Vergleich Skoda gegen VW — 18.12.2009
Skoda erobert neues Gelände
Der erste Geländegänger aus Tschechien zeigt erneut: VW hat die Bestseller – und Skoda immer öfter die besseren Kopien. Der Yeti hat im Vergleich mit dem Tiguan das Zeug zum neuen Volks-SUV. Und wie sieht es in den anderen Klassen aus?
Die Optik des Skoda Yeti ist weniger verspielt als die des Tiguan
Aber der Reihe nach: Attraktiv sieht er aus, der Herausforderer. Mit riesigen Nebelleuchten blickt der Yeti auffällig auf die Straße. Seine kantige Karosserie mit senkrechtem Heck macht ihn zu einer Mischung aus Land Rover Freelander und dem nur in den USA erhältlichen Honda Element. Dagegen wirkt der Tiguan mit seinen Rundungen und Sicken verspielter, weicher und weniger entschlossen. Die in dicke Blechrahmen eingefassten Seitenfenster geben dem ersten Skoda-SUV den Charme eines rollenden Tresors. Gute Arbeit, Josef Kuban. So heißt der slowakische Yeti-Designer, und der war immerhin maßgeblich am Audi A4 und Bugatti Veyron beteiligt. Innen gibt sich der Yeti wie sein großer Bruder Superb überraschend hochwertig. Der hohe Einstieg und die großen Sitze sind sehr bequem. Oberflächen, Schalter, Hebel, Lenkrad – VW-Niveau. Anders als im Tiguan liegen die Instrumente in tiefen Tunnelröhren. Hinter dem Lenkrad präsentiert sich der Yeti luftig; luftiger jedenfalls als der Volkswagen, der seine Passagiere durch die hohe Schulterlinie und klotzige Mittelkonsole einmauert.
Die größere Tiguan-Maschine hat mehr Arbeit mit dem schwereren SUV
Auch beim Innenraumkonzept sticht der Yeti seinen erfolgreichen Widersacher aus – die Rückbank stammt aus dem Roomster. Die drei Sitze sind nicht nur verschiebbar, sondern auch spielerisch leicht einzeln her auszunehmen. Das macht den Skoda viel flexibler und schafft bis zu 1760 Liter Stauvolumen – 250 Liter mehr als im Tiguan. Genauso souverän geht es während der Fahrt weiter. Mit dem direkteinspritzenden 160-PS-Turbo-Benziner ist der 1,5-Tonner ideal motorisiert. Kraftvoll und leise legt er an Tempo zu. Da kriegt der Tiguan 2.0 TSI schnell einen roten Kopf. Trotz des größeren Hubraums muss der Turbomotor sich mehr anstrengen. Zwar ist der VW zehn PS stärker, aber dafür rund 150 Kilo schwerer. Außerdem erfüllt bei den Benzinern bislang nur der 150-PS-Tiguan die EU-5-Schadstoffnorm. Bei Skoda schaffen das nach Verkaufsstart im Juli 2009 alle Yeti-Modelle.Hinzu kommt: Schnelle Richtungswechsel bringen den VW mehr ins Wanken, während der Yeti enge Kurven so gelenkig durcheilt, wie man es von einem Sports Utility Vehicle eigentlich erwarten sollte. In beiden Modellen arbeiten die Sechsgang- Getriebe leicht hakelig. Zum Glück wird es die Yeti- Benzinmodelle auch mit dem Siebengang-DSG geben. Tiguan-Käufer können nur die Sechsstufen-Wandlerautomatik ordern. Beim Abrollkomfort zeigt der VW indes mehr Geschmeidigkeit. Zumindest wenn er wie der Testwagen mit optionaler Dämpferregelung DCC (1025 Euro) ausgerüstet ist. Auf schlechten Straßen federt der Yeti deshalb straffer und manchmal auch ruppig, insgesamt zeigt er aber einen gelungenen Kompromiss aus Komfort und Fahrpräzision.
Weitere Details zu diesem Vergleich sowie vier weitere Marken-Duelle zwischen Skoda und VW (Fabia/Polo, Roomster/Caddy Life, Octavia/Golf und Superb/Passat) finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Tabellen und technischen Daten gibt es als Download im Heftarchiv.


































