Volksauto Tata Nano

— 10.01.2008

Indisches Nanopartikel

Das billigste Auto der Welt hört auf den Namen Nano, kostet umgerechnet rund 1700 Euro und sieht auch so aus. Erwartungen an ein spritziges Design erfüllt der indische Billigheimer nicht.
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Von Stephan Bähnisch Der indische Autobauer Tata Motors hat am Donnerstag (10. Januar) auf der Auto Expo in Neu Delhi das billigste Serienauto der Welt vorgestellt. Der Nano ist 3,10 Meter lang, 1,60 hoch und 1,50 breit und wird von einem 623 Kubikzentimeter kleinen Zweizylinderbenziner mit Einspritztechnik von Bosch angetrieben, der es auf 33 PS bringt. Später ist auch ein Diesel geplant. Das Aggregat sitzt im Heck, ein Mini-Kofferraum wurde über der Vorderachse platziert. So schwungvoll wie gedacht kommt das Billigauto allerdings nicht daher: Der Inder wirkt recht lieblos zusammengeschraubt und sieht eher aus wie ein Überraschungsei auf Mini-Rädern. Innen wurde heller Kunststoff verbaut. Der Armaturenträger wird dominiert von einem zentral platzierten Tacho, daneben sind große, offene Ablagefächer. Ein Radio sucht der Betrachter vergebens. Die Sitze wirken klein und dünn gepolstert. Konzern-Chef Ratan Tata bestätigte bei der Präsentation des "Volksautos" in Halle 11, dass der Kleinwagen 100.000 Rupien – rund 1700 Euro – kosten soll. 250.000 Einheiten jährlich sollen die aufstrebende indische Mittelschicht mobil machen, die sich bisher kein Auto leisten konnte und deshalb mit Motorrädern und Rollern Vorlieb nehmen musste.
Indien steht Kopf: So chaotisch lief die Präsentation in Delhi ab
Trotz Mini-Motörchens und bescheidener Leistungdaten ist der Nano mit fünf Litern Verbauch auf 100 Kilometern nicht wirklich sparsam. Immerhin erfüllt er laut Tata die Euro-IV-Norm. Es soll eine Basis- und eine Luxury-Version mit in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern geben, nähere Angaben zur Ausstattung liefern die Inder aber noch nicht. Nach europäischen Maßstäben würde das Billigmobil mit zahlreichen Karosserieteilen aus Plastik sicher durch jede Crash-Norm fallen, die indischen Vorgaben erfüllt es aber. Als Sicherheitsfeatures nennt das Unternehmen unter anderem Sicherheitsgurte, starke Sitze, Knautschzonen und schlauchlose Reifen. Seinen Weg dürfte der Nano trotzdem machen: Er kostet halb so viel wie das derzeit billigste Auto auf dem indischen Markt, bietet aber im Gegensatz zu einem Motorrad vier stets trockene Sitzplätze.
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