Video: ADAC Opel Rallye-Cup

Video: ADAC Opel Rallye-Cup

— 23.06.2017

Selbstversuch im Adam

Sequenzielle Schaltung statt Computer-Tastatur – unser Reporter Christian Schön forderte die jungen Wilden des ADAC Opel Rallye Cup heraus.

An diesem Wochenende gehen die Fahrer des ADAC Opel Rallye Cup bei der Rallye Stemweder Berg an den Start. Unser Reporter Christian Schön machte schon bei der Rallye Sulingen den Selbstversuch.

Die Fahrerbesprechung lässt nichts Gutes erahnen. Um mich herum sitzen meine Gegner, die knapp 50 Fahrer und Beifahrer des ADAC Opel Rallye Cup. Fast alle sind halb so alt wie ich, aber viermal so furchtlos. „Mach dich locker“, grinst Horst Rotter – heute 57 und früher Opel-Werksfahrer –, der mir als Copilot den Weg durch die Rallye Sulingen weist. „Das machen wir mit Routine wett.“ Unsere Konkurrenten haben alle das gleiche Auto wie wir, die Cup-Version des Opel Adam mit 140 PS. Klingt unspektakulär, aber sequenzielles Getriebe und Differenzialsperre in der Vorderachse machen aus der Knutschkugel ein echtes Rallyeauto.

Ganz wichtig: vor dem Start jeder Prüfung gründlich die Bremsen warmfahren. Dann verzögert der Opel Adam, dass es uns mit Macht in die Sechspunktgurte haut. Die Bremsspuren der weit vor uns gestarteten Allradler sind ein guter Anhaltspunkt – wo die anfangen, hat man mit dem Rallye-Zwerg immer noch ein paar Meter Reserve.

Unser Reporter Christian Schön gibt im Opel Adam Gas

Unsere Meisterprüfung: die WP Steyerberg. Das 25 Kilometer lange Herzstück der Rallye Sulingen windet sich über das Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik – haarscharf vorbei an und manchmal sogar durch halb verfallene Gebäude. Kaum eine Gerade ist länger als 50 Meter. Das größte Rallye-Labyrinth der Erde, sagen Kenner.

Mit Tempo 100 geht es im Abstand von wenigen Zentimetern an Betonsäulen, massiven Mauern und sehr unnachgiebig wirkenden Laderampen vorbei. Die Bremspunkte zu treffen, ist auf dem vom Regen schmierigen Asphalt nicht einfach. Und die nächste Kurve biegt nicht einsehbar rechtwinklig hinter der Hausecke ab.


Wie jeder Fronttriebler schiebt der Adam stark über die Vorderräder, wenn man in Kurven zu viel Gas gibt. Besonders bei engen Abzweigungen auf Schotter ist deshalb die Handbremse mein bester Freund. Mit ihr lässt sich das Heck wunderbar herumwerfen. Spannend wird’s, wenn danach die Räder noch nicht in Fahrtrichtung zeigen – dann zieht das Auto gnadenlos Richtung Straßengraben. „Wenn du beim Herausbeschleunigen im Zickzack fährst, hast du was falsch gemacht“, korrigiert Rotter unbarmherzig.

Doch der Blick auf die Zeitentabelle bleibt ernüchternd. Rund fünf Sekunden schenken mir die schnellsten Cup-Piloten ein – pro Kilometer. Mein Respekt vor Tom Kristensson (26), der später die Wertung des Opel Rallye Cup gewinnt, steigt ins Unermessliche. Dass wir einen Rang im Mittelfeld belegen, haben wir auch zahlreichen Ausfällen zu verdanken. Die jungen Wilden tasten sich eben gerne von oben ans Limit heran.

Autor: Christian Schön

Fotos: Hersteller

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