Kompakte Diesel im Test

BMW 1er Lancia Delta Mazda3 VW Golf BMW 1er Lancia Delta Mazda3 VW Golf

Vier kompakte Diesel im Vergleich

— 27.08.2009

Die Schnellsparer

Der neue VW Golf GTD ist der GTI unter den Dieseln: 170 PS, aber nur 5,6 Liter Verbrauch. Solche Fabelwerte versprechen auch BMW 120d, Lancia Delta 1.9 Twinturbo und Mazda3 2.2 MZR-CD. Ein Vergleich der Öl(b)renner.

Irgendwie sind wir alle ein bisschen gemein zu ihm: Diesel gilt als out. Es lebe der Benziner! Doppelturbo, kleiner Hubraum, das boomt jetzt. Hybrid sowieso. Und die wachsende Elektroauto-Szene sieht den Selbstzünder schon auf dem Schrottplatz der Geschichte. Einspruch: Der Diesel lebt. Den Beweis liefert der neue Golf GTD. Was sich unter seiner Haube tut, ist Hightech vom Feinsten. Rudolf reloaded! Nicht umsonst ist der GTD sogar teurer als der GTI, dem er nicht nur optisch nacheifert. Common-Rail-Hochdruckdirekteinspritzung, raffiniert angeströmte Abgasturbine, Diesel-Kat und Partikelfilter bilden ein komplexes System, das selbst Downsizing- Benziner im Verbrauch übertrifft.

Turbobefeuerte Selbstzünder streben zu immer neuen Leistungshöhepunkten

Starkes Testfeld: Die vier Diesel-Raketen haben zusammen 722 PS.

Die Konkurrenz hält mit und versucht sogar, die VW-Technik mit noch mehr Leistung zu übertrumpfen. Der BMW 120d hat 177 PS, der 3er-Mazda 185, und der Lancia Delta tritt sogar mit Biturbo und 190 PS an. Und das alles mit weniger als sechs Liter Durchschnittsverbrauch. Nein, derart aufgeladene Technik kann kein Auslauf-Modell sein. Was für eine Karriere! Dem ersten Golf GTD reichten 1982 noch 70 PS, doch inzwischen streben die turbobefeuerten Selbstzünder zu immer neuen Höhepunkten. Wichtiger als die reine PS-Zahl ist allerdings, wie effektiv und kultiviert ein Auto seine Leistung auf die Straße überträgt. Und da zeigt jeder Testkandidat eigenen Charakter und spezielle Finessen. Mazda fährt eine stattliche Golf-Kopie auf, die frisch renoviert wurde und mit vielen Sicherheitsdetails und sportlichem Auftritt klassische VW-Kundschaft ködert.

Beim BMW stehen Alltagstugenden nicht unbedingt an erster Stelle

Sehr agil, aber nicht immer praktisch: der BMW 120d.

Die Sportkanone von BMW punktet mit Heckantrieb und begeisternder Agilität, vernachlässigt aber praktische Alltagstugenden. Und dann der exotische Lancia: bärenstark mit doppelter Aufladung, eigenwilligem Italo-Chic und einem Fond im Staatslimousinen-Format. Insgesamt stehen nicht weniger als 722 PS am Start. Für die Gesamtleistung dieser vier starken Turbodiesel-Modelle hätte man Anfang der 80er-Jahre mehr als zehn Golf GTD aufbieten müssen. Wahnsinn, wie die Zeiten sich ändern. Einen Golf SDI, also einen Saugdiesel, sucht man in den heutigen VW-Preislisten vergeblich. Fortgeblasen von der Power der Lader. Ein Turbo gehört zum Diesel wie Luft im Reifen.

Weitere Details und das Endresultat des Kompaktdiesel-Vergleichs erfahren Sie in der Bildergalareie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten gibt es hier als Download.
Jörg Maltzan

Jörg Maltzan

Fazit

Die Legende lebt. Anders kann man den deutlichen Sieg des Golf GTD nicht loben. Er ist schnell. Er ist sparsam. Und er ist vielseitig einsetzbar. Anders der Mazda: Das Facelift hat ihn verschlechtert statt verbessert – nur Platz drei und damit hinter dem erheblich kleineren, teureren, aber fahraktiveren BMW. Dem Lancia dagegen verzeihen wir seine Schwächen. Er fährt in seiner eigenen Welt.

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