Auffahrunfall

Versicherungsbetrug: Autobumser

— 08.08.2014

Achtung, mutwilliger Crash!

Professionelle Banden provozieren Autounfälle, um die Versicherungssummen zu kassieren. Wo die Autobumser häufig aktiv sind, und was man tun kann, wenn man zum Opfer wird.

Eben hat der Kerl Ihnen noch so nett mit Handzeichen zu verstehen gegeben, dass er Sie vorlässt. Jetzt klebt sein Auto in Ihrem Kotflügel, und der Typ beschwert sich. Sie sollen ihm die Vorfahrt genommen haben. Er hat einen Beifahrer, der das bezeugt. Sie nicht. Sie verstehen die Welt nicht mehr? Es ist leider ganz einfach: Sie sind gerade Opfer von professionellen Autobumsern geworden. Egal ob einzeln oder in Gruppen. Ihr einziges Ziel ist, Unfälle zu provozieren. Dann kassieren die Bumser-Banden ab. Dass Sie sich als Opfer dabei lebensgefährlich verletzen könnten, nehmen die Betrüger eiskalt in Kauf.

Wer macht so etwas? Es gibt einzelne Einmaltäter, die versuchen, mit einem Unfall aus ihrem teuren Leasingvertrag zu kommen oder auf diese Weise private Geldsorgen zu lösen. Und es gibt organisierte Gruppen und Banden, die einfach nur Kasse machen wollen. In Kassel stehen zehn Tatverdächtige im dringenden Verdacht, mit 30 Unfällen weit über 100.000 Euro von Versicherungen ergaunert zu haben.

Kann ich professionelle Autobumser erkennen? Vergessen Sie's, das geht fast gar nicht. Schlimmer noch: Die erkennen Sie! Sind Sie schon ein reiferes Semester? Oder weiblich? Haben Sie ein auswärtiges Kennzeichen? Sitzen Sie allein im Auto? Dann sind Sie ein perfektes Opfer für die Betrüger. Wie groß ist der Schaden, den Autobumser anrichten? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schätzt, dass jeder achte bis zehnte Unfall in Deutschland mit Vorsatz verursacht wird. Den Schaden von fast zwei Milliarden Euro jährlich zahlen wir Autofahrer mit höheren Versicherungsbeiträgen. Außerdem: Die Haftpflicht übernimmt nur den Schaden des Gegners. Wer an einer Vollkasko gespart hat, bleibt auf dem Schaden am eigenen Wagen sitzen.

Wo sind die Autobumser besonders häufig aktiv? Die Betrugsprofis suchen sich gern ruhige und uneinsehbare Rechts-vor-links-Kreuzungen oder schwer überschaubare Fahrbahnverengungen, um Streifschäden zu provozieren.

Was tun, wenn ich glaube, Betrugsopfer geworden zu sein? Rufen Sie auf jeden Fall immer die Polizei. Benimmt sich der Unfallgegner merkwürdig routiniert? Weist sein Auto bereits ältere Unfallspuren auf? Geben Sie neben der Polizei auch der Kfz-Versicherung einen Hinweis. Die kann dann einen Gutachter hinzuziehen, der den Betrug mit Glück aufdeckt.
Autor:

Malte Büttner

Fazit

Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt. Provozierte Unfälle sind ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Dafür gibt's bis zu zehn Jahre Haft. Zu Recht. Denn ungeachtet der Schäden spielen die Autobumser mit unserer Gesundheit.

Stichworte:

Unfall

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