Verkehrsfunk

Verkehrsfunk: Pro und Kontra

— 05.10.2011

Braucht man den Verkehrsfunk?

Ist der Verkehrsfunk im Radio auf langen Autofahrten unverzichtbar? Oder gibt es längst bessere Methoden zur Stauerkennung? Zwei Meinungen aus der AUTO BILD-Redaktion.

"Bei Stauinfos schalte ich schon lange auf Durchzug",
sagt AUTO BILD-Mitarbeiterin Bérénice Schneider.

Verkehrsfunk? Das ist die unsinnigste Erfindung, die ich kenne. Ich glaube, den gibt es nur, um möglichst viele Menschen an möglichst vielen Orten zu verunsichern. Okay, der Gedanke dahinter ist rühmlich. Man will Staus vermeiden. Oder, wenn das schon zu spät ist, zumindest verhindern, dass sie noch länger werden. So weit, so gut. Nur helfen tut das meist nicht wirklich.

Verkehrsfunk verunsichert

Bérénice Schneider.

Wenn die Meldungen wenigstens verlässlich wären ... Voriges Wochenende zum Beispiel war ich auf der A1 unterwegs. Im Radio hatten sie vor einem sechs Kilometer langen Stau am Maschener Kreuz gewarnt. So ein Mist. Was nun? Runter und den Stau umfahren und dort all die anderen Wagen wiedertreffen, die die Meldung auch gehört haben? Leider war ich an der letzten Abfahrt schon vorbei. Also blieb ich drauf – und kam locker durch. Kein Stau. Noch nicht mal ein Stauchen. Hallo, was sollte die Panikmache? Nichts für ungut, aber das ist doch sinnlos. Amateurhaft. Aktualität bedeutet für mich jedenfalls was anderes. Ich schalte schon lange auf Durchzug, wenn sich das Verkehrsstudio meldet. Die Verunsicherung ist doch meist viel größer als der Nutzen. Dass ich dafür auch noch Rundfunkgebühren zahlen muss, ist die Oberfrechheit. Also Radio aus und iPod an. Dann kann ich wenigstens meine eigene Musik genießen und muss mir nicht das Gequatsche anhören. Wenn's sein muss, auch im Stau.

Hendrik Dieckmann.

"Alternativen zum Verkehrsfunk müssen sich erst noch beweisen",
meint AUTO BILD-Mitarbeiter Hendrik Dieckmann.

Verkehrsfunk gehört bei mir zum Autofahren dazu. Schon seit dem Kauf meines ersten Autoradios: 1978, Blaupunkt Lübeck, mono, mit Kassette und ARI. ARI stand für Autofahrer-Rundfunk- Information. War ein Sender mit Verkehrsfunk eingestellt, leuchtete eine gelbe Diode in der Skala – damals absolutes Hightech. Hätte das Blaupunkt Lübeck überlebt, das gelbe Lämpchen wäre am 1. März 2005 ausgegangen. Da wurde ARI abgeschaltet. Nicht weiter schlimm, denn seit 1988 gibt es RDS, das Radio Data System. Ich konnte mich also weiter beim Verkehrsfunk informieren. Natürlich lässt sich über die Aktualität mitunter streiten. Besonders, wenn das "Pannenfahrzeug auf der A1" über Stunden wiederholt wird.

Mitdenken muss sein

Obwohl der Abschlepper vermutlich schon nach 15 Minuten vor Ort war. Doch das eigentliche Problem liegt ganz woanders: Man muss zuhören können. Und man sollte wissen, ob man gerade die A7 oder die A 27 benutzt. Doch jüngere Alternativen zum Verkehrsfunk müssen erst beweisen, dass sie besser sind. Wie beispielsweise TMC, der Traffic Message Channel. Er meldet den Stau, und das Navi überlegt sich eine Umleitung. Auf der dann alle Autos mit TMC-Navi in einem neuen Stau stehen. Auch wenn alle Autos untereinander kommunizieren, permanent Standort und Geschwindigkeit miteinander vergleichen, ändert das nichts am Problem. Denn zu viele Autos pro Kilometer Straße ergeben Stau. Und den meldet mir dann der Verkehrsfunk. Meistens rechtzeitig.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.