Hyundai

VLN: Oliver Burghardt im Interview

— 07.10.2016

Hyundai: Enge Verbindung zur Serie

Oliver Burghardt kümmert sich als Ingenieur bei den Hyundai-Langstreckenrennen darum, dass es den Motoren gut geht. ABMS sprach mit ihm.

Die VLN biegt auf die Zielgerade ein. Beim neunten von zehn Saisonläufen am 8. Oktober ist auch wieder Hyundai Deutschland mit dem i30 Turbo sowie dem Hyundai Veloster Turbo in der Klasse SP2T am Start. Wichtiger Mann im Hintergrund ist bei allen Rennen Oliver Burghardt, Entwicklungsingenieur in der Antriebsabteilung im Hyundai Motor Europe Technical Center. Im Interview mit ABMS.de spricht er über seine Aufgaben an der Rennstrecke.

Herr Burghardt, bei den Rennen sieht man Sie in der Hyundai-Box oft in Ihren Computer vertieft. Was ist Ihre Aufgabe?

Oliver Burghardt: Kurz gesagt kümmere ich mich darum, dass es unseren Triebwerken auf der Rennstrecke gut geht und ob alles im grünen Bereich ist. Wir gewinnen bei der Erprobung auf der Strecke trotz der Vorabsimulation auf dem Prüfstand durch den Rennbetrieb immer wieder neue Erkenntnisse, die am Computer analysiert werden. So können wir rechtzeitig reagieren und die Haltbarkeit des Motors sicherstellen.

Sie sind Ingenieur in der Entwicklungsabteilung vom Hyundai Motor Europe Technical Center in Rüsselsheim und im Testcenter direkt am Nürburgring. Inwieweit verträgt sich das überhaupt, Serie und Motorsport?

Da es sich bei den Antrieben unserer Rennfahrzeuge konstruktiv um Serientechnik handelt, gibt es durchaus eine enge Verbindung. Im Motorsport wie auch auf der Straße sind unsere Ansprüche an die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der Triebwerke sehr hoch.

Können Sie ein Beispiel dafür geben, wo sich Motorsport und Serienproduktion gegenseitig ergänzen?

In der Serienentwicklung werden zur Sicherstellung der Dauerhaltbarkeit sehr strenge Freigabetests durchgeführt. Wenn wir nach dem Saisonende die Triebwerke aus den Rennfahrzeugen zerlegen und begutachten, sehen wir schnell, ob die Testergebnisse bestätigt werden. Die Ergebnisse waren bisher immer sehr überzeugend und zeigen, dass unsere Philosophie richtig ist.

Wie wichtig sind die Erkenntnisse aus den Langstreckenrennen für Ihre tägliche Arbeit?

Bei der Konstruktion und Erprobung unserer Serienfahrzeuge stellen wir uns die Frage, wie stark der Kunde das Produkt beansprucht. Beim 24-Stunden-Rennen unter härtesten Anforderungen an das Material sammeln wir in kurzer Zeit sehr wertvolle Erfahrungen. Deshalb erproben wir unsere Technik auch umfangreich am Nürburgring.

Welche besonderen Herausforderungen gibt es bei dem Einsatz von seriennaher Technik im Motorsport?

Für uns Ingenieure ist es immer spannend, die Grenzen eines Triebwerks auszuloten. Denn der Grat zwischen Haltbarkeit und Ausfall ist oft sehr schmal. Diesen gilt es festzustellen, damit wir bei den Motoren unserer Serienfahrzeuge den grünen Bereich nicht überschreiten. Langjährige Erfahrung bei der Entwicklung spielt dabei eine große Rolle.

Haben Sie den geringen Verschleiß beim Motor und Getriebe vom Veloster Turbo nach der 75-Stunden-Revision erwartet?

Die guten Ergebnisse von den Prüfstandtests und das stets unauffällige Motorverhalten während des Rennbetriebs hatten uns dieses Topergebnis im Vorfeld vermuten lassen. Bis zur Zerlegung des Motors bleibt es aber dennoch immer spannend, denn erst dann haben wir Gewissheit über den tatsächlichen Zustand.

Gibt es auch hier ein Beispiel, was aus den Rennerfahrungen der letzten Jahre vielleicht demnächst in einem Serien-Hyundai Einzug hält.

Bei den Themen Robustheit und Fahrbarkeit werden unsere zukünftigen High Performance Serienmodelle durch die harten Renneinsätzen deutlich profitieren. Noch ist es aber zu früh hier ins Detail zu gehen.

Haben Sie eine persönliche Beziehung zum Thema Motorsport?

Als Motorenentwickler ist die Arbeit an Motorsportprojekten immer etwas ganz Besonderes, auch wenn ich selbst nicht im Auto sitze. Gemeinsam mit dem Team und den Fahrern nach dem Optimum zu streben ist für mich eine unvergleichliche Erfahrung.

Welcher Aspekt macht Ihnen bei dem Motorsportprojekt von Hyundai am meisten Freude?

Ich bekomme schon während des Rennens durch die Telemetriedaten und die Rückmeldung der Fahrer direkt einen Eindruck, ob die Anpassungen und Veränderungen in die richtige Richtung gegangen sind. Wenn das Auto dann am Ende noch vor dem Wettbewerber über die Ziellinie fährt, weißt Du, dass alles richtig gemacht wurde.

Sind Sie selbst auch mit den Hyundai Rennwagen gefahren?

Ich fahre die Wagen bei Testläufen und den finalen Abstimmungen auch selbst. Viele Dinge lassen sich nur mit dem eigenen Popometer erfühlen.

Autor: Thomas Arndt

Fotos: Hersteller

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