Verkehrsschilder: Vandalismus

— 01.03.2013

Zugeklebte Zeichen

In Großstädten sieht man sie an jeder dritten Ecke: zugeklebte und bemalte Verkehrsschilder. Dieser Vandalismus ist nicht nur gefährlich, sondern auch teuer für Städte und Kommunen.

Austausch und Reinigung beklebter und beschmierter Verkehrsschilder kosten die klammen Kommunen Hunderttausende Euro. Allein der Berliner Bezirk Mitte zahlt nach eigener Schätzung 100.000 Euro jährlich für den Schildertausch – alte und bei Unfällen beschädigte Zeichen eingerechnet. In Hamburg-Mitte sind es 20.000 Euro.

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Mehr als die Hälfte von Schilder-Vandalismusfällen in München gehen aufs Konto von Fußballfans.

"Diese Art von Vandalismus hat in den letzten Jahren zugenommen", sagt Wolfgang Ackermann, Leiter des Münchener Verkehrszeichenbetriebs. In der bayerischen Hauptstadt liefern sich Fußballfans eine regelrechte Aufkleber-Schlacht. "Unserer Erfahrung nach stammt mehr als die Hälfte von Fans der Münchener Vereine", so Ackermann. Die Reinigung eines abmontierten Verkehrszeichens dauert bis zu einer halben Stunde – wenn seine reflektierende Folie überhaupt noch zu retten ist.

Aufregung in Schweden: Brüste auf Verkehrsschild

In Hamburg spart man sich diesen Aufwand, ersetzt beklebte Schilder gleich durch neue. Mit Montage kosten Verkehrszeichen im Schnitt 40 bis 50 Euro. "Verkehrswichtige Schilder wie Vorfahrtsregelungen werden zuerst ausgetauscht", sagt Norman Cordes vom Hamburger Bezirksamt Mitte. Eigentlich sollten die Zeichen 15 bis 20 Jahre halten. In Hamburg werden sie teilweise wöchentlich getauscht, in Berlin an einigen Ecken sogar täglich. In München hat man derweil versucht, den Schilder-Tausch mit einer abziehbaren Folie zu umgehen – ohne Erfolg. Die Super-Folie verfärbte sich bei Sonneneinstrahlung braun.

Schilder-Zoff: Schweden gegen Spitzbrüste

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"Sind beklebte Schilder nicht mehr erkennbar, werden sie unwirksam", weiß Verkehrsanwalt Uwe Lenhart.

Wer ein zugeklebtes Verkehrszeichen missachtet, handelt übrigens nicht rechtswidrig. Denn: Ist ein Schild nicht erkennbar, hat es auch keine Wirkung. Verkehrsrechtsexperte Uwe Lenhart warnt aber: "Wenn sich aus der Verkehrslage ein diese regelndes Schild geradezu aufdrängt, darf ich das nicht einfach ignorieren." Dann müsse man nach weiteren Schildern Ausschau halten. Und was passiert bei einem Unfall? Dann müsse unter Umständen die Stadt haften, so Lenhart. Hat die ihre Schilderallerdings regelmäßig auf Lesbarkeit kontrolliert, sei die Haftungsfrage nicht eindeutig zu klären.

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