Unfall

Verkehrsunfälle: Prognose 2010

— 13.12.2010

Weniger Verkehrstote

Ein historischer Tiefstwert kündigt sich an. Schätzungen zeigen, dass erstmals in der Geschichte der Verkehrsstatistik die Zahl der Verkehrstoten wohl unter 4000 sinken wird. Die Zahl der Unfälle insgesamt steigt dagegen an.

Gute Nachrichten aus Wiesbaden: Die Zahl der Verkehrstoten wird im Jahr 2010 auf etwa 3700 sinken – das zeigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes, die auf vorliegenden Eckdaten von Januar bis Oktober 2010 basieren. Damit wird bei der Gesamtzahl der Getöteten im Straßenverkehr eine weitere Tausendermarke unterschritten. Im Jahr 2007 war die Zahl der Todesopfer erstmals unter 5000 gesunken. Mit diesem Tiefststand setzt sich zudem der langfristige Rückgang der Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen fort. Im Vergleich zu 1970, dem Jahr mit den bislang meisten Toten, wird es in diesem Jahr nur etwa ein Sechstel (17 Prozent) der Zahl an Todesopfern geben. Nach den Schätzungen wird sich die Zahl der Getöteten gegenüber dem Vorjahr um mehr als zehn Prozent verringern. Auch bei der Zahl der Verletzten ist in diesem Jahr mit einem Rückgang  zu rechnen – um etwa sechs Prozent auf 372.000.

Rückblick: Zahl der Verkehrstoten 2009

Die Zahl der Unfälle insgesamt wird trotz zurückgehender Verunglücktenzahlen voraussichtlich um knapp zwei Prozent auf rund 2,35 Millionen steigen. Während die Gesamtzahl der Unfälle, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden, um rund sieben auf 289.000 abnehmen dürfte, werden die Unfälle mit ausschließlich Sachschaden um etwa drei Prozent auf 2,1 Millionen zunehmen. Trotzdem hat das Statistische Bundesamt nicht nur Positives zu vermelden: Den Schätzungen zufolge werden mehr Kinder im Alter bis 14 Jahren im Straßenverkehr zu Tode gekommen sein als im Jahr 2009. Von Januar bis August 2010 starben bereits 82 Kinder im Straßenverkehr, das waren 21 Opfer oder 34 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Bei den Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren ist dagegen ein deutlicher Rückgang zu erwarten: Bis Ende August 2010 waren es 29 Prozent oder 24 Getötete weniger in dieser Altersgruppe. Bei der Risikogruppe der 18- bis 24-Jährigen ist 2010 erneut mit einer Abnahme bei der Zahl der tödlich Verletzten zu rechnen (– 13 Prozent in den ersten acht Monaten). Die Zahl der getöteten Personen über 65 Jahren sank von Januar bis August 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent. Der insgesamt rückläufige Trend bei Alkoholunfällen wird auch im Jahr 2010 anhalten. Bis August 2010 wurden elf Prozent weniger Alkoholunfälle als im Vorjahr gezählt.
Voraussichtliche Straßenverkehrsunfallbilanz 2010
Jahr 2010 (1) 2009 Abweichung gegenüber Vorjahr
Unfälle insgesamt 2.349.000 2.313.453 +2 Prozent
mit Personenschaden 289.000 310.806 -7 Prozent
Sachschaden 2.060.000 2.002.647 +3 Prozent
Verunglückte 375.700 401.823 -7 Prozent
davon Getötete 3700 4152 -10 Prozent
davon Verletzte 372.000 397.671 -6 Prozent
(1) vorläufige Schätzung

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