Vergleich Porsche Panamera S/Mercedes S 500/BMW 750i — 28.10.2009
Ist der Panamera reif für die Elite?
Zutritt in die First-Class der Luxuslimousinen erhält nicht jeder – schon gar nicht im Sportanzug. Der Porsche Panamera S probiert es trotzdem. Wird für ihn der Dresscode glockert? Ein Vergleich mit Mercedes S 500 und BMW 750i.
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Leider ist der Porsche viel unübersichtlicher. Die Hilfe von Piepsern (hinten Serie) nimmt man daher noch dankbarer an als in S-Klasse und 7er – und ärgert sich schwarz, wenn man bei einem Kaufpreis von über 100.000 Euro ausgerechnet an den 1130 Euro für die Rückfahrkamera gespart hat. Mag der Aufnahmeausschuss des noblen Limousinenzirkels auch mit dem sportiven Design hadern: Der edle Innenraum des Porsche lässt nicht den geringsten Zweifel, dass seinem Mitgliedsantrag stattgegeben werden muss. Wo S-Klasse- und 7er-Kapitäne vor recht klobigen Kommandobrücken thronen, schlüpft der Panamera-Pilot in eine körpernah geschnittene Sitznische. Fahrer und Sozia trennt ein breiter Mitteltunnel, ebenso die Passagiere in der zweiten Reihe. Das fördert zwar nicht unbedingt die zwischenmenschliche Nähe, wirkt aber exklusiv und edel – genau wie die verbauten Materialien. Das sportliche Arrangement hat allerdings auch Nachteile.
In Sachen Komfort und Platzangebot ist der Mercedes der Maßstab
Kräftige Staturen fühlen sich im BMW und im Mercedes wohler. Besonders die vielfach verstellbaren Multikontursessel der S-Klasse (2023 Euro) sind für füllige Fahrer ein wohltuender Kontrast zu den vergleichsweise engen, harten Porsche-Schalen. Und während wir Daimler und BMW bei geöffnetem Wagenschlag beinahe aufrechten Hauptes betreten können, muss man beim Porsche in Büßerhaltung unterm flachen Dachholm durchkriechen. Sportlich, sportlich – aber man wird ja nicht jünger ... Die Knopfwüste im Panamera-Cockpit weckt Spieltrieb und Entdeckergeist, doch vieles ist Schnickschnack. Die Spoilertaste beispielsweise. Alles Wichtige erledigt man mit ein paar Fingertipps auf dem Berührungsbildschirm. Beim Fahren erfordern die kleinen Touch-Felder jedoch mehr Konzentration als die Benutzeroberflächen der anderen. Mercedes- und BMW-Besitzer klicken sich mit silbrigen Dreh-Drück-Knöpfen durch die Menüs der Multimediawelt – was mit dem iDrive im 7er inzwischen ähnlich gut gelingt wie mit dem ausgereiften S-Klasse-Comand-System.Der Mercedes-Achtzylinder kuschelt so innig mit der Siebenstufenautomatik, dass die Möglichkeit, ihr mit Lenkradwippen ins Handwerk zu pfuschen, eher überflüssig erscheint. Sportlichen Ehrgeiz weckt das Dickschiff ohnehin nicht. Sein Metier ist zügiges Gleiten. Der stahlgefederte 7er wirkt straffer, nicht so sänftenhaft wie die auf Luftpolstern dahinschwebende S-Klasse, erlaubt einen intensiveren Informationsaustausch zwischen Pilot und Piste, zeigt beim Federn aber weniger Zartgefühl. Auch der Porsche ist kein Softie, bügelt mit den aufpreispflichtigen Luftbälgen (1952 Euro) lange Wellen aber durchaus geschmeidig glatt. Nur auf kurze Stöße, über die der Mercedes großzügig hinwegsieht, reagiert er rustikaler. Und auch die Abrollgeräusche sind im Panamera deutlich lauter als in BMW und S-Klasse. Das Doppelkupplungsgetriebe (PDK) schaltet manchmal etwas ungehobelt; beim Losfahren an der Ampel wirkt seine Start-Stopp-Funktion zudem verschlafen.
7er und S-Klasse bieten ihr Temperament beiläufiger dar als der Porsche
Das wiegt umso schwerer, als auch die Dosierbarkeit des Gaspedals zu wünschen übrig lässt: Zaghaftes Streicheln bleibt zunächst ohne Reaktion. Tritt man etwas fester drauf, dann macht der Panamera plötzlich einen Satz. Was Tempo angeht, nimmt ihm keiner die Butter vom Brot. Passend zur alten Ferry-Porsche-Regel "Wenn man drauftritt, muss er schießen", beherrscht der Zuffenhausener V8 die Disziplin der ansatzlosen Leistungsexplosion – wenn auch erst nach einer PDK-Gedenksekunde oder im Sport-Plus-Menü bei künstlich hochgehaltener Drehzahl. Mercedes und BMW bieten ihr fast ebenbürtiges Temperament beiläufiger dar. Understatement ist garantiert nicht die größte Stärke des Panamera.Weitere Details zu Panamera, S-Klasse und 7er finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
| Fahrzeugdaten | BMW | Mercedes | Porsche |
|---|---|---|---|
| Motor | V8, Biturbo, vorn längs | V8, vorn längs | V8, vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette | Kette |
| Hubraum | 4395 cm³ | 5461 cm³ | 4806 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 300 (407)/5500 | 285 (388)/6000 | 294 (400)/6500 |
| Nm bei 1/min | 600/1750 | 530/2800 | 500/3500 |
| Vmax | 250 km/h | 250 km/h | 283 km/h |
| Getriebe | 6-Stufen-Automatik | 7-Stufen-Automatik | 7-Gang-PDK* |
| Antrieb | Hinterradantrieb | Hinterradantrieb | Hinterradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 245/45–275/40 R 19 Y | 255/40–275/40 R19 Y | 255/45–285/40 R19 Y |
| Radgröße | 8,5–9,5 x 19" | 8,5–9,5 x 19" | 9–10 x 19" |
| Abgas CO2 | 266 g/km | 262 g/km | 253 g/km |
| Verbrauch** | 16,4/8,5/11,4 l | 16,7/8,1/11,2 l | 16,0/7,9/10,8 l |
| Tankinhalt | 82 l/Super plus | 90 l/Super | 80 l/Super plus |
| Vorbeifahrgeräusch | 72 dB (A) | 74 dB (A) | 74 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 2100/750 kg | 2100/750 kg | 2200/750 kg |
| Kofferraumvolumen | 500 l | 560 l | 445–1263 l |
| *Doppelkupplungsgetriebe; **innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km | |||
| Messwerte | BMW | Mercedes | Porsche |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung | |||
| 0–50 km/h | 2,5 s | 2,6 s | 2,2 s |
| 0–100 km/h | 6,0 s | 6,0 s | 5,5 s |
| 0–130 km/h | 8,9 s | 9,2 s | 8,3 s |
| Zwischenspurt | |||
| 60–100 km/h | 2,8 s | 2,9 s | 2,8 s |
| 80–120 km/h | 3,5 s | 3,6 s | 3,3 s |
| Leergewicht/Zuladung | 2090/485 kg | 1986/574 kg | 1918/487 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 52/48 % | 54/46 % | 53/47 % |
| Wendekreis links/rechts | 12,1/12,9 m | 11,7/11,9 m | 11,9/11,6 m |
| Bremsweg | |||
| aus 100 km/h kalt | 36,4 m | 35,6 m | 34,0 m |
| aus 100 km/h warm | 36,2 m | 35,5 m | 34,3 m |
| Innengeräusch | |||
| bei 50 km/h | 52 dB (A) | 54 dB (A) | 56 dB (A) |
| bei 100 km/h | 62 dB (A) | 63 dB (A) | 64 dB (A) |
| bei 130 km/h | 67 dB (A) | 67 dB (A) | 72 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 13,3 l SP – 315 g/km | 12,5 l S – 296 g/km | 13,1 l SP – 310 g/km |
| Reichweite | 610 km | 710 km | 600 km |
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Kommentare zum Artikel (35)
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Zitat über S-Klasse:
"Wer oft Wertsachen transportiert, erhält für 154Euro ein besonders geschütztes Schloss".
Ist das ein Witz? Den Käufer einer neuen S-Klasse, der nicht mit Wertgegenständen im Kofferraum unterweghs ist, möchte ich sehen.
Panamera & Cayenne sind keine Porsche. Unter dem Deckel von VW wird dann wohl bald noch der Kleinwagenmarkt erobert.
* Cayenne
@snowin: das hab ich mir auch gerade gedacht. Von Audi weit und breit nichts zu lesen und nicht mal im Test dabei und trotzdem kommen die BMW Fanboys und geben ihren Senf dazu.
Ich liebe diese Kommentare.:-D
Ansonsten geile Autos. Vom BMW bin ich etwas entäuscht. Ich dachte er hätte der S-Klasse den Rang abgelaufen. Zumal die S-Klasse auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat.
besitze 330i cabrio und den cls diesel also kein bmw und mercedes gegner.
aber tauscht mal den grill und die lichter und ihr habt das gleiche auto :( langweile pur
ich bin anfang 20 aber in den 70er 80er 90er konnten die beiden 7er und s-klasse immer mit ihren stärken glänzen und sehr stark voneinander unterscheiden oder tauscht mal den grill und die lichter bei 5er e-klasse und a6 sehr peinlich oder nicht ??????
Der Benz ist ein verdienter, würdiger Sieger! - Aber sagen Sie mal: Wer nutzt einen solchen Porsche, um zum "Baumarkt" zu fahren?