Handy am Steuer: Anti-Kampagne

Verkehrsgerichtstag: Handy und Tablet am Steuer

— 26.01.2017

Auch Tablets im Auto bald tabu?

Smartphones in Autofahrerhand sind eine zunehmende Gefahr. Experten fordern höhere Strafen als 60 Euro und wollen das Verbot auf Tablets ausweiten.

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'Wie sollte Handynutzung am Steuer bestraft werden?'

(dpa/cj) Weil sie wie Handys am Steuer gefährlich ablenken, sollten auch Geräte wie Tablets beim Autofahren tabu sein. Das hat Kay Nehm, Präsident des Verkehrsgerichtstages (VGT), zu Beginn des Expertentreffens 2017 in Goslar vorgeschlagen. Das Verbot sollte auf alle anderen mobilen Kommunikationsgeräte ausgedehnt werden, die zum Fahren nicht erforderlich sind. Nach Nehms Angaben nutzen 57 Prozent aller Autofahrer zumindest gelegentlich ein Smartphone am Steuer. Sie unterschätzten die Gefahren, sagte der frühere Generalbundesanwalt. Etwa jedes zehnte Opfer im Straßenverkehr stirbt bei Unfällen, die auf Ablenkung zurückgeführt werden.

Empfehlungen des Verkehrsgerichtstages

Größte Gefahr durch Textnachrichten

Kay Nehm, Präsident des Verkehrsgerichtstages, fordert höhere Strafen für Handynutzung im Auto.

Nach Angaben der Unfallforschung der deutschen Versicherer (UDV) ist weniger das Telefonieren als vielmehr das Lesen und Schreiben von Textnachrichten gefährlich. Im Vorfeld des Expertentreffens hatte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat bereits härtere Strafen für die Nutzung von Handys und Smartphones im Auto gefordert. Wer während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung telefoniere oder Nachrichten tippe oder lese, solle deutlich mehr Bußgeld zahlen als die derzeit fälligen 60 Euro (plus einem Punkt in Flensburg). Auch Nehm schlug "härtere Maßnahmen" und ein "schärferes Durchgreifen der Polizei" vor.

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Crashgefahr steigt um ein Vielfaches

Die Liste der Ablenkungsmöglichkeiten im Straßenverkehr wird immer länger. Neben Surfen, Nachrichten schreiben und Telefonieren gehören inzwischen auch Selfies am Steuer zur Repertoire leichtsinniger Autofahrer. Verkehrsexperten zufolge steigt dabei die Möglichkeit eines Crashs um das mindestens Sechsfache, der Automobilklub "Mobil in Deutschland" spricht sogar vom 23-Fachen. Er hatte im September 2015 mit dem TÜV Süd eine Kampagne zum Gegensteuern gestartet, die von weiteren Partnern aus Wirtschaft und Medien unterstützt wird und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zum Schirmherr hat: "Be smart – Hände ans Steuer, Augen auf die Straße".
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Kiffen, Saufen, SMS!

Bei einer Online-Umfrage des Automobilklubs zum Thema mit mehr als 2000 Teilnehmern kam heraus: Fast 77 Prozent der Befragten nutzen Smartphones während der Fahrt, mehr als die Hälfte davon "sehr oft, oft oder ab und zu". Beliebte Features sind demnach vor allem der Mitteilungsdienst WhatsApp (16,4 Prozent), Navigation (13,5 Prozent), Telefonieren (10,3 Prozent), SMS (8,9 Prozent), Facebook (8,6 Prozent), Entertainment (8,6 Prozent) und Fotos/Selfies (7,7 Prozent). 28,9 Prozent der Befragten gaben zu, abgelenkt durchs Handy schon einmal in eine gefährliche Situation geraten zu sein. Kurioserweise halten neun von zehn Befragten eine Smartphone-Nutzung am Steuer für gefährlich – viele machen's aber trotzdem. 71,1 Prozent der Umfrageteilnehmer finden aber auch, dass es deutlich mehr Aufklärungsarbeit geben sollte.

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