Volksfest auf der A40

Volksfest auf der Autobahn 40 Volksfest auf der Autobahn 40 Volksfest auf der Autobahn 40

Volksfest auf der A40

— 19.07.2010

"Still-Leben" bewegt die Massen

Der Verkehr auf der Autobahn A40 rollt wieder. Der Ruhrschnellweg war für ein Kulturfest gesperrt. Zum "Still-Leben" kamen drei Millionen Besucher auf die Autobahn.

(dpa/sb) Die Autobahn A40 ("Ruhrschnellweg") ist nach der langen Sperrung für das Kulturfest "Still-Leben" wieder frei für den gewohnten Alltag mit Stau. Gegen 5.15 Uhr am Montagmorgen seien die letzten Zufahrten freigegeben worden, teilte die Polizei am 19. Juli 2010 in Dortmund mit. Nach dem spektakulären Kulturhauptstadt-Projekt erwartet die Polizei nun wieder den ganz normalen Berufsverkehr auf dem vielbefahrenen Ruhrschnellweg. So viele Menschen hat die A40 auch beim dicksten Stau noch nicht gesehen: Geschätzte drei Millionen Besucher, darunter etwa eine Million Radfahrer, haben am Sonntag (18. Juli) zwischen Duisburg und Dortmund auf der Autobahn ein Riesenvolksfest gefeiert. Damit wurden die Erwartungen der Veranstalter weit übertroffen. Für das Kulturhauptstadtprojekt "Still-Leben" war die A40 auf einer Länge von 60 Kilometern für Autos gesperrt worden. Fußgänger und Radfahrer tummelten sich auf den Fahrspuren. Der Andrang war so groß, dass die Auffahrten zeitweise gesperrt werden mussten.

Stau auf der Radlerspur

Auf der "Tisch-Spur" waren 20.000 Biertische aufgebaut.

Auf der für Radfahrer und Inline-Skater reservierten Spur hatte es bereits rund eine Stunde nach dem offiziellen Start gegen Mittag erste Staus gegeben. An der "Tischspur", die aus 20.000 Biergartentischen bestand, präsentierten Gruppen aus der ganzen Region ihre "Alltagskultur": Taubenfreunde, Theatergruppen und Tanzformationen waren ebenso vertreten wie Imker, Schachklubs oder Fußballfans. An vielen Tischen wurden Geburtstage gefeiert  – Passanten sangen spontan "Happy Birthday" mit. Ganz viel Multikulti aus der Vielvölkerregion Ruhrgebiet war vertreten: Die Gruppe "Bosporuhrus" lud zu türkisch-deutschen Spezialitäten ein. Der "English Table" zauberte ein englisches Picknick. Auch Ostfriesen kamen zur Revier-Autobahn und servierten Tee mit Kluntje und Sahnewölkchen.

Wiederholung geplant

Wo sich sonst Brummis stauen, waren zum "Still-Leben" Riesen unterwegs.

Die Veranstalter der Kulturhauptstadt-Projektgesellschaft "Ruhr.2010" äußerten sich hochzufrieden: "Es war eine fröhliche, friedliche Kulturtafel, die man so schnell nicht wiederbekommt", sagte Ruhr.2010-Chef Fritz Pleitgen. Die Feuerwehr zählte bis zum frühen Nachmittag lediglich rund 100 Einsätze, zumeist wegen leichterer Verletzungen. Pleitgen regte eine Wiederholung der Mammut-Veranstaltung an. "Auf ein Neues. Lass uns das noch mal probieren", sagte er. Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) schlug laut Ruhr.2010 einen Zweijahres-Rhythmus für das "Still-Leben" vor. Auch der Direktor des Regionalverbandes Ruhr, Heinz-Dieter Klink, sprach sich für eine Wiederholung aus. Sie dürfe aber keine bloße Kopie der Premiere sein, sagte er. Klink kann sich vorstellen, bei einem der nächsten "Still-Leben" die nördlich der A40 verlaufende A42 für Fußgänger und Radfahrer freizugeben.

Hier geht's zur aktuellen Stauprognose

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