Vergleich Mercedes E 220 CDI/Skoda Superb 2.0 TDI — 15.04.2009
Eine Frage des Preises
In diesen Zeiten hat keiner mehr Geld zu verschenken – am allerwenigsten beim Autokauf. AUTO BILD verrät, ob die neue Mercedes E-Klasse als 220 CDI wirklich 15.000 Euro mehr wert ist, als der Skoda Superb 2.0 TDI.
Beim Platzangebot im Fond schlägt der Superb die E-Klasse
Doch der Superb muss sich nicht verstecken. Weder mit seiner Größe – er ist gerade mal drei Zentimeter kürzer und fast vier Zentimeter schmaler – noch mit seinem Design. Einen stolzen Grill fährt er auch durchs Land, dazu eine gefällige Seitenlinie mit einem Hauch Stretch-Limo-Chic, nur Dach und Heck laufen nicht ganz so elegant aus wie beim Mercedes. Besonders die breiten Türen hinten und die mächtige C-Säule lassen förmlich ahnen, wie viel Platz der Superb bietet – vor allem im Fond. Hier sprengt die gewaltige Beinfreiheit tatsächlich den Rahmen der Klasse, hier kann auch der 1,90-Meter-Mann lässig wie im Klub die Beine übereinanderschlagen. Ganz so viel Chefgefühl kommt in der E-Klasse nicht auf, doch auch die E-Klasse bietet viel Platz für große Menschen und ist vor allem vorn noch luftiger als der Skoda. Großes Können verrät die Verarbeitung des Skoda-Topmodells, auch wenn die Kunststoffe nicht das Niveau des Mercedes erreichen (dürfen) – aus Selbstschutz wird VW da schon aufpassen. Unter der Haube des langen Tschechen steckt ein quer eingebauter Zweiliter-Vierzylinder mit 170 PS, gekoppelt an das Sechsgang-DSG, das die Kraft an die Vorderräder weiterleitet. So weit, so gut. Einziges Manko: Im Moment wird der Motor noch mit Euro 4 eingestuft, erst ab August dann mit Euro 5.
Der Vierzylinder-Diesel der E-Klasse tritt früh und kräftig an
Mercedes setzt ganz klassisch auf einen Längsmotor, Wandler-Automatik und Hinterradantrieb. Der neue 2,2-Liter-Vierzylinder im Mercedes leistet 170 PS und gibt sich keine Blößen: Er tritt früh und kräftig an, entwickelt seine Kraft angenehm gleichmäßig und unaufgeregt. Viel langsamer als der große Bruder 250 CDI ist er nicht – und läuft dabei sogar noch etwas ruhiger. Aber trotzdem brummt und grummelt er über den gesamten Drehzahlbereich. Nicht laut, aber Oberklasse-Akustik darf gern diskreter sein. Der Zweiliter im Skoda schnurrt und summt erst mal leiser vor sich hin – bei hohen Touren macht aber auch er zu viel Rabatz. Das DSG reagiert schnell, viel entschlossener als die Automatik im E 220, allerdings nicht immer komplett ruckfrei. Eine Überraschung kommt noch: Trotz hochmoderner Technik ist der E 220 CDI kein Sparwunder. Mit 7,2 Liter pro 100 Kilometer braucht er mehr als der Skoda (6,6 Liter). Der knausert dank DSG und 166 Kilo weniger auf der Hüfte.Kommt der bessere Benz jetzt etwa aus Böhmen? Langsam – beim Komfort macht der Superb nicht froh. Seine stramme Federung sammelt selbst kleine Unebenheiten auf und bringt so Unruhe ins Auto. Schade, das passt nicht zu einer großen, gelassenen Limousine. Und: Das grundsätzlich untadelige Fahrverhalten des Superb leidet im Vergleich zum Mercedes unter stärkerem Untersteuern und einer gefühlloseren Lenkung. Okay, auch die E-Klasse ist mit Sportfahrwerk keine Sänfte, filtert vor allem Querfugen nur unvollkommen. Aber der Sternwagen wirkt hellwach und handlich, brilliert mit feinfühliger Lenkung, hohen Sicherheitsreserven und tollen Bremsen. Der Skoda ist ein rundum gutes Auto – aber der Mercedes ist das bessere.
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