Vergleich Skoda Yeti gegen Nissan Qashqai

Vergleich Skoda Yeti vs. Nissan Qashqai

— 07.09.2009

Die Aufsteiger

Hoch sitzen, schick Auto fahren – Typen wie der Nissan Qashqai liegen voll im Trend. Mit dem Skoda Yeti bekommt er harte Konkurrenz. Im Test treten beide Kontrahenten mit Allrad und spritzigen Benzinern gegeneinander an.

Was sind das nur für Typen? Keine Kompakten, keine SUV, aber doch trendy und gut angezogen. Es gibt keinen Gattungsbegriff für Autos wie den Nissan Qashqai, der seit Anfang 2007 zu den Aufsteigern der Verkaufsstatistik zählt. Doch im vergangenen Jahr griffen 15.262 deutsche Kunden zu – und sie schätzen vor allem zwei seiner Charaktereigenschaften: So ein Qashqai ist nicht viel teurer, aber individueller als die Golf-Massenware. Und er bietet eine hohe Sitzposition, wie sie von vielen als angenehm empfunden wird. Ein echter Trendsetter also, der in seiner jungen Klasse einen harten Gegner bekommt: Der Skoda Yeti stellt sich als Benziner (1.8 TSI 4x4 Ambition) zum Vergleich mit dem Qashqai 2.0 4x4 Acenta. Allrad und kein Diesel? Na klar, wer nicht mehr als die durchschnittlichen 12.000 Kilometer pro Jahr fährt, sollte bei diesen Spaß-Autos mit den spritzigen Benzinern rechnen. Denn beide summen das Lied vom laufruhigen und gut schallgedämmten Vierzylinder. Der Wind streicht sanft über die Fensterholme, nur bei schneller Fahrt werden im Yeti Windgeräusche laut.

Mehr zu Qashqai und Yeti ? Zur Qashqai-Seite und zur Yeti-Seite

Technisch betrachtet ist der Skoda-Motor eine Generation jünger: 1,8-Liter-Benziner mit 160 PS, also kleinerer Hubraum und sparsame Direkteinspritzung, gegen Nissans 2,0-Liter mit Saugrohreinspritzung und 141 PS. So bummelt der Yeti im fünften Gang sparsam durch die Stadt, der sechste kann schon ab 60 eingelegt bleiben. Der Qashqai-Motor ist bei der Dynamik fühl- und messbar unterlegen, kann nicht ganz so schaltfaul behandelt werden (siehe Messwerte übernächste Seite). Natürlich sind die Benziner durstiger als die Diesel, wobei der Testverbrauch von 8,8 bis neun Liter Super für Allradler durchaus im Rahmen bleibt und sich mit ruhigem Gasfuß leicht unterbieten lässt. Aber was taugen die Aufsteiger im Alltag?

Beim Fahrkomfort schwächeln die trendigen Typen

Mit seinem Zweiliter-Sauger ist der Qashqai behäbiger als der Yeti. Der Verbrauch ist mit 8,8 Litern aber akzeptabel.

Eine Menge. Der Einstieg fällt leichter, innen verbreiten sie ein besseres Raumgefühl als Kompakte. Auch der Kofferraum bietet mehr Platz, Sitze und Ausstattung erreichen längst Kombi-Format. Beim Fahrkomfort allerdings schwächeln die trendigen Typen. Kleine Stöße schluckt die gute Dämpfung des Nissan noch akzeptabel, doch bei langen Wellen kommt die Federung an ihre Grenzen. Der Yeti fährt strenger und straffer, dafür flitzt er dank leichter und präziser Lenkung wie ein Wiesel um die Ecken, das ESP lässt in schnellen Kurven das Hinterteil ein wenig zu weit herausschwenken. Kurzum: ganz schön kess. Der Qashqai hingegen bremst Temperamentsbolzen ein. Seine Lenkung arbeitet teigig und gefühllos, im Grenzbereich aber fängt das ESP sicher ab.

Wagen wir einen kurzen Ausflug ins Gelände. Der permanente Allradantrieb des Yeti (Haldex-System der vierten Generation) bremst durchdrehende Räder blitzartig ab, der Skoda ackert sich bei Bedarf durch schwerstes Gelände. Der Qashqai fährt normalerweise mit Frontantrieb (Schaltknopf auf "2WD"). In Stellung "Auto" leiten Sensoren die Kraft bei Bedarf an die Hinterräder, in Stellung "Lock" wird sie je zur Hälfte an beide Achsen verteilt. Funktioniert gut, der Yeti kann's unterm Strich aber etwas besser. Doch zum 4x4 gehört auch das Einmaleins der Preislisten. Da steht der Qashqai mit besserer Ausstattung um 1460 Euro billiger da. Außer man wartet auf den Yeti mit Frontantrieb – dieser nächste Aufsteiger-Typ kommt bestimmt.
FAHRZEUGDATEN NISSAN SKODA
Motor Bauart/Zylinder/Einbaulage Vierzylinder, vorn quer Vierzylinder, Turbo, vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Kette Kette
Hubraum 1997 cm³ 1798 cm³
kW (PS) bei U/min 104 (141)/6000 118 (160)/4500
Nm bei U/min 196/4800 250/1500
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h 200 km/h
Getriebe 6-Gang manuell 6-Gang manuell
Antrieb Vorderradantrieb, Heck zuschaltbar Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 215/60 R 17 H 225/50 R 17 W
Radgröße 6,5 x 17'' 7 x 17''
Abgas CO2 199 g/km 189 g/km
Verbrauch* 11,0/6,9/8,4 l 10,1/6,9/8,0 l
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 65 l/Super 60 l/Super
Vorbeifahrgeräusch 71 dB (A) 74 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 1400/740 kg 1600/650 kg
Kofferraumvolumen 410–1513 l 405–1760 l
*innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km
MESSWERTE NISSAN SKODA
Beschleunigung 0–50 km/h 3,6 s 2,7 s
0–100 km/h 10,6 s 8,5 s
0–130 km/h 17,9 s 14,6 s
Elastizität 60–100 km/h 9,6 s (4. Gang) 7,7 s (4. Gang)
80–120 km/h 18,3 s (6. Gang) 15,0 s (6. Gang)
Leergewicht/Zuladung 1498/462 kg 1562/503 kg
Gewichtsverteilung v./h. 58/42 % 58/42 %
Wendekreis links/rechts 11,1/11,2 m 10,5/10,5 m
Bremsweg aus 100 km/h kalt 37,4 m 38,4 m
aus 100 km/h warm 36,7 m 37,7 m
Innengeräusch bei 50 km/h 60 dB (A) 60 dB (A)
bei 100 km/h 66 dB (A) 66 dB (A)
bei 130 km/h 70 dB (A) 69 dB (A)
Testverbrauch – CO2 8,8 l – 209 g/km 9,0 l – 213 g/km
Reichweite 740 km 660 km
PREISE/AUSSTATTUNG NISSAN SKODA
Modell Qashqai 2.0 4x4 Acenta Yeti 1.8 TSI 4x4 Ambition
Airbags Fahrer/Beif./Seiten vorn S/S/S S/S/S
Automatikgetriebe 1500 Euro N
Klimaanlage/-automatik N/S S/470
Radio mit CD-Player S S
Metalliclack 490 Euro 470 Euro
Preis (wird bewertet) 25.090 Euro 26.550 Euro*
S = Serie, N = nicht lieferbar; *Grundpreis inklusive 17''-Bereifung für 260 Euro
Diether Rodatz

Diether Rodatz

Fazit

Kaum zu glauben, aber wieder hat Skoda mit dem Yeti ein Ass im Ärmel. Wobei der Qashqai sich nicht zu verstecken braucht. Vor allem optisch macht er die etwas schlankere Figur – in dieser trendigen Klasse ist das Äußere ja ein wichtiger Kaufgrund. Ich prophezeie beiden Allradlern einen weiterhin flotten Aufstieg. Dem Qashqai, weil er mit dem günstigeren Neupreis lockt. Und dem Yeti, weil er den Geschmack vieler Autokäufer trifft. Auch der jüngeren. So könnte er eine Karriere als günstigerer Tiguan-Ersatz machen.

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