Vier offene Extremsportler — 15.06.2009
Der Himmel kann warten
Wenn zwei aufgeladene Zwölfzylinder auf einen V10 und einen Biturbo-Boxer treffen, gibt es nicht nur was auf die Ohren. Ein flotter Vergleich von vier außergewöhnlichen Cabrios mit sportlichem Anspruch und hohen Preisen.
GTC Speed – ein masseloses Spielzeug
Diese vier sind dafür gemacht, in höchste Temporegionen vorzudringen. Alle knacken die 300 km/h. Nur einer darf nicht: Wenn der SL 65 AMG bei 250 km/h elektronisch eingebremst wird, kommt das rüber wie ein kräftiges Bremsmanöver. Völlig ungerührt und ansatzlos drückt der SL 65 AMG ab Leerlaufdrehzahl seine Insassen in die Sitze und lässt nackte Zahlen mit Brachialgewalt greifbar werden: 1000 Nm liegen bereits bei 2000 Touren an. Dabei blubbert das Urvieh im Standgas wie ein Riva-Boot, grollt tief und böse. Nummer zwei im Bunde der aufgeladenen Zwölfender ist ein Prachtstück aus England, angetrieben von einem ebenfalls doppelt aufgeblasenen W12, dessen Konstruktionsprinzip der Legende nach von Ferdinand Piëch höchstpersönlich auf einem Bierdeckel skizziert wurde. Sensationell ist, wie der W12 dem Zweieinhalbtonner Leben einprügelt. Bei Vollgas lassen 750 Nm bei 1700 Touren den GTC Speed wie ein masseloses Spielzeug erscheinen, bis sich in der nächsten engen Kurve die 2,6 Tonnen mit Nachdruck wieder ins Bewusstsein schieben.
Der Turbo macht auf Supersportler
Geradezu schmalbrüstig wirkt dagegen der Porsche Turbo. Schlappe 3,6 Liter Hubraum reichen dem hochgezüchteten Boxer, um daraus 480 PS zu generieren, was mit 133 PS pro Liter die höchste Leistungsausbeute im Vergleich darstellt. Ebenso effektiv geht der neben GTC Speed und Gallardo dritte Allradler mit dem Sprit um. 14,4 Liter Super Plus sind angesichts der Fahrleistungen ein fabelhafter Wert. Heiser und aggressiv röhrend beim Anlassen, bringt der Turbo sofort den Supersportler aufs Tapet. Auf dem Weg zur AUTO BILD SPORTSCARS-Messstrecke in Rothenburg darf sich der brandneue Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder so richtig in Szene setzen. Mit offenem Verdeck, versenkten Scheiben und eingefahrenem Windschott fräst der Italiener über die Autobahn. Bei über 300 fühlt man sich wie in einem Hurrikan – ein erlesenes und ziemlich abgefahrenes Erlebnis. Weil der Lambo mit einer für jeden Lastzustand eigenen, sehr markanten Stimme aufwartet, der Höhepunkt aber das Ausdrehen bis zum Drehzahllimit ist, freut man sich auf jede Tempobegrenzung – und auf deren Aufhebung, wenn das Spiel wieder von vorn beginnt. Lambo fahren macht wohl auch ein bisschen gaga.Als Erster rauscht der Bentley GTC Speed dumpf wummernd über das Rollfeld. Das Auslesen der Messdaten ergibt Erstaunliches: Nicht nur dass der sportlich begabte Luxusdampfer die 100 km/h in 4,7 Sekunden und die 200 km/h nach schlanken 15,5 Sekunden absolviert. Dann blubbert der SL 65 AMG zur Messung. Rund eine halbe Tonne leichter und zwei mickrige PS besser im Futter stehend als der GTC, ist er erwartungsgemäß schneller. Nach 4,1 Sekunden erreicht der Benz die 100er-Marke, nach 12,7 Sekunden durchbricht er die 200. Der Porsche Turbo setzt mit 3,7 Sekunden auf 100 km/h schnell mal die Bestmarke, während er auf 200 km/h dem SL 65 einen Wimpernschlag Vorsprung lässt. Mittlerweile ist auch Lamborghini-Testfahrer Mario Fasanetto eingetroffen, um den Performance-Tests beizuwohnen. Nach dem Auslesen der Messdaten zeigt sich, dass auch der einzige Sauger im Vergleich recht gut im Futter steht. Mit einer 4,1 auf 100 liegt der scharfe Italiener zwar eine Zehntel über der Werksangabe, übertrifft aber den offiziellen Wert auf 200 km/h mit 12,6 Sekunden um fünf Zehntel.
Das Wesen des Lamborghini Gallardo: hart, laut und direkt
Alle technischen Daten und Bremswerte unserer vier offenen Extremsportler lesen Sie in der aktuellen Ausgabe AUTO BILD SPORTSCARS, 7/2009.
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Kommentare zum Artikel (17)
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AMG ist kein Tuner sondern gehört wie die M GmbH von BMW oder quattro GmbH von Audi ganz zum Mercedes Konzern. Diese Abtrennung wird bei allen drei Herstellern nur aus prestige gründen gemacht. Weil Mercedes geht von A - S Klasse und AMG eben nicht.
Persönlich halte ich generell nicht viel von Porsche. Trotzdem: Es sind alles wunderbare Fortbewegungsmittel. Mein persönlicher Favorit: der SL65 AMG
Mit ihm geht fast alles, man hat ausgezeichneten Komfort, bei Bedarf ist er doch enorm sportlich und man hat die Wahl zwischen Roadster und vollwertigem Coupé! Was will man mehr?
Was die Automatik anbetrifft: Ich glaube kaum, dass irgendjemand, der sich in dieser Klasse eines Automobils bedient, ein Handschaltegetriebe in seinem Wagen sehen will.
Dafür gibt es herrliche Schaltpaddles! - sportlicher als alles andere.
Altijd de Porsche. Waarom? Omdat het de mooiste is!
also mein favorit ist der 911 turbo, er ist sportlich, sehr schönes handling, einziges problem, wegen dem günstigen preis von ca. 150 000€ hat ihn fast jeder schnösel. aber sonst ist er ein geiles geschoss.
Ich finde das der Mercedes nicht in den Vergleich passt, da es kein serienmäßiger Mercedes SL ab Werk ist. AMG ist und bleibt ein Tuner.
Die anderen Fahrzeuge sind Serien-Fahrzeuge.