Verhalten beim Wildunfall

Verhalten beim Wildunfall

— 13.02.2007

Lizenz zum Töten?

Wenn das Tier nach einem Wildunfall noch lebt, ist der Gnadenschuss ein Fall für den Jäger oder Tierarzt, warnt der ADAC. Alles andere ist strafbar.

Autofahrer sollten nach einem Wildunfall in keinem Fall versuchen, ein leidendes Tier eigenmächtig von seinen Qualen zu erlösen. "Sie machen sich strafbar, wenn Sie selbst versuchen, das Tier zu töten", sagt Gregor Beyer, jagdpolitischer Sprecher des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) in Berlin. Nur Jäger und Tierärzte verfügen über die Qualifikation, die dem Gesetz zufolge zur Tötung ermächtigt. Wie aus einer neuen Studie des NABU hervorgeht, ist der Straßenverkehr für Wildtiere die Todesursache Nummer eins. Für viele Arten sei die Häufung der Unfälle bestandsbedrohend. Laut dem ADAC in München werden in Deutschland jedes Jahr rund 220.000 Rehe und mehr als 200.000 Hasen, Füchse und Kleinwild überfahren. Der regulierte Schaden an den Autos betrage 500 Millionen Euro.

Kaskoversicherung zahlt nur Unfälle mit Haarwild

Häufig lassen sich Wildunfälle nicht vermeiden, weil die Tiere für Autofahrer überraschend die Straße queren. Wenn plötzlich Wild auf der Straße steht, sollten Autofahrer sich aber vor allem schnell entscheiden. Die Frage "Draufhalten oder bremsen?" müsse umgehend beantwortet werden, so Thomas Hessling, Wald- und Wildtierspezialist des ADAC. Zwar überfahre niemand gern ein Tier. Wer eine Vollbremsung vornimmt, riskiere aber, dass der Hintermann auffährt. Daher könne es sinnvoller sein, die Kollision in Kauf zu nehmen. Das gilt vor allem für drohende Zusammenstöße mit kleinen Tieren. Denn die Kaskoversicherung zahlt nur Unfälle mit Haarwild. Bei Federvieh auf der Straße sollten Autofahrer daher gut überlegen, ob sie ausweichen. Der mögliche Schaden etwa durch die Kollision mit einem Baum sei in der Regel höher. Hessling: Wer sich für das Bremsen entscheidet, sollte unbedingt das Lenkrad gerade halten: "Bloß keine Ausweichmanöver – die landen meist vor dem Baum oder im Gegenverkehr."

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Wildschaden

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