Abgeholzter Schilderwald

Verkehrsminister einig

— 21.07.2008

Axt in den Schilderwald

Das Vorhaben ist nicht neu - doch fehlte es bislang an Tatendrang. Jetzt wird es offenbar ernst: Die Verkehrsminister wollen schon bald Teile des deutschen Schilderwaldes roden. Allerdings sind auch Neupflanzungen geplant.

(dpa/cj) Die Verkehrsminister von Bund und Ländern wollen den Schilderwald auf deutschen Straßen durchforsten und Anfang 2009 auf 22 überflüssige oder umstrittene Verkehrszeichen verzichten. Viele Schilder seien überflüssig, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Fielen unnötige Informationen weg, könnten sich Verkehrsteilnehmer mehr auf die Straße konzentrieren. Zu den bedrohten Zeichen gehören unter anderem die Mindestgeschwindigkeit 30 auf blauem Untergrund, ebenso wie Hinweise auf den Flugbetrieb, bewegliche Brücken oder Parkplätze für Wanderer. Allerdings seien bereits wieder neue Zeichen in Planung. Dazu zählten Schilder, die den Anfang und das Ende von gebührenpflichtigen Parkzonen markieren, sowie auf Pferdekutschen oder Gefahren durch Reitpferde aufmerksam machen.

Die Streichung von Verkehrszeichen ist von Bund und Ländern in Arbeitsgruppen vorbereitet worden. Jetzt werde die Rahmenverordnung des Bundes zur Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung (STvO) abgestimmt, sagte eine Sprecherin des Bundesressorts. Das Verkehrsressort stellte zugleich klar, dass weder ein generelles Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen vorgesehen sei noch die Aufhebung der Richtgeschwindigkeit von 130.

Der Abbau eines Verkehrsschildes kostet laut Bundesregierung innerorts 40 Euro und außerhalb 50 Euro. Der ADAC geht von etwa 650 Verkehrszeichen und 20 Millionen Verkehrsschildern entlang deutscher Straßen und Autobahnen aus. Davon sei ein Drittel überflüssig. Der Automobilclub verwies dabei auch auf grundlegende Fehler beim Aufstellen der Schilder. Häufig widersprächen sich die Zeichen, oder sie seien mit Informationen überfrachtet. Viele würden in der Nähe großer Werbeflächen angebracht oder von Büschen und Sträuchern verdeckt.

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