Veritas RS III: Fahrbericht

Veritas RS III Veritas RS III

Veritas RS III: Fahrbericht

— 14.07.2008

Der reine Wahnsinn

Der Traum vom eigenen Auto – drei ambitionierte Autofreaks wollen ihn sich auf besondere Weise erfüllen und die traditionsreiche Marke Veritas wiederbeleben. Dabei soll der RS III nur der Anfang sein.

Diese Schnauze – zum Verlieben. Das riesige Haifischmaul – ein Traum. Der bollernde V8-Sound – Musik in den Ohren jedes Autofans. Keine Frage, die an die Rennwagen aus den 40er- und 50er-Jahren angelehnte Linienführung des Veritas RS III ist schon einzigartig. Veritas? War da nicht mal was? Genau: Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten ehemalige BMW|_blank|_blank)$-Ingenieure auf Basis des 328 Rennsportwagen, die recht erfolgreich waren. 29 Klassensiege, 13 deutsche Meistertitel mit Fahrern wie Karl Kling, Hermann Lang und Paul Pietsch – der Veritas Meteor war 1951 das erste Auto aus deutscher Produktion, das an einem Formel 1-Rennen teilnahm.

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Cool: lange Schnauze wie die Rennsportahnen in den 40ern.

Trotz der Erfolge musste Veritas 1953 schließen. Bis im Jahr 2000 ein knackiges Conceptcar unter diesem Namen auf der Motorshow in Essen auftauchte. Für 2001 war eine Kleinserie mit V12-Motor von BMW und 400 PS angekündigt. Dann wurde es wieder still um die Marke. Bis 2008: Auf der Müllenbachschleife des Nürburgrings drehen wir Ende Juni erste Runden mit dem RS III, der ab September in einer Auflage von 30 Stück gebaut werden soll. Es handelt sich zwar noch um ein Conceptcar, doch der Funke springt schnell über. Angetrieben von einem V8-Motor mit 420 PS (stammt aus dem alten M5), bollert dumpf ein feiner Klang aus dem Stüber-Auspuff mit manuell schaltbarer Klappenmechanik. Man sitzt tief in der Karosserie auf edel belederten König-Schalen und blickt auf die endlos wirkende Schnauze.

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Die gelochten, dreiteiligen Brabham-Felgen entstehen in Handarbeit.

Für das außergewöhnliche Retrodesign zeichnet der freie Designer und Autodidakt Michael Söhngen verantwortlich. Mit der sehr leichtgängigen Lenkung (aus dem M3-E36) lässt sich der Veritas (lateinisch: Wahrheit) präzise dirigieren, das Setup des einstellbaren Öhlins-Fahrwerks ist gerade auf Hockenheim getrimmt und entsprechend hart. In der Serie sollen die liegenden Feder-Dämpfer-Einheiten eine etwas komfortablere Abstimmung erhalten, aber weiterhin in Zug und Druck ein stellbar bleiben. Beste Voraussetzungen also, zwei Insassen (die Beifahrerseite ist abdeckbar) auf Rennstrecke oder Landstraße ein Grinsen ins Gesicht zu treiben.

Vor Produktionsbeginn will die verantwortliche Veritas AG mit Wilfried Laufer (PR), Michael Trick (Vertrieb) und Bernd Paetz (Produktion) noch Tests im Windkanal machen und den Segen des TÜV einholen. Zudem soll der erste produzierte Veritas einen neuen Gitterrohrrahmen und ein Monocoque aus Kohlefaser erhalten. Ein sehr straffer Zeitplan, den sich das Unternehmen gesetzt hat, denn bis jetzt ist das Conceptcar nur etwa 1500 Kilometer gefahren, ausführliche Testfahrten mit den beiden Motoren in ihrer endgültigen Leistungsstufe (V8 mit 480 PS, V10 mit 600 PS) stehen noch aus. Dennoch gibt es laut Firmenauskunft schon etwa ein Dutzend Interessenten für das Fahrzeug, die man bei Treffen gut situierter Autoverrückter etwa in Monaco anlässlich des Formel-1-Rennens oder bei ähnlichen Events akquiriert hat.

Als Anzahlung für den RS III sind 30 Prozent der Kaufsumme von 330.000 Euro für den V8 und 400.000 Euro für den V10 fällig – viel Vorschussvertrauen in ein Fahrzeug, das in der angekündigten Auslegung bislang noch nicht existiert und dessen enorme Leistungsdaten (Vmax 329 bzw. 347 km/h) noch nicht belegbar sind. Etwa drei Monate nach Fertigstellung des ersten Serien-Veritas im Mai 2009 will man ein Coupé vorstellen, eine GT-Version soll dann ebenfalls folgen, zum Schluss noch ein SUV. Und Veritas sieht noch mehr Potenzial. Auf der Homepage findet man Pläne für kommende Renneinsätze: VLN 2009, 24-Stunden-Rennen 2010, FIA GT 2011, Le Mans 2012. Ganz schön ehrgeizige Ziele. Wir bleiben dran.
Technische Daten Veritas RS III
Motor V8
Einbaulage vorn/Mitte längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/4
Hubraum 4999 cm³
kW (PS) bei 1/min 309 (420)/6600
Literleistung 84 PS/Liter
Nm bei 1/min 600/4100
Antriebsart Hinterrad
Getriebe 6-Gang
Bremsen vorn 380 mm/innenbel./geschlitzt
Bremsen hinten 355 mm/innenbel./geschlitzt
Radgröße vorn / hinten 10,5 x 20 / 12,5 x 20
Reifen vorn / hinten 255/30 R 20 / 335/ 25 R 20
Reifentyp Dunlop SP Sport Maxx
Länge/Breite/Höhe 4990/1974/974 mm
Radstand 2840 mm
Leergewicht/Zuladung 1080 kg/k. A.
Leistungsgewicht 2,6 kg/PS
Tankvolumen 82 l
EU-Normverbrauch Ø auf 100 km 16,8 l Super Plus
Beschleunigung von 0–100 km/h 3,9 s
Höchstgeschwindigkeit 305 km/h
Serienfahrzeug ohne Extras 334.390 Euro
* Herstellerangaben

Autor: Ralf Kund

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