Vergleich Mercedes GLK

— 13.01.2008

Die Wende im Gelände

Auf der Detroit Auto Show zeigt Mercedes endlich seinen GLK. Das Baby-SUV will BMW X3 und VW Tiguan nass machen. AUTO BILD hat den kompakten Gelände-Benz schon vorab mit seinen beiden wichtigsten Konkurrenten aus Deutschland verglichen.
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Von Jörg Maltzan Klack! Gerade hat AUTO BILD-Fotograf Uli Sonntag sein letztes Bild im Kasten, da rollt schon der Transport-Lkw vor, um das noch geheime Fotoobjekt vom Studio bei Stuttgart auf den Weg nach Detroit zu bringen. Es eilt. Denn ab Sonntag (13. Januar 2008) gehört der bläulich glänzende Mercedes zu den Stars auf der North American International Auto Show. Offiziell firmiert das kleine SUV bei Daimler noch als "seriennahe Studie Vision GLK Freeside". Doch jeder weiß: Das ist es, das neue Kompakt-SUV aus dem Hause Daimler. Bis auf die dicke Showschminke im Gesicht, Sonderräder und LED-Lampen gleicht das auffällige Ausstellungsstück dem Serien-GLK, wie er im Herbst zu den Händlern kommt. Ein Charaktertyp mit Ecken und Kanten, der nicht nur auf der ersten Automesse des Jahres die Blicke auf sich ziehen, sondern auch auf deutschen Straßen reichlich Bewunderer finden wird.
Optisch mischt der GLK das Segment der Kompakt-SUV auf
Dem GLK einen Verkaufserfolg vorherzusagen fällt leicht. Besonders dann, wenn der kleine Geländewagen erstmals im Umfeld seiner beiden wichtigsten Konkurrenten betrachtet wird. Das sind der frisch erschienene VW Tiguan sowie der X3 vom Erzrivalen BMW, der bereits seit 2004 zu haben ist. Lange war der Bayer Platzhirsch im Segment. Doch schon im ersten Tiguan-Verkaufsmonat musste er dem VW Platz machen. Und auch Spätzünder Mercedes will am Jahresende an seinen Rivalen vorbeiziehen. Die Voraussetzungen dafür sind gut. Denn Mercedes hat ein vielversprechendes Alternativangebot entwickelt. Vor allem optisch bringt der GLK Schwung und Abwechslung ins Wachstumssegment der kompakten Offroader. Er ist 4,52 Meter lang und liegt damit zwischen VW (4,43 Meter) und BMW (4,57 Meter).
Der Antrieb mit 4Matic ist eine Leihgabe der C-Klasse
Mercedes verspricht, dem GLK hohen Fahrkomfort und Agilität einzuimpfen.
Mercedes verspricht, dem GLK hohen Fahrkomfort und Agilität einzuimpfen.
Stilistisch verfolgt der Mercedes eigene Wege. Während der X3 seine Verwandtschaft zum X5 nicht verhehlt und der Tiguan wie ein hochgelegter Golf Plus daherkommt, zeigt der GLK ein selbstständigeres Design. Trotz seiner Anleihen beim größeren GL steht er kompakt da. Die einteiligen (und damit kostengünstigen) Rückleuchten gleichen denen des C-Klasse-T-Modells. Statt Kurven und Rundungen gibt es scharfe Sicken und klare Kanten. Von weicher Welle will er nichts wissen. Im Gegenteil: Durch seine maskuline, jeepmäßige Linienführung wirkt der GLK wie ein Monolith; ein Tresor auf Rädern. Einer, den so schnell nichts erschüttern kann. Dennoch will er nicht nur harter Hund sein. Mercedes verspricht, ihm hohen Fahrkomfort und Agilität einzuimpfen. Darum übernimmt der GLK den Antrieb der C-Klasse mit 4Matic. Zum Start kommt er nur mit Sechszylindern auf den Markt. Im GLK 320 CDI arbeitet ein V6 mit etwa 225 PS.

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Noch kräftiger ist der GLK-Benziner mit einem neuen Hightech-V6. Der hat mehr als 300 PS und 360 Newtonmeter Drehmoment. Das Aggregat ist zweistufig aufgeladen, verfügt über eine Direkteinspritzung und die neueste Generation von piezoelektrisch gesteuerten Ventilen. 2009 folgen die Vierzylinder GLK 200 K und 220 CDI. Den Diesel soll es dann auch in einer weiterentwickelten Bluetec-Version mit einem hinten liegenden Nockenwellenantrieb ge ben, der schon die Euro-6- Abgasnorm erfüllt. Zwar bleibt die Leistung des CDI-Vierzylinders bei 170 PS, dafür sorgen Doppelturbo und 2000 Bar Einspritzdruck aber für noch höheres Drehmoment.

Mehr zu Technik und Interieur des neuen GLK sehen Sie in der Bildergalerie oder in AUTO BILD 1/2008.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan
Mercedes kommt spät: Fast fünf Jahre nach dem X3 und knapp ein Jahr nach dem Tiguan. Doch es ist nicht zu spät. Der Anteil der Kompakt-SUV im Geländewagen-Segment soll bis 2012 von 63 auf 76 Prozent wachsen. Von diesem Kuchen wird der GLK ein ordentliches Stück abschneiden. Das steht fest. Denn erstens hat Daimler ein attraktives Modell auf die Räder gestellt. Zweitens trägt es den Stern im Grill. Das zieht noch immer. Vor allem für den X3 ist er ein starker Rivale.
Hier geht es zur Detroit-Sonderseite NAIAS 2008
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