Verkaufszahlen im freien Fall — 05.10.2009

Händler melden Minus

Klein- und Kompaktautos gingen im September nicht mehr so gut wie zuvor: Der Verband freier Autohändler meldet, dass bis zu 50 Prozent weniger verkauft wurden als im August. Ein Vorgeschmack auf den Herbst.

Zulassungszahlen sind nicht gleich Verkaufszahlen: Diese Lehre muss jeder nach Lektüre der Jubelmeldung des VDA und der kurz darauf veröffentlichten, ernüchternden Prognose des Bundesverbandes der freien Kfz-Händler (BVfK) ziehen. Es geht um die Neuwagenverkäufe im September: Während der VDA von einer mehr als 20-prozentigen Steigerung der Zulassungszahlen im Verhältnis zum Vorjahres-September spricht, beklagt der BVfK einen teilweise 50-prozentigen Rückgang bei Klein- und Kompaktwagen – also bei all jenen Fahrzeugen, die durch die soeben ausgelaufene Abwrackprämie besonders gedopt wurden. Die Lösung dieses scheinbaren Widerspruchs liegt in den unterschiedlichen Definitionen von Zulassungs- und Verkaufszahl: Die Abwrackprämie ist zwar aufgebraucht, wirkt aber noch nach – das heißt, noch immer werden Neuwagen im Rahmen der Prämie bestellt, gekauft oder zugelassen, bis zu zwölf Monate nach Antragstellung ist das möglich. Auch kann ein Auto gekauft oder bestellt werden, ohne nötigerweise zugelassen zu werden.

Viele Modelle konnten Käufer erst nach drei Monaten Wartezeit zulassen

So wurden im September 2009 Autos zugelassen, die schon Monate zuvor bestellt wurden. "Gerade bei begehrten Modellen hat man in diesem Sommer bis zu drei Monate warten müssen", sagt Ansgar Klein, Vorsitzender des BVfK. Die Umfrage seines Verbandes ergab beunruhigende Einschätzungen unter den Händlern. Einige hätte sogar von 80 Prozent Rückgang gesprochen. Zu erwarten ist also ein noch stärkerer Einbuch im Herbst. "Der Markt ist in Bewegung", so Klein, der dieses Phänomen als "spannend" bewertet. Sein Kommentar: "Im Prinzip wissen wir doch schon seit Ende der 80er-Jahre, dass es eine Überproduktion an Autos gibt." Das Problem seien die Hersteller, die sich weigern, ihre Kapazität zu drosseln. Konkrete Verkaufszahlen für den vergangenen Monat lägen zwar auch dem Händlerverband noch nicht vor, doch "die Wahrnehmung der größten Händler genügt aller Erfahrung nach, um die Lage einzuschätzen."

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11.10.2009, 21:57Uhr

Bin mal gespannt, wie viele Automarken es in 5-10 Jahren noch geben wird. Ich könnte mir vorstellen, dass mind. ein deutscher Hersteller in Gras beißen wird. Betrachtet man die vergangenen Jahre, habe ich eine ganz bestimmte Marke in Verdacht ... es wollen sicherlich nicht viele hören, aber deren Autos trägt einen Stern auf der Haube ...

"Das Problem seien die Hersteller, die sich weigern, ihre Kapazität zu drosseln."
Lohnt sich dann noch die teure Produktion?

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