Hyundai

VLN: 24h-Qualifikationsrennen

— 15.04.2016

Saisonstart für Hyundai

Am Samstag gibt Hyundai seinen diesjährigen Einstand auf der Nordschleife. In der Rallye-WM stand die Truppe bereits auf dem Podium. Ein Vergleich des i20 WRC und des i30 Turbo.

Günstig, das war lange Zeit das erste Attribut, welches Autofahrern zum Thema Hyundai einfiel. Und oft auch das einzige. Doch diese Zeiten sind vorbei. Längst sind die Fahrzeuge des südkoreanischen Automobilherstellers Hyundai Kia Automotive Group keine Exoten mehr auf unseren Straßen. Für einen noch gründlicheren Imagewandel hat die Marke seit einiger Zeit den Motorsport für sich entdeckt.

Hyundai gibt in der Rallye-WM mit dem i20 WRC Gas

2014 kehrte Hyundai nach einem nur mäßig erfolgreichen ersten Versuch in den Jahren 2000 bis 2003 mit einem Werksteam in der Rallye-Weltmeisterschaft zurück. Bei den drei WM-Läufen in diesem Jahr fuhr der neue i20 WRC schon zweimal auf das Podium. Nächster Versuch am nächsten Wochenende bei der Rallye Argentinien.

Doch in der Rallye-WM sind lupenreine Prototypen am Start, die mit ihrem Basismodell bestenfalls noch die äußere Hülle gemeinsam haben. Deshalb suchte Markus Schrick, motorsportbegeisterter Geschäftsführer von Hyundai Deutschland, nach einer Alternative. Das Ziel: Emotionen für die Marke zu wecken und die Qualität der Serienprodukte im Motorsport unter Beweis zu stellen.

Auf der Nordschleife darf der Hyundai i30 Turbo ran

Seit 2014 tritt Hyundai Deutschland deshalb mit AUTO BILD MOTORSPORT als Medienpartner bei Langstrecken-Rennen in der „Grünen Hölle“ auf der Nürburgring-Nordschleife an. 2014 und 2015 gelang dem Hyundai-Team jeweils der Klassensieg bei den 24 Stunden vom Nürburgring. Das ist auch in diesem Jahr das erklärte Ziel. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren, beim Qualifikationsrennen zu den 24h (16./17. April) wird Hyundai seinen diesjährigen Saisoneinstand geben.

Klar, dass bei so verschiedenen Einsatzbereichen auch die Hyundai-Rennwagen bis auf das Logo im Kühlergrill nicht viel gemeinsam haben. Beide haben einen Vier-Zylinder-Turbomotor unter der Haube, doch schon die Charakteristik ist komplett unterschiedlich. Ein reiner Rennmotor, ganz auf schnelle Beschleunigung ausgelegt, werkelt im i20 WRC. Seine Lebenszeit ist um einiges kürzer als die des seriennahen, für den Renneinsatz getunten i30-Triebwerkes, das es in einer Saison schnell mal auf mehr als 6000 Kilometer im Renntempo bringt.

Blick ins Rallye-Cockpit: So sieht es im i20 WRC aus

Auch beim Fahrwerk gibt es Unterschiede. Schließlich muss der i20 WRC bei der Bestzeitenjagd über Stock und Stein mehr Unebenheiten „schlucken“ als der i30 auf der Rundstrecke. Und während die Nordschleifencrew im i30 ganz gewöhnlich mit einem serienmäßigen 6-Gang-Getriebe und Schaltknauf auskommt, schalten die Rallye-Werksfahrer mit sequenziellem Getriebe. Die Gänge werden über Schaltpaddel am Lenkrad eingelegt. Seine Power gibt der i20 WRC dann gleichmäßig an alle vier Räder ab. Beim i30 werden nur die Vorderräder angetrieben. Und während Dani Sordo und Co ihr Rennauto ganz speziell auf ihren Fahrstil abstimmen können, müssen sich die drei bis vier i30-Piloten bei ihren Rennen ein Auto teilen und bei der Abstimmung Kompromisse eingehen - wie in einer Familie eben üblich.

Autor: Thomas Arndt

Fotos: Hyundai

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