Radarfalle

Verkehrsgerichtstag in Goslar 2009

— 30.01.2009

Mehr Kontrollen gegen Raser gefordert

Totale Überwachung: Autofahrer sollen künftig mit Sektionskontrollen vom Rasen abgehalten werden. Das ist eine der Hauptforderungen auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar.

Raser sollten künftig mit Abschnittradarkontrollen auf Autobahnen wirksamer überwacht werden. Das hat der Präsident der Deutschen Verkehrsakademie, Kay Nehm, gefordert. Mit der sogenannten Sektionskontrolle in Baustellen und an anderen gefährlichen Strecken könne das Durchschnittstempo von Schnellfahrern besser kontrolliert werden, sagte Nehm auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar 2009. Durch die permanente Überwachung der Autofahrer bei diesem System sei die Bereitschaft größer, sich an Tempolimits zu halten. Datenschutzprobleme sieht Nehm nicht. Fotos aller Fahrer, die sich an die Vorschriften halten, würden sofort wieder gelöscht. Er vewies auf das Beispiel Österreich, wo mit den Abschnittskontrollen gute Erfahrungen zur Senkung der Unfallzahlen gemacht worden seien.

Nehm rechnet mit einer weiteren Zunahme des Güterverkehrs

Nehm kritisierte in seiner Eröffnungsansprache den schlecht organisierten Ausbau der Autobahnen in Deutschland. "Offensichtlich sind wir völlig unfähig, umfangreiche Bauvorhaben effektiv zu koordinieren." In Autobahnbaustellen müssten die Fahrzeuge oft über viele Monate oder sogar Jahre "auf betongerahmten Doppelspuren dahin schleichen, ohne dass nennenswerte Bautätigkeiten auszumachen sind". Wenn der Ausbau eines Abschnittes endlich fertig sei, warte wenige Kilometer weiter dasselbe Szenario. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der transeuropäischen
Verkehrswege in Deutschland rechnet Nehm mit einer weiteren Zunahme des Güterverkehrs bis hin zum "Verkehrsinfarkt". Es "graut einem schon heute vor zusätzlichen Großbaustellen auf zentralen Verkehrsadern". Ein Ende der Probleme sei nicht abzusehen.

Zudem belaste der überbordende Lkw-Verkehr immer mehr auch die Städte, weil Lastwagenfahrer Parkplätze für ihre vorgeschriebenen Ruhezeiten suchten. Die Einhaltung dieser Zeiten könne durch neue digitale Kontrollgeräte zwar besser überwacht werden als früher. "Leider wurde dabei aber nicht bedacht, wo die vielen zur Rechtstreue gezwungenen Lkw-Lenker künftig sich und ihre Fahrzeuge zur Ruhe bringen sollen", sagte Nehm. In Goslar debattieren 2009 rund 1600 Experten in mehreren Arbeitskreisen über aktuelle Verkehrsthemen.

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