Vignettenpflicht

— 25.03.2002

Die Maut-Abzocke

Österreich schlägt zu - im Vergleich zu 2000 ist das Pickerl teilweise doppelt so teuer.



Pickerl werden teurer

Wer dem deutschen Auto-Freibeuter-Staat diesen Sommer Richtung Alpen entfliehen will, fährt vom Regen in die Traufe. Denn Österreich-Urlauber werden dieses Jahr richtig abgezockt. Das Pickerl kostet 50 bis 100 Prozent mehr als in 2000. Die Zweimonatsvignette verteuert sich von knapp 22 auf fast 44 Mark, die Zehntagesvignette klettert von zehn auf 15 Mark.

Nach Ansicht der Österreichischen Autobahn-Schnellstraßen-Finanzierungs AG eine "maßvolle Anhebung", die immerhin 200 Millionen Mark mehr Einnahmen verspricht. Das tröstet Autoreisende kaum, die vielleicht nur im Transit Richtung bella Italia streben. Da versuchen viele gern, bei Nacht und ohne Tankstopp den Alpen-Ordnungshütern zu entgehen.

Doch besonders auf der Strecke Kufstein-Brennerpass drohen dieses Jahr fast pausenlos Kontrollen. Wer erwischt wird, zahlt rund 240 Mark Strafe, freundlich Ersatzmaut genannt. Die gilt dann 24 Stunden, erst danach wird eine Vignette fällig. Wer nicht sofort zahlen will oder kann, dem droht ein Verwaltungsstrafverfahren mit bis zu 4300 Mark Strafe. Deshalb am besten nichts falsch machen: Die Mautplakette muss innen an der Windschutzscheibe oben mittig oder auf der linken Seite unten oder oben angeklebt sein. Klebt sie dort nicht, sondern liegt im Handschuhfach, wird das wie Fahren ohne Vignette bestraft.

Tricks und Tücken

Von beliebten Tricks, das Pickerl mit Tesa oder Nivea zu fixieren, raten Kenner ab - die Vignettenfarbe leuchtet angeblich anders und weckt das Misstrauen der Gendarmerie.

Die Monats- und Tagesvignetten müssen gelocht sein, um ihre Gültigskeitsdauer zu erkennen. Im Gegensatz zu 2000 gilt das Zweimonatsticket jetzt ab Ausstellungsdatum zwei Monate und nicht mehr nur für den laufenden sowie den folgenden Monat. Die Vignettenquittung (der Pickerlteil, der vorm Aufkleben abgetrennt wird) sollte aufbewahrt werden. Sie gilt als Kaufnachweis. Bei Scheibenbruch kann damit kostenloser Ersatz bei der Österreichischen Autobahn- und Schnellstraßen AG beantragt werden (Jahresvignetten). Ausgenommen sind Totalschäden.

Das komfortable Ablösen und Umkleben von Pickerln mittels Föhn auf einen Zweit-oder Ersatzwagen ist verboten. Gleiches gilt für transparente Trägerfolien aus dem Zubehörhandel, auf die sich das Pickerl kleben lässt. Die Folie lässt sich beliebig oft auf eine Scheibe kleben und abziehen. Ein Schelm, wer Böses bei solchen Warnungen denkt. So viel kosten derzeit Alpen-Vignetten:

Österreich(Vignettenpflicht seit 1997) - 10 Tage 105 Schilling = 15 Mark/7,60 € - 2 Monate 300 Schilling = 44 Mark/21,80 € - Jahresplakette 1000 Schilling = 144 Mark/72,60 € - Strafe bis 1650 Schilling = 240 Mark/122 €

Schweiz(Vignettenpflicht seit 1985) - Jahresplakette 40 Franken = 52 Mark/27 € - Strafe bis 100 Franken = 130 Mark/66 €

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