Vergleich Porsche Panamera gegen BMW 750i — 22.06.2009
Wer baut die beste Luxus-Limousine?
Luxus, Limousine und Porsche – passt das zusammen? Der erste Vergleich muss es jetzt zeigen: Panamera im Duell mit dem Luxus-7er von BMW. Hat er eine Siegeschance?
Panamera: nicht klassisch schön, aber aufregend anders
Doch ein Tag in Gegenwart des Panamera, und Zweifler werden zu Schwelgern. Er hat die Präsenz eines Exoten – nicht klassisch schön, aber breit, geduckt, aufregend anders. Und mit den untrüglichen Zügen eines Porsche. Ein Auto wie ein Kamelopard, ein bisschen von allem. Und entsprechend schwer einzuordnen. Wir entschieden uns beim ersten Abgleich für den 7er von BMW, die sportlichste unter Deutschlands Luxuslimousinen. Zum Basismodell Panamera S mit Heckantrieb, 4,8-Liter-V8 und 400 PS passt der 750i. Sein 4,4-Liter-Turbo-V8 bringt es auf 407 PS. Mindestens 93.670 Euro kostet so was mit dem adaptiven Fahrwerk ("Dynamic Drive"). Porsche verlangt 94.575 Euro, aber ohne die Leckerbissen. Mit PDK-Automatik, Luftfederung sowie "Sport Chrono Plus"-Paket (zusätzlicher Elektronikmodus mit betont sportlicher Abstimmung) – alles im Testwagen eingebaut – kommt der Spaß auf 101.131 Euro. Der übliche Porsche-Zuschlag eben.Das Ambiente ist typisch Porsche, aber exklusiver als gewohnt
Der Eindruck verstärkt sich beim Eintauchen ins Verkehrsgewühl. Unvermutet sanft wirkt er, gleitet dezent durch die Gänge, Lenkung und Bremse arbeiten weich und mit geringem Kraftaufwand. Und wenn Rot ist, schweigt er sogar gänzlich, dafür sorgt die Start-Stopp-Automatik. Sie ist mit dem Bremspedal gekoppelt – Fuß runter, und er springt wieder an. Ein Trick, der mit dem Doppelkupplungsgetriebe, nicht aber mit einer gewöhnlichen Vollautomatik funktioniert. Wir stechen auf die Autobahn. 400 PS sind schon eine mächtige Ansage, kämpfen allerdings auch mit knapp zwei Tonnen Gewicht. Gleichmäßig, mit zunehmendem Nachdruck dreht der Saugmotor hoch (maximal 6700/min), wird nun auch akustisch deutlicher. Er ist kein Stürmer, aber ein strammer Sprinter, Tempo 270 geht ihm erstaunlich leicht von der Hand, maximale 283 km/h sind möglich. Zugleich sorgt der extrem lang übersetzte siebte Gang für Gelassenheit: 3000 Touren genügen für knapp 200 km/h. Noch größer ist die Komfort-Überraschung: Der Panamera federt, als hätte ihn Porsche mit einer S-Klasse gekreuzt. Nur Querfugen bringen erhöhte Unruhe in den Vorderwagen.
Der BMW-V8 tritt satter an als das Porsche-Aggregat
Wie kompetent der Panamera die Komfortrolle spielt, belegt die Gegenprobe im BMW. Es sitzt sich höher, luftiger im 7er, die Übersicht ist besser, aber einen Platzvorteil bietet er nicht. Und komfortabler ist er auch nicht. Im Gegenteil: Kurze Bodenwellen überfordern seine Federung. Dann wird er bockig, egal in welchem Fahrwerkmodus (Sport, Normal oder Komfort). Noch etwas entspannter als im Porsche wirkt dagegen die Antriebsquelle: 600 Nm Drehmoment (Porsche: 500 Nm) lassen den BMW-V8 satter antreten. Und so sahnig säuselt sonst kein Achtzylinder. Aber wie steht es um die sportlichen Talente des Porsche? Wir verlassen die Autobahn, und die beiden Dickschiffe offenbaren sofort ihre angeborene Schwäche: Sie brauchen Platz, viel Platz. Vor allem der Panamera wirkt aus der Fahrerperspektive ungeheuer breit. Ist er auch, nämlich 1,93 Meter. Und damit noch drei Zentimeter breiter als der 7er. Gut, dass seine Lenkung so präzise ist, schön linear, feinfühliger und schneller als die des BMW. Sicher, ein 911 ist da noch deutlich direkter, aber das gehört sich ja so.Eindrucksvoll, wie willig dieser lange Lulatsch in die Kurven geht, wobei er sich im "Sport"- oder "Sport Plus"-Fahrprogramm bereitwillig mit dem Gaspedal nachhelfen lässt. Alles ohne Drama und ohne sich groß in den Federn zu wälzen, selbst ohne den aufpreispflichtigen Wankausgleich. Auch auf holpriger Piste liegt er bestens – ein Vorteil des tiefen Schwerpunkts und der gekonnten Abstimmung, die auch im Sportmodus noch genug Komfort bietet. Keine Frage: Der Panamera ist kein Elfer (logisch), aber er ist eindeutig der Porsche unter den Luxuslimousinen. Das unterstreicht der Wechsel in den BMW: Vorn fehlt ihm kurveneingangs der Grip, er leistet sich stärkere Karosseriebewegungen, und der Fahrer fühlt sich stärker vom Geschehen entkoppelt – kein schlechtes Auto, ganz klar. Aber eben auch kein Porsche.
| TECHNISCHE DATEN | |
|---|---|
| Porsche Panamera S PDK | BMW 750i |
| • V8, vorn längs • vier Ventile pro Zylinder • vier oben lieg. Nockenwellen • Hubraum 4806 cm3 • Leistung 294 kW (400 PS) bei 6500/min • max. Drehmoment 500 Nm bei 3500/min • Hinterradantrieb • Siebengang-PDK-Getriebe • Reifen vorne 245/50 ZR 18, hinten 275/45 ZR 18 • L/B/H 4970/1931/1418 mm • Tank 80 l • Kofferraum 445–1263 l • Verbrauch EU-Mix 10,8 l Super plus • CO2 253 g/km • Spitze 283 km/h • 0–100 km/h 5,4 s | • V8-Biturbo, vorn längs • vier Ventile pro Zylinder • vier oben liegende Nockenwellen • Hubraum 4395 cm3 • Leistung 300 kW (407 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment 600 Nm bei 1750/min • Hinterradantrieb • Sechsstufenautomatik • Reifen 245/50 R 18 Y • L/B/H 5072/1902/1479 mm • Tank 82 l • Kofferraum 500 l • Verbrauch EU-Mix 11,4 l Super plus • CO2 266 g/km • Spitze 250 km/h • 0–100 km/h 5,2 s |
| Preis: ab 98.086 Euro | Preis: ab 90.000 Euro |
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Kommentare zum Artikel (22)
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Es ist doch müßig darüber zu diskutieren ob der Porsche nun hübsch oder hässlich ist, ob er besser oder schlechter als ein BMW, Mercedes oder Audi ist. Derjenige der sich so ein Auto leisten kann, kauft es sich weil er es haben will. Der liest auch vorher bestimmt keine AutoBild. ;-)
porsche stand mal für was. seit der cayenne auf dem markt ist, ist die marke für mich nicht mehr das was sie einmal war. stilvolle sportwagen - damit verbinde ich den namen porsche. diese peinlichen nebentritte sind einfach nur designsünden...
Ich verstehe die Aufregung über den Panamera nicht . Wenn man Scheinwerfer und Rückleuchten abdeckt kommt mir (als Phaeton-Fahrer) das ganze unheimlich bekannt vor... nur hieß es vor gut 10 Jahren noch Concept D und wurde bei VW verworfen...
@catchmyshadow&t5t5: Wo es diese "Staatsmänner" gibt:)? Es gibt mehr als jemals zuvor,.. Russland war vor kurzem das Land mit den meisten Millionären, in China u. Indien (Hälfte der Bevölkerung) wütet der Turbo-Kapitalismus. Beides Länder in denen mit Erfolg geprotzt wird. Der Cayenne ist für diese Länder besser ausgelegt als für Deutschland. Er verzeiht üble Strassenkondit. ,hat viel Platz u. ist das ideale Protz-VonObenHerab-Fahrzeug. Der PoPa ist das Gegenteil, das ideale Deutschland Fahrzeug. Hat Platz, ist schnell, hat den besseren Verbrauch und wirkt nicht so protzig.
@catchmyshadow&t5t5: Wo es diese "Staatsmänner" gibt:)? Es gibt mehr als jemals zuvor,.. Russland war vor kurzem das Land mit den meisten Millionären, in China u. Indien (Hälfte der Bevölkerung) wütet der Turbo-Kapitalismus. Beides Länder in denen mit Erfolg geprotzt wird. Der Cayenne ist für diese Länder besser ausgelegt als für Deutschland. Er verzeiht üble Strassenkondit. ,hat viel Platz u. ist das ideale Protz-VonObenHerab-Fahrzeug. Der PoPa ist das Gegenteil, das ideale Deutschland Fahrzeug. Hat Platz, ist schnell, hat den besseren Verbrauch und wirkt nicht so protzig.