Test VW Passat/Subaru Outback

VW Passat Variant 2.0 TDI 4Motion / Subaru Outback 2.0D VW Passat Variant 2.0 TDI 4Motion / Subaru Outback 2.0D

Vergleich VW Passat Variant 2.0 TDI 4Motion/Subaru Outback 2.0D

— 14.04.2008

Auf die haben wir gewartet

Gut Ding will Weile haben. Nach diesem Motto startet VW sehr spät mit einem salonfähigen TDI, während Subaru den Diesel fast ganz verschlafen hätte. Doch das Warten hat sich bei beiden Selbstzündern gelohnt.

Warten gehört zu den Selbstverständlichkeiten in unserem Leben. Wie Schlafen oder Essen. Nur macht es meist deutlich weniger Spaß – denken wir nur mal an Kassenschlangen, Staus oder Service-Hotlines. Was für eine Zeitverschwendung! Trost spenden da Subaru und VW, die unser Warten jetzt mit wunderbaren neuen Motoren belohnen. Die Wolfsburger lösen den Rumpel-Pumpe-Düse-TDI endlich auch im Passat durch den neuen Flüster-Common-Rail ab, die Japaner präsentieren im Outback stolz ihren ersten eigenen und weltweit einzigartigen Boxer-Diesel – soweit die frohlockenden Neuigkeiten für alle Ausharrenden. Nach überzeugenden Auftritten in Tiguan und Audi A4 sorgt VWs neuer Zweiliter-TDI auch im Passat Variant 4Motion für zufriedene Gesichter.

Die 320 Nm entfachen einen wunderbar gleich- mäßigen Schub, der nach oben hin sanft ausklingt.

Mit einem friedlichen Grummeln erwachen die 140 PS zum Leben (die 170-PS-Version folgt im Herbst), um fortan stets hellwach, aber nie vorlaut für Vortrieb zu sorgen. Kein Vergleich zum knurrigen TDI-Vorgänger. Und selbst gegenüber dem sehr vibrationsarmen, besonders bei höheren Drehzahlen aber etwas brummigen Subaru-Boxer zeigt sich der Passat als Freund der leisen Töne. Nur beim Kaltstart kann der TDI das typische Selbstzünder-Nageln immer noch nicht ganz verheimlichen. Dafür fällt das maximale Drehmoment nicht mehr wie ein Überfallkommando über Räder und Lenkung des Passat her. Die 320 Nm setzen bei 1750 Touren zwar mit Nachdruck ein, entfachen aber einen wunderbar gleichmäßigen Schub, der nach oben hin sanft ausklingt. Zusammen mit einem völlig unauffälligen, bei Glätte aber effektiven Allradantrieb und der wunderbar präzisen Sechsgangschaltung empfiehlt sich der Passat Variant 2.0 TDI als echter Alleskönner.

Vorteil Subaru Outback heißt es bei Ausstattung und Garantie

Der Zweiliter-Boxer erledigt den Ampelstart sogar noch flotter als der Passat.

Ein Lob, das sich der Outback ebenfalls verdient. Auch hier werden alle vier Räder angetrieben und die Antriebskraft lustvoll (fast ohne Verluste) in Vortrieb umgesetzt. Der Zweiliter-Boxer erledigt den Ampelstart dabei sogar noch flotter als der Passat, beweist dank zehn PS und 30 Nm mehr vor allem obenraus den längeren Atem und hängt fast schon unverschämt spontan am Gas. Wer bis 160 km/h durchbeschleunigt und sich von der etwas knochigen Fünfgangschaltung nicht irritieren lässt, brummt dem Passat immerhin drei Sekunden Zeitstrafe auf. Sicher kein entscheidender Vorsprung, aber als Argument gut für jeden Stammtisch. Eher einsilbig könnten Outbacker dagegen beim Thema Umwelt werden. Dass der Outback keinen Tropfen mehr verbraucht als der Passat (der übrigens auch nur 0,1 Liter mehr konsumiert als der Pumpe-Düse-Vorhänger), lässt sich dank des leichten Leistungs-Plus ja sogar noch als Vorteil verkaufen. Dass Subaru den Boxer-Diesel aber vorerst nur mit offenem Filtersystem liefert, ganz bestimmt nicht. Erst ab August soll ein hochwirksamer, geschlossener Partikelfänger zum Einsatz kommen und auch dem Outback eine reine Ruß-Weste bescheren. Peinlich, und mit fünf Punkten Abzug bei der Umwelt bestraft. Also, bitte warten, Subaru-Fans!

Vielleicht bessern die Subaru-Schrauber dann ja auch gleich die Bremsen nach. 40 Meter für den Nothalt aus 100 km/h sind kaum akzeptabel, verglichen mit den 36,5 Metern des Passat sogar richtig schlecht. Dagegen würden sicher schon andere Gummis als die SUV-Reifen "Geolander" helfen. Außerdem wünschen sich Outback-Fahrer beim Blick in den Passat irgendwie mehr Platz. Denn im Subaru sitzen Passagiere beengter, müssen Koffer stärker gequetscht werden, zwingen magere 426 Kilo Zuladung zur strengen Diät – Vertreter und Familien wissen schon, was sie am Passat Variant haben. Vorteil Subaru heißt es dagegen bei Garantie (drei statt zwei Jahre) und Ausstattung. Im Outback 2.0D muss für 33.230 Euro eigentlich nichts mehr dazugekauft werden, im Passat Variant 2.0 TDI Comfortline 4Motion für 31.650 Euro schon. Um japanische Vollkommenheit zu erreichen, fehlen dem VW so nützliche Dinge wie CD-Radio, Klimaautomatik, Metalliclack und mehr. Luxus, der Ihnen rund 3000 Euro extra wert sein muss – wenn Sie nicht darauf warten wollen, dass VW seine Serienausstattung irgendwann mal entsprechend erweitert.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka

Ginge es hier nur um den Motor, der Subaru hätte den Vergleich gewonnen. Sein Boxer-Diesel zeigt mehr Spontanität, läuft herrlich ruhig und verbraucht keinen Tropfen mehr als der TDI. Weil wir aber das ganze Auto bewerten, liegt am Ende doch der größere und beim Bremsen deutlich stärkere Passat Variant vorn.

Unser Tipp: Allrad muss beim Passat nicht sein

Wer nicht gerade im Alpenvorland oder in besonders schneereichen Regionen wohnt, der kann sich die 1825 Euro für den 4Motion-Allradantrieb beim Passat durchaus sparen. Die Kraft der vier Räder verleiht dem Passat zwar noch bessere Traktion, der Fronttriebler kommt mit dem 2.0 TDI aber ebenfalls gut zurecht. Außer bei der Anschaffung kostet Allradtechnik auch sonst: Der 4Motion schluckt auf 100 Kilometer laut Werk einen halben Liter mehr, bietet 15 Liter weniger Kofferraum und schafft fünf km/h weniger Spitze.
Fahrzeugdaten Subaru VW
Motor Bauart/Zylinder/Einbaulage Boxer 4, Turbo, vorn längs Vierzylinder, Turbo, vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/4 4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Kette Zahnriemen
Hubraum 1998 cm3 1968 cm3
kW (PS) bei U/min 110 (150)/3600 103 (140)/4200
Nm bei U/min 350/1800 320/1750
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h 201 km/h
Getriebe Fünfgang manuell Sechsgang manuell
Antrieb Allradantrieb Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 215/55 R 17 V 215/55 R 16 W
Radgröße 7 x 17" 7 x 16"
Abgas Co2 153 g/km 169 g/km
Verbrauch* 7,1/5,1/5,8 l 8,4/5,3/6,4 l
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 64 l/Diesel 68 l/Diesel
Vorbeifahrgeräusch 71 dB (A) 72 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 1700/750 kg 2000/750 kg
Kofferraumvolumen 459–1649 l 588–1716 l
*innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km
Preise/Ausstattung Subaru VW
Kopfairbags vorn/hinten S/S/S S/S/S
Kopfairbags vorn/hinten S/S S/S
Klimaanlage/-automatik –/S S/435 €
Niveauregulierung S 730 €
Metalliclackierung S 530 €
Grundpreis 33.230 € 31.650 €
S=Serie
Kosten/Garantien Subaru VW
Abgasnorm Euro 4 Euro 4
Steuer pro Jahr 332 € 308 €
Typklassen HPF/VK/TK 18/23/21 18/20/24
Werkstattintervalle 15 000 km/1 nach Anzeige/2 Jahre
Kosten Ölwechsel/Inspektion 120/380 € 150/450 €
Garantie/Gewährleistung Garantie Garantie
Technik/km-Begrenzung 3 Jahre/100 000 km 2 Jahre/ohne
Garantie gegen Durchrostung 12 Jahre 12 Jahre
Mobilitätsgarantie 15 Jahre unbegrenzt
Messwerte Subaru VW
Beschleunigung
0–50 km/h 3,4 s 3,5 s
0–100 km/h 10,5 s 10,8 s
0–130 km/h 17,8 s 19,0 s
Elastizität
60–100 km/h 9,0 s (4. Gang) 7,3 s (4. Gang)
80–120 km/h 12,0 s (5. Gang) 13,3 s (6. Gang)
Leergewicht/Zuladung 1604/426 kg 1652/588 kg
Gewichtsverteilung v./h. 57/43 % 58/42 %
Wendekreis links/rechts 11,6/11,4 m 11,4/11,3 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 40,0 m 36,5 m
aus 100 km/h warm 39,3 m 36,7 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 59 dB (A) 59 dB (A)
bei 100 km/h 67 dB (A) 66 dB (A)
bei 130 km/h 71 dB (A) 70 dB (A)
Testverbrauch – CO2 7,4 l – 195 g/km 7,4 l – 195 g/km
Reichweite 860 km 910 km
Die Wertung Punkte max. VW Subaru
Karosserie
Platzangebot 30 28 21
Kofferraum/Variabilität 20 17 10
Zuladung (Anhängelast) 20 19 11
Sitze/Sitzposition 30 27 26
Raumgefühl/Rundumsicht 20 17 16
Ausstattung/Bedienbarkeit 30 23 29
Sicherheitsausstattung 30 20 20
Qualitätseindruck/Materialien 20 17 17
Zwischenergebnis 200 168 150
Antrieb/Fahrwerk
Motoreigenschaften 20 18 19
Beschleunigung/Vmax 30 20 21
Elastizität 20 13 13
Fahrverhalten 30 27 27
Fahrgeräusche 10 8 9
Fahrkomfort 20 16 15
Getriebe/Schaltung 20 18 16
Lenkung/Wendekreis 20 18 17
Bremsen 30 21 11
Zwischenergebnis 200 159 148
Kosten
Steuer/Versicherung 20 16 12
Verbrauch/Umwelt 40 35 30
Garantie 20 11 12
Wartung 20 16 13
Aufpreisgestaltung 10 7 3
Wiederverkauf * 10 9 7
Grundpreis 80 58 54
Zwischenergebnis 200 152 131
* ermittelt von Bähr&Fess Forecasts/Saarbrücken
Gesamtpunktzahl 600 479 429
Platzierung 1.** 2.
**Preis-Leistungs-Sieger

Autor: Gerald Czajka

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