Vergleich Porsche Cayman S/Nissan 370Z

Vergleich Porsche Cayman S/Nissan 370Z

— 23.06.2009

Auf Augenhöhe?

Das Z steht bei Nissan traditionell für Sport. Der 370Z soll alles besser können als sein Vorgänger: Er ist kürzer, breiter, stärker und leichter. Erster Fahrvergleich mit dem Porsche Cayman S PDK.

Cooler Sound, optisch eigenständig und attraktiv, günstiger Preis und ansprechende Fahrleistungen – klingt wie ein Steckbrief zum Nissan 350Z. Was in der Aufzählung fehlt: ausgeprägte Sportlichkeit. Und das aus gutem Grund, denn zu den heißesten Fahrmaschinen konnte man den 350Z bislang nicht zählen. "Nach den ersten Kurven wird klar: Der 350Z fühlt sich auf der Rennstrecke nur bedingt wohl." So lautete unser Urteil, als wir im November-Heft 2007 den Nissan 350Z zusammen mit dem Porsche Cayman S und dem BMW Z4 M Coupé auf die Rennstrecke schickten. Das könnte sich jetzt ändern, denn beim 350Z-Nachfolger 370Z blieb kaum eine Schraube bei der anderen, obwohl man das auf den ersten Blick nicht sieht. Was zunächst wie ein Facelift wirkt, ist bei genauerer Betrachtung ein großer Schritt, denn Nissan drehte an allen Stellschrauben, die man auf dem Weg zu einer ausgeprägteren Sportlichkeit bemühen kann.

Der 370Z ist 32 Kilo leichter und 18 PS stärker als sein Vorgänger

Der Porsche Cayman S setzt auf Mittelmotor und Heckantrieb.

Zunächst wurde das V6-Triebwerk von 3,5 auf 3,7 Liter aufgebohrt, eine variable Ventilsteuerung appliziert, der Abgasstrang vereinfacht – insgesamt wurden etwa 35 Prozent aller Motorteile neu konstruiert. So stieg die Leistung von 313 auf 331 PS, womit eine Verbesserung der Fahrleistungen und des Durchzugs einhergeht. Damit nicht genug: Gegenüber dem Vorgänger schrumpfte der 370Z um 65 Millimeter in der Länge, ebenso wurde der Radstand um 100 Millimeter reduziert, die Sitzposition um 10 Millimeter und die Motoraufhängung um 15 Millimeter abgesenkt. Gewachsen ist der bullige Z dagegen um 30 Millimeter in die Breite (Spur vorn: +15, hinten: +55 Millimeter). Alles Maßnahmen, die einem agileren Handling auf die Sprünge helfen können. Zu guter Letzt machte sich Nissan noch ans Abspecken: Die Verwendung von Aluminium für Türen, Motorhaube und Heckklappe senkte das Gewicht um 32 Kilogramm. Doch reicht das alles, um einem Porsche Cayman S Paroli zu bieten?

Das Leistungsgewicht der beiden Sportcoupés ist identisch

Zackig: Der 370Z trägt Bumerang-Heckleuchten und abfallende Dachpartie à la Nissan GTR.

Auf dem Papier liegen die beiden Kontrahenten im Wesentlichen nah beieinander: Bei der Literleistung hat der Porsche mit 93 PS/l leicht die Nase vorn (Nissan 90 PS/l), Gleichstand herrscht hingegen beim Leistungsgewicht (Basis: Leergewicht EG laut Werksangabe): Beide stehen mit 4,5 Kilogramm pro PS im Futter. Erster Sitzcheck im Nissan: Vertrautes Cockpit mit dem kippbaren Lenkrad, das gleichzeitig auch die Instrumente bewegt, die Sitze geben sich jetzt etwas verbindlicher im seitlichen Bereich. Neu sind der Startknopf rechts und der Schlitz für den Schlüssel links neben dem Lenkrad, der als Aufbewahrung für den Schlüssel dienen kann. Doch der 370Z startet "keyless", also ohne dass der (bartlose) Schlüssel ins Schloss gesteckt werden müsste. Ein weiterer neuer Schalter sitzt rechts neben dem Schalthebel. S-Mode steht drauf, dahinter verbirgt sich ein Novum bei Schaltgetrieben: Über Sensoren an Kupplung und Schalthebel erkennt die Elektronik, ob der Fahrer herunterschaltet. Falls ja, gibt das System automatisch Zwischengas, um die Drehzahl anzupassen. Das kann der Cayman S mit PDK (Porsche Doppelkupplung) auch und schaltet zudem schneller. Doch im Nissan mit dem Schaltgetriebe ist der Zwischengaseffekt spektakulärer, weil er auf eine Bewegung des Schalthebels und nicht der Steuerung eines erkennbar elektrifizierten Getriebes folgt.

Das Endergebnis des Tests und weitere Details gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen finden Sie als Download im Heftarchiv.

Autor: Ralf Kund

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