Versicherungs-Typklassen

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Versicherungs-Typklassen

— 07.06.2002

Die Prämien-Sparschweine

Hier sind die Tarif-Knauser: Sie sparen bei den versicherungsprämien, weil sie besonders reparaturfreundlich gebaut sind und selten in Unfälle verwickelt werden.

Schöner, stärker, schneller: Die Träume der Autofahrer wachsen rasant in den Himmel. Spätestens der Alltag aber holt sie mindestens genauso schnell wieder zurück auf den Boden der Realität. Denn über den Kauf eines Autos entscheiden neben dem Preis letztlich auch die Unterhaltskosten. Von denen genehmigt sich die Versicherung einen großen Teil. Der wiederum wird wesentlich von den Typklassen eines Automodells bestimmt. Das Prinzip dabei: Je niedriger die Klasse, desto billiger die Rechnung. Auf der Suche nach Deutschlands Beitrags-Sparschweinen haben wir das komplette Neuwagenangebot durchforstet.
Im Überblick: Alles zum Thema Kfz-Versicherung

Alles eine Frage der Klasse

Die Siegermodelle mussten strenge Kriterien erfüllen: In der Haftpflicht durften sie maximal Klasse 13 tragen (von den Klassen zehn bis 25), in der Vollkasko maximal Klasse 14 (von zehn bis 40). Mit allen Varianten und Motorisierungen schafften 36 Modelle diese Vorgaben (auf einen Blick). Es sind die derzeit am billigsten zu versichernden Autos. Ihr Kauf ist also eine gute Grundlage zum Sparen, wenn auch Schadenfreiheitsklasse, Zulassungsregion und Versicherungstarif passen. Bemerkenswert: In der Tabelle finden sich nicht nur Kleinwagen, sondern auch Vans und Kombis mit bis zu 115 PS Leistung. Sogar ein Fun-Modell wie der New Beetle ist dabei.

Auf einen Blick – die günstigen Neuwagen

Versicherungsgünstiges Auto bedeutet kleine Typklasse und das wiederum eine günstige Reparaturkalkulation der Versicherung.

Jahr Ein Auto preiswert zu versichern bedeutet also nicht, unbedingt klein und schwach motorisiert unterwegs sein zu müssen. Auffällig ist die Dominanz deutscher Hersteller. Resultat einer bewussten Benachteiligung ausländischer Hersteller durch das gemeinsame Typklassensystem der deutschen Versicherungen?

Nein, die Ursache liegt woanders. Das Klassensystem mit seiner bürokratischen Finesse ist typisch deutsch, gibt es in anderen Ländern so nicht. Neben dem Wert eines Modells und seiner "Schadenhäufigkeit" (wie oft crasht es?) spielen die durchschnittlichen Reparaturkosten eine große Rolle bei der Einstufung. Deshalb haben sich die deutschen Hersteller wohl eher als andere auf das Thema Reparaturfreundlichkeit konzentriert.

Doch auch die Importeure ziehen nach, wie der neue Citroën C3 zeigt, der gemeinsam mit dem Polo auf dem ersten Platz liegt. Zurzeit, denn die Einstufungen sind nicht für immer. Sie gelten jeweils nur ein Jahr und können bei der Neubewertung zum 1. Oktober auch klettern. Doch die Erfahrung zeigt, dass Sparschweine ihre Position meist zäh verteidigen.

Wo gibt es alle Typklassen?

• Stellen Sie vor dem Autokauf die Typklassen für Haftpflicht (10 bis 25), Vollkasko (10 bis 40) und Teilkasko (10 bis 40) fest und lassen sich Vergleichsangebote Ihrer Versicherung erstellen. Einen Tarifvergleich finden Sie auch auf unserer Versicherungsseite.

• Die Typklassen sind am besten über die Herstellerschlüsselnummer (HSN, die vier Ziffern unter "zu 2" im Fahrzeugschein) und Typschlüsselnummer (TSN, die ersten drei Ziffern unter "zu 3") zu ermitteln. Online sind die aktuellen Typklassen unter www.typklassen.de zu ermitteln. Entweder mit HSN und TSN oder mit der komplexen Suche auch nach Hersteller und Modellreihe. Dabei können auch Vorgaben gemacht werden, etwa "Typklasse nicht höher als 15"

• Im gedruckten Exemplar des Typklassenverzeichnisses (erscheint jeweils zum 1. Oktober neu) finden sich rund 12.000 Automodelle, nach Herstellern geordnet, im Überblick. Es informiert zu jedem Modell über Werksund Verkaufsbezeichnung, Produktionsstart und -ende, Hubraum und Leistung, HSN und TSN sowie die drei Typklassen. Für 6,64 Euro gegen Rechnung zu bestellen bei: GDV Dienstleistungs-GmbH, Allgemeine Dienste, Glockengießerwall 1, 20095 Hamburg, Fax 0 40-3 34 49 70 80 oder unter www.gdv-dl.de

• Einige Modelle, vor allem Cabrios und Sportwagen, können einen großen Unterschied zwischen Voll- und Teilkasko-Typklasse aufweisen. Bei einem guten Schadenfreiheitsrabatt in der Vollkasko (in der Teilkasko gibt es keinen SF-Rabatt) kann der Rundumschutz durch die Vollkasko dann nur wenig mehr oder sogar weniger kosten als die Teilkasko

• Exoten, Replicas und Modelle, die nicht (mehr) im Verzeichnis stehen, sind nur nach Einzelabsprache zu versichern. Leistungstuning oder Wertsteigerungen durch Anbauten müssen dem Versicherer gemeldet werden und führen auch zu einer individuellen Einstufung.


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