Vettel-Bruder im Interview

— 05.05.2017

"Motorsport liegt mir im Blut"

Fabian Vettel startet seine Karriere im TT Cup in Hockenheim. Hier verrät er, wie er über den Vergleich mit seinem Bruder Sebastian denkt.

Herr Vettel, nach Schumi II gibt es im Motorsport nun auch Vettel II. Am Wochenende starten Sie erstmals im Audi TT Cup. Warum?

Fabian Vettel (18): Motorsport reizt mich einfach. Ich glaube, das liegt mir auch ein Stück weit im Blut. Ich bin durch meinen Bruder ja quasi an der Rennstrecke aufgewachsen, hatte mein ganzes Leben lang mit Rennautos zu tun. Daher kommt die Faszination.

Trotzdem sind Sie bislang keine Profi-Rennen gefahren.

Der Ehrgeiz war schon immer da. Wir sind mit Audi bei einer Sichtung zum TT Cup zusammengekommen, ich durfte mich ein Jahr lang in der Audi Sport Racing Academy mit dem ehemaligen österreichischen Rallyefahrer Sepp Haider und aktuellen Rennfahrern wie Pierre Kaffer und Rahel Frey (ehemals DTM; d. Red.) vorbereiten. Alles ist gut gelaufen, und dann hat es sich ergeben, dass ich im TT Cup anfange.

Was mögen Sie am Motorsport?

Alles. Die Autos. Die Geschwindigkeit. Ich stelle mir das wirklich cool vor, Rennfahrer zu sein, und freue mich drauf.

Warum erst jetzt?

Das war früher nie ein Gesprächsthema. Wir waren immer bei meinem Bruder dabei, und ich hab gar nicht dran gedacht, dass das auch mein Beruf werden könnte. Wir haben alle das gelebt, was mein Bruder in der Formel 1 macht. Irgendwann kam auch bei mir die Lust dazu, und jetzt möchte ich es einfach mal versuchen.

Dabei dürfen die Erwartungen nicht so hochgesteckt werden. Denn Sie sind noch nie ein richtiges Autorennen gefahren – im Gegensatz zu Ihren Gegnern.

Am Wochenende im Rahmenprogramm der DTM: Fabian Vettel im TT Cup

Das stimmt. Seit ich acht oder neun Jahre alt war, sind mein Vater und ich sporadisch mit einem alten Kart von Sebastian unterwegs gewesen – aber nie in echten Rennen. Das erste Mal im Tourenwagen saß ich auch erst vor etwa zwei Jahren. Das war ein Polo, mit dem ich dann meinen Lizenzlehrgang gemacht habe. Angefangen haben wir auf einem Parcours um ein paar Mülltonnen herum.

Aber es scheint funktioniert zu haben …

Es hat super funktioniert. Und ich hatte wohl auch dieses Glänzen in den Augen, das mein Vater schon von Sebastian kannte (lacht). Trotzdem müssen wir die Erwartungen kleinhalten. Für mich wird es ein reines Lehrjahr. Um Erfahrung zu sammeln und auch zu schauen, wie was funktioniert. Ganz ohne Druck. Man darf nicht vergessen: Für mich ist das jetzt erst der Anfang, während die anderen schon viele Jahre im Kart hinter sich haben.
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Allein wegen Ihres Nachnamens werden aber viele Fans am kommenden Wochenende im Rahmen der DTM auf Sie schauen. Wie gehen Sie damit um?

Ich weiß, dass die Aufmerksamkeit groß sein wird, aber damit muss und kann ich leben. Ich will meinen eigenen Weg finden. Ich sehe das relativ locker und gebe auch gerne mal Autogramme.

Ist Ihr Bruder Ihr Vorbild?

Ich höre immer von meinem Vater: „Das hat dein Bruder früher auch gemacht.“ Oder: „Hier hat er auch so diskutiert wie du.“ Ein paar Parallelen sind offenbar da. Sebastian ist in manchen Situationen auch mein Ansprechpartner. Aber ich versuche, mich alleine zu etablieren und meine ersten Schritte im Motorsport alleine zu gehen.

Die Frage ist unvermeidlich: Ist die Formel 1 auch Ihr Ziel?

Das wird schwer. Ich bin jetzt schon 18 Jahre alt. In die Formel 1 kommen einige heutzutage ja schon mit 17. Ich bin also ein bisschen spät dran und bin auch noch nie ein Formel-Auto gefahren. Ein Ziel habe ich in dem Sinne sowieso noch nicht, einen Traum aber schon. Das wäre die DTM. Als Ziel ist das aber zu hoch gegriffen. Für mich ist es einfach ein Jahr, in dem ich viel Erfahrung sammeln und alles mitnehmen will, was ich nur mitnehmen kann.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Hersteller / Picture Alliance

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