Vergleich Toyota Verso/ Renault Grand Scénic/VW Touran — 02.10.2009
Grand Scénic schlägt den Touran
Toyota Verso, Renault Grand Scénic und VW Touran wecken mit ihren starken Dieseln den Rennfahrer im Papa. Weil auch Pampers-Bomber richtig fix können. Schwere Gegner für den VW Touran.
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Vorn ist der Verso einen Hauch enger als die Konkurrenten, hinten dafür ein Riese. Als Einziger hat er sieben Sitze an Bord (Serie ab Life). In der dritten Reihe bleibt allerdings nur Platz für Rike und Matti, nicht für Vati oder Mutti. Die drei Einzelsitze in der zweiten Reihe lassen sich verschieben und zusammenklappen, dann entsteht eine ebene Ladefläche. Ausbauen geht nicht – trotzdem sehr praktisch. Der VW, im Auftritt eher dezent wie der Toyota, fährt passend zum starken Diesel als R-Line vor: mit 18-Zöllern und Sportfahrwerk. Das steht ihm gut, schließlich ist dieser Typ nicht mehr ganz taufrisch. Besonders innen fällt das auf: Hier dominiert graue Sachlichkeit, stilistische Experimente gibt es woanders.
Im VW Touran gibt's ordentlich Platz
Die ausgeprägte Kastenform hat zumindest einen Vorteil: Die Passagiere genießen ein großzügiges Raumgefühl – trotzdem haben Renault und besonders Toyota im Fond mehr Platz, vor allem für lange Beine. Serienmäßig hat der Touran drei Einzelsitze in der zweiten Reihe (zwei Extra-Plätze in der dritten Reihe kosten 700 Euro extra). Basteln wir mal ein bisschen: Verschieben, Klappen, Ausbauen – kein Vergnügen, aber machbar für den Heimwerker. Genau wie die Aufgabe, den Mittelsitz auszubauen und die beiden äußeren nach innen zu versetzen – dann sitzt man richtig bequem. Denn Erwachsene sitzen auf den zierlichen Sitzen so ungemütlich wie auf Kindermöbeln – das ist im Toyota und im Renault übrigens genauso.
Der Renault Grand Scénic sieht trendy aus
Im kastigen Van-Einerlei fällt der Grand Scénic angenehm auf. Edel schimmerndes Metallic-Braun, weiche Linien und die hochgezogene Leuchten zaubern einen Schuss Eleganz in die Nutzwertigkeit dieser Klasse. Das gilt auch fürs elegant geschwungene Cockpit. Ja, futuristische Digitalanzeigen sind nicht jedermanns Sache, doch hier sehen sie richtig gut und trendig aus. Das hebt die Stimmung, vor allem aber bietet der Renault viel Platz sowie zahllose Staufächer für Kleinkram. Die Sitze sind weich gepolstert und vor allem vorn bequem. Wie der VW hat der Renault hinten drei verschieb-, klapp- und ausbaubare Einzelsitze, zwei weitere für ganz hinten gibt es für 700 Euro. Mit 160 PS steht der Renault auf dem Papier als Schwächster da.
Der Diesel des Grand Scénic zieht gut durch
Macht nichts. Denn dieser Zweiliter-Diesel ist einer von der erfreulichen Sorte: leise, laufruhig und durchzugsstark. Der Scénic fährt jetzt präziser und handlicher als je zuvor – auch wenn er an das agile Wesen des Touran nicht herankommt. Schnelle Kurven nimmt er mit einer gewissen Nachlässigkeit, die Lenkung wirkt im Vergleich immer noch künstlich. Gerade das kann der Touran mit seiner zielgenauen Lenkung besser. Der VW spielt bei Papis Lustfahrten aber auch den Vorteil seines Sportfahrwerks und der 18-Zöller aus. Damit federt er zwar straff, aber kurz und trocken, nicht unangenehm. Das Ergebnis: für einen Van ungewöhnlich flinkes Handling. Vorsicht, wenn der Familienvater daran Freude findet, locker durch die Kurven flitzt und die Kinder grün im Gesicht werden...
Immer noch Pumpe-Düse-Technik im VW
Eine ganz andere Überraschung steckt unter der Haube des Klassenvorbilds. Dort poltert, kaum zu glauben, tatsächlich noch ein Pumpe-Düse-TDI. Zugegeben, der 170-PS-Zweiliter geht heftig zur Sache – aber vergleichsweise ungestüm und unkultiviert. Ab mittleren Touren dröhnt der alte Diesel, ein moderner Common-Rail-Motor kommt wohl erst 2010. Wie es besser geht, zeigt der Toyota. Sein kräftiger 2,2-Liter mit 177 PS hat Temperament und Leistung, läuft dazu weich und geschmeidig. Harmonisch arbeitet auch die Federung, keiner rollt in diesem Vergleich komfortabler ab. Weniger Grund zur Freude bietet die diffuse, gefühllose Lenkung. Der Verso fährt sich gerade im Vergleich mit dem VW etwas schwerfälliger und zögerlicher, aber immer noch brav und sicher.
Die japanische Preispolitik ist ärgerlich
Für den siebensitzigen Verso Life verlangt Toyota 28.500 Euro. Ärgerlich die typisch japanische Preispolitik: Wer etwa nur die Sitzheizung möchte, muss gleich den "Executive" nehmen – und der kostet satte 3150 Euro mehr. Am Diesel stört uns das sehr kurze Wartungsintervall (15.000 Kilometer). Mit einem Preis von 26.000 Euro kostet der Renault am wenigsten – und das bei der umfassenden Dynamique-Ausstattung, samt Klimaanlage, CD-Radio, 17-Zoll-Alus, Tempomat und vielem mehr. Die Versicherung langt ähnlich herzhaft zu wie bei VW, dafür spart das Werkstattintervall von 30.000 Kilometern Geld. Allerdings prophezeien unsere Experten einen hohen Wertverlust.
Der Touran ist grundsätzlich teuer
Der VW steht als R-Line mit 34.050 Euro in der Liste – mal eben 8000 Euro teurer als der Renault. Die Ausstattung bietet eine Menge, von 18-Zöllern und Sportfahrwerk bis Radio-Navi RNS 310, CD-Wechsler und vielen Nettigkeiten. Ganz schön, aber so ein Luxus-Sportschiff möchte nicht jeder. Das Problem liegt woanders: Der Touran ist grundsätzlich teuer. Denn den 170-PS-TDI gibt es eben erst ab Highline, das sind schon mal mindestens 31 800 Euro. Im Vergleich immer noch viel zu viel (bei unveränderter Gesamtpunktzahl). Auch das wäre fast ein Grund zum Durchdrehen. Aber nicht vor Freude ...
| Fahrzeugdaten | Toyota Verso | Renault Grand Scénic | VW Touran |
|---|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, Turbo | Vierzylinder, Turbo | Vierzylinder, Turbo |
| Ventile/ Nockenwellen | 4 pro Zylinder/ 2 | 4 pro Zylinder/ 2 | 4 pro Zylinder/ 2 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette | Zahnriemen |
| Hubraum | 2231 ccm | 1995 ccm | 1968 ccm |
| kW (PS) bei U/min | 130 (177)/ 3600 | 118 (160)/ 3750 | 125 (170)/ 4200 |
| Nm bei U/min | 400/ 2000 | 380/ 1750 | 350/ 1750 |
| Vmax | 210 km/h | 205 km/h | 214 km/h |
| Getriebe | Sechsgang manuell | Sechsgang manuell | Sechsgang manuell |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen (vorne/ hinten) | Scheiben/ Scheiben | Scheiben/ Scheiben | Scheiben/ Scheiben |
| Testwagenbereifung | 215/55 R 17 W | 225/50 R 17 V | 225/40 R 18 Y |
| Radgröße | 7x17" | 7x17" | 7,5x18" |
| CO2-Emission | 159 g/km | 173 g/km | 174 g/km |
| Verbrauch innerorts/ außerorts/ gesamt auf 100 km | 7,4/ 5,2/ 6,0 l | 8,3/ 5,6/ 6,6 l | 8,5/ 5,6/ 6,6 l |
| Tankinhalt/ Kraftstoffsorte | 55 l/ Diesel | 60 l/ Diesel | 60 l/ Diesel |
| Anhängelast gebr./ ungebr. | 1300/ 450 kg | 1300/ 750 kg | 1600/ 750 kg |
| Kofferraumvolumen | 607-1696 l | 678-2083 l | 695-1989 l |
| Messwerte | Toyota Verso | Renault Grand Scénic | VW Touran |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung 0-50 km/h | 3,2 s | 3,3 s | 3,5 s |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 9,3 s | 9,5 s | 9,2 s |
| Beschleunigung 0-130 km/h | 14,8 s | 16,2 s | 15,0 s |
| Elastizität 60-100 km/h | 6,0 s (4. Gang) | 5,8 s (4. Gang) | 6,5 s (4. Gang) |
| Elastizität 80-120 km/h | 12,7 s (6.Gang) | 10,8 s (6. Gang) | 12,5 s (6. Gang) |
| Leergewicht/ Zuladung | 1624/ 636 kg | 1654/ 597 kg | 1612/ 598 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 64/ 36 % | 63/ 37 % | 60/ 40 % |
| Wendekreis links/ rechts | 11,9/ 12,2 m | 11,4/ 11,5 m | 11,2/ 11,2 m |
| Bremsweg (aus 100 km/h kalt) | 36,0 m | 37,1 m | 36,8 m |
| Bremsweg (aus 100 km/h warm) | 35,5 m | 36,5 m | 37,0 m |
| Innengeräusch bei 50 km/h | 58 dB (A) | 58 dB (A) | 59 dB (A) |
| Innengeräusch bei 100 km/h | 68 dB (A) | 68 dB (A) | 68 dB (A) |
| Innengeräusch bei 130 km/h | 72 dB (A) | 71 dB (A) | 72 dB (A) |
| Testverbrauch | 7,4 l Diesel | 7,0 l Diesel | 7,1 l Diesel |
| Co2-Emission | 196 g/ km | 186 g/ km | 188 g/ km |
| Reichweite | 740 km | 860 km | 840 km |
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Kommentare zum Artikel (67)
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Ich habe heute gerade den Test gelesen.
Ich fahre seit seit August 2007 den Touran mit 104PS und und DSF davor habe ich 5 Renault Espace gefahren. Davon waren die ersten drei hervorragend. Nur die letzten zwei waren eine Katastrophe.
Das einzige was ich bis heute hatte war, dass die Vorderreifen ( Ganzjahresreifen )bei 55000km gewechselt werden musste. Die hinteren Reifen sind noch immer vollkommen in Ordnung.
Das einzige was ich nicht verstehe ist der hohe Spritverbrauch bei Ihren Testen. Ich verbrauche im Durchschnitt 6,0 l bei überwiegend Kurzstreckenverkehr mitder Automatik
für mich gibt es nurein gewinner TOYOTA
ich hatte mal ne sharan und 160.000 totalschaden begründung , war: die 2 zylinder arbeiten nicht mehr
dann hab ich sharan verkauft und einen escape gekauft alle 2 monate werkstatt typisch renault elektronik hab mit 20.000 km verkauft
dann hab ich ne avennsis verso gekauft und mittlere weile hab ich 320.000 km
technik passt nicht wie bei VW
elektronik passt nicht wie renault
also noch fragen????
mein 1. auto war ein Renault 19 Ez94 und auch der lief bis zum ende ohne probleme abgegeben hatte ich ihn mit 210.000km aufgrund eines unfalles. das ABS was renault verbaut wird von der firma Bosch hergestelt was ja eine deutsche firma ist.
ich finde diese tests eh sehr fragwürdig da wird VW meistens hochgelobt obwohl ein anderes auto besser wäre
Also zu dem thema VW Motoren laufen weit über die 300.000km kann ich nur sagen ich hatte mal einen VW-Golf 3 bj96 und bei 170.000km hatte ich einen motorschaden aufgrund eines materialfehlers also 1 mal vw und nie wieder.
Fahre jezt einen Renault Megane II bj05 und habe bisher keineauserplanmäßigen stops in der Werkstatt gehabt und die verarbeitung kann mit nem Golf 4/5 mithalten.
4. Deutschland ist eine Exportnation. Nur wenn es anderen Ländern gut geht, geht es auch unserer Autoindustrie gut. Importe zu kaufen, kann auf Umwegen somit wieder zum Verkauf deutscher Autos führen.
5. Wir sind Europa.