paar Handküsse feiner Damen stundenlang durch Le Mans donnerten, erweiterte Jaguar seine Kompaktlimousine Mk 2 um ein 3,8-Liter-Topmodell, das den bis dato stärksten Porsche leistungsmäßig mal eben um das Doppelte übertraf. Nur zum Verständnis: Um ein ähnliches Kunststück fertigzubringen, müsste man heutzutage 1100 Pferde unter die Haube pferchen.

Alle News und Tests zu Jaguar

Neues Jaguar-Antlitz beim sportlichen Topmodell XFR mit großen Nüstern und Haubenkiemen.

Mit 220 PS, zwei Horizontalvergasern und einer passabel ausbalancierten Achslastverteilung fächerte der Mk 2 3.8 aber nicht nur einen gewaltigen gewaltigen Schwall Sportwagenluft in eine bis dahin eher beschauliche Limousinenwelt. Quasi nebenbei pflanzte er so auch einen Stammbaum, auf den selbst heutige PS-Auswucherungen wie Audi RS6, BMW M5 und die AMG-Ableger diverser E-Klassen zurückgehen. Ausgerechnet die eigenen Wurzeln schienen mit dem Ende der Mk 2-Ära jedoch nur noch welk vor sich hin zu dörren. Es dauerte bis 2002, ehe der S-Type R den sportlichen Spirit der Fifties reanimierte. Endgültig aufblühen sollte die glanzvolle Sportlimousinentradition aber erst 2009 – rechtzeitig zum 50. Jubiläum.

Der neue XFR ist wuchtig, prägnant und hat 510 Kompressor-PS

Trendwende: Während der S-Type sich optisch noch am Mk 2 orientierte, läutet der XF eine komplett neue Epoche ein.

Anders als der S-Type, der sich vor allem stilistisch weigerte, eine neue Markenepoche einzuläuten, schüttelt der XFR nun endgültig den Muff aus den Talaren. Wuchtig, prägnant, selbstbewusst und frei von krampfhaften Versuchen, die Modellvergangenheit ins Blechkleid zu dengeln, verklickert er seinen Betrachtern schon im Stand, dass das R in seiner Typenbezeichnung bei Jaguar für Racing steht – auch wenn fünf Liter Hubraum, acht Zylinder und 510 Kompressor-PS mittlerweile nicht mehr genügen, um ganz Zuffenhausen ins Wanken zu bringen. Und noch etwas hat sich über die Jahre geändert. Rangierte ein Mk 2 3.8 zumindest in England preislich auf dem Niveau eines Fiat 2300 – der ungefähr dem heutigen Croma entspricht –, kursiert der XFR inzwischen im elitären Reigen automobiler Luxusartikel.

Autor: Stefan Helmreich

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.