Verrückte Autosammlung in New York City

Verrückte Autosammlungen

— 19.10.2017

Lennys geheime Auto-Schätze

AUTO BILD hat eine geheime Autosammlung in New York City aufgespürt. Lenny Shiller sammelt seltene US-Klassiker und außergewöhnliche Raritäten.

Rarität: Vom 1954er Chrysler New Yorker als Deluxe-Cabrio mit V8 wurden nur 724 Stück gebaut

An der Douglas Street 304 in New York City, einem 50 Meter langen anonymen Gebäude, gehen Passanten ahnungslos vorbei. Dabei verbirgt sich hinter zwei großen Rolltoren eine der ungewöhnlichsten Autosammlungen Amerikas. Rund 60 amerikanische Seltenheiten stehen hier im Dunkeln. Besitzer Lenny Shiller ist 73 Jahre alt, hat ausgesorgt und lebte schon immer in Brooklyn: "Hier findest du keine 58er Chevys. Die sammelt inzwischen jeder", sagt Shiller, der auch Präsident des Brooklyn Car Clubs ist. Bei ihm sieht man stattdessen echte Raritäten wie den 1956er Continental Mark II, seinerzeit das teuerste Auto der USA. "Elvis hat einen besessen", erklärt Lenny im Vorbeigehen. "Und Frank Sinatra." Zu fast jedem Modell gibt es eine Geschichte. Viele seiner Autos haben in Filmen oder Musikvideos mitgespielt. Der Chrysler 300 im Video "Love Shack" der B-52’s, der schwarze Ford Fairlane in Depeche Modes "Enjoy the Silence". Und der Ford V8 im Kinofilm "Bonnie and Clyde".

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Auch in Shillers Sammlung: BMW 2002 bis VW T2 Bulli

Humpback: Lennys Buckel-Volvo PV 544 B18 ist ein Highlight seiner "Europa-Halle".

Lennys Karriere als verrückter Sammler begann mit dem Auto, in dem seine Großmutter das Fahren lernte: einem Chevrolet Master Coach von 1936. Es folgten Besonderheiten wie der DeSoto von 1942 mit Sechszylinder und Klappscheinwerfern oder der 52er Nash Statesman in Pininfarina-Design. Aber auch Vorkriegsmodelle wie der 1929er Durant des GM-Gründers, ein britischer "Star" von 1924 oder der Metz von 1912, Lennys ältestes Auto. Das Design eines Autos sei es, was ihn fasziniere, sagt Lenny. Ein paar hundert Meter weiter hat Lenny eine weitere Halle für europäische Modelle angemietet. Hier gibt es auch eine deutsche Ecke. Der BMW 2002 von 1976 stamme aus der Nachbarschaft, den 66er Mercedes 200 mit nur 44.000 Meilen auf der Uhr habe er einer älteren Dame für 400 Dollar abgekauft. Der hellblaue T2 Bulli sei aus Texas, deshalb nahezu rostfrei. Irgendwann will er ein Museum daraus machen; ein ganz besonderes. Für einen einzigen Besucher. "Es wird ein Museum nur für mich."

Schräge Autosammlung in Virginia

Nicht nur Japaner stehen in den Hallen: Saab Sonett III, MGB und Opel GT (v. l. n. r.)

Es ist die vielleicht verrückteste Autosammlung Amerikas, sicher eine der größten der Welt: Geparkt in drei Hallen in Christiansburg (US-Bundesstaat Virginia) stehen hunderte und aberhunderte Autos. "Genau 954 momentan", sagt Gary Duncan, deren Besitzer. Es sind einfach so viele Wagen, dass Besucher Stunden brauchen, um alle Schätze zu entdecken. Manche Modelle und Marken sind nur ausgewiesenen Experten bekannt: Nissan Be-1, Eunos Cosmo, Suzuki Carry und Cappuccino, Toyota Cresta, Nissan President, Subaru 360, Honda Z600, Honda City, Honda Life, Datsun 510 und C20, Nissan Skyline, Daihatsu HiJet oder der kleinste Pick-up der Welt, der Suzuki Mighty Boy. Doch nicht nur Japaner, auch internationale, alte Modelle stehen in Garys Hallen aneinandergereiht. Nur eine kleine Auswahl: Bricklin SV-1, VW Karmann-Ghia (40 Kilometer gelaufen), VW Käfer (52 km), Saab Sonett III, Opel GT, MGB, Auto Union 1000 S, Renault 4 CV und sogar ein Merkur XR4Ti, der deutsche Ford Sierra für den US-Markt. Und manchmal stecken die Japaner sogar unter einem deutschen Kleid: Zwei nur auf den ersten Blick nach T1-Bulli aussehende Gefährte sind in Wahrheit ein Subaru Sambar und ein Mazda Porter Cab.

Verrückte Autosammlung in New York City

Autor: Hauke Schrieber

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