Versicherungsfall(e) Radioklau

Versicherungsfall(e) Radioklau Versicherungsfall(e) Radioklau

Versicherungsfall(e) Radioklau

— 21.04.2005

Oft gibt's nur die Hälfte zurück

Der Schock: Radio oder Navi sind geklaut – und die Versicherung ersetzt oftmals nur einen Teil. Worauf Sie achten sollten.

Böse Überraschung: Wertverlust

Rund 360 Autofahrer erleben in Deutschland Tag für Tag die gleiche böse Überraschung. Ihr Auto steht zwar da wie immer, doch beim Einsteigen kommt der Schock: Wo zuvor Radio oder Navigationsgerät saßen, gähnt jetzt eine leere Höhle die Geräte wurden geklaut. Rund 1000 Euro beträgt laut Versicherungsverband GDV der durchschnittliche Schaden pro Fall. Doch zum Glück hatte der Bestohlene eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen, die zahlt den Schaden ja.

Das dachte auch die Hamburgerin Sandra Sander, als sie den Diebstahl des Radios aus ihrem VW Polo meldete. Ihren wenige Monate alten Vorführwagen fuhr sie da gerade mal seit einer Woche. Beim Kauf hatte sie sich vom Händler das vorhandene Radio noch durch ein höherwertiges ersetzen lassen, Kostenpunkt 220 Euro. Dann die zweite böse Überraschung: Die Versicherung zahlte nur 150 Euro. Begründung: Wertverlust. Denn die Teilkasko hatte angenommen, daß das Radio wie das Auto bereits ein paar Monate alt war. Erst als die Bestohlene nachwies, daß ihr Radio noch taufrisch war, gab es die volle Summe.

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Unterschätzte Gefahr: Unterversicherung

Glück gehabt? Ja. Doch der Fall zeigt auch, daß sich hartnäckiges Nachhaken lohnen kann. "Daß auch Radios und Navigationsgeräte einen schnellen Wertverlust erleiden und deshalb vom Versicherer nicht voll ersetzt werden, ahnen die meisten Diebstahlopfer nicht", weiß AUTO BILD-Versicherungsfachmann Rolf Jung, "doch die Kasko nimmt mitunter recht großzügige Abschläge vor. Zumindest die Entschädigung nach der Schwacke-Radioliste sollte man aber fordern."

Zudem lauert eine weitere unterschätzte Gefahr: Unterversicherung. Kaum ein Autofahrer weiß, mit exakt welcher Summe Teile wie Radio oder Navi, aber auch Leichtmetallräder in seiner Teilkasko beitragsfrei mitversichert sind. Sind es 1000, 3000 oder 5000 Euro? Das kann sich inzwischen von Kasko zu Kasko stark unterscheiden es findet sich im selten studierten Kleingedruckten zur Police.

"Das Radio für 69 Euro spielt beim Klau keine Rolle mehr", sagt GDV-Sprecher Klaus Brandenstein, "die Täter stehlen gezielt teure Radios, Navigations- oder DVD-Geräte samt Bildschirmen." Wird ein damit ausgerüstetes Auto gleich komplett leergeräumt, was meist passiert, beträgt der Schaden schnell ein paar Tausender. Wer dann unterversichert ist, bleibt auf hohen Summen sitzen.

Ganz wichtig: das Kleingedruckte lesen

Die Vorsichtsmaßnahmen: Die Neuwagenrechnung mit den detaillierten Kosten für die Extras aufheben. Das gleiche gilt für die Belege bei einer Nachrüstung. Beim Gebrauchtkauf sollten die Extras etwa per Radiopaß oder Fotos dokumentiert werden. Und das Wichtigste: den Umfang der bestehenden Teilkasko prüfen und im Zweifel in Absprache mit der Versicherung erhöhen.

Denn Radio und andere Unterhaltungsgeräte sind in der Teilkasko gegen Diebstahl nur soweit beitragsfrei mitversichert, wie es die Bedingungen vorsehen. Der Wert reicht je nach Versicherer von 1000 bis 5000 Euro. Übersteigt der Wert diese Pauschale, läßt er sich meist gegen Zuschlag extra versichern. Das kostet etwa sechs bis sieben Euro pro 1000 Euro Deckungssumme.

Da sich die Bedingungen der Versicherungen unterscheiden, sollte sich jeder Autofahrer das Kleingedruckte zum Thema Teile einmal genauer ansehen. Grundsätzlich aber gilt: Nur fest mit dem Auto verbundene (verschraubte) Elektronik ist gedeckt. Handys und mobile Navigationsgeräte sind nicht versicherbar. Das gilt auch für CDs und DVDs, meist auch für die des Navigationssystems.

Autor: Roland Bunke

Stichworte:

Autoradio Teilkasko

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