Volkswagen-Aufsichtsratssitzung

Volkswagen-Aufsichtsratssitzung

— 21.04.2006

Es darf saniert werden

Der Aufsichtsrat hat VW den Sanierungs-Segen erteilt. Details über Arbeitsplatz-Reduzierung und Mehrarbeit gibt es aber noch nicht.

Volkswagen ist der geplanten Kernmarken-Sanierung einen Schritt nähergekommen. "Die Ziele sind definiert", sagte Konzern-Chef Bernd Pischetsrieder nach der Aufsichtsratssitzung am Mitwoch und Donnerstag (19./20. April). Der Vorstand habe jetzt vom Aufsichtsrat das Mandat erhalten, mit Betriebsrat und Gewerkschaften zu verhandeln.

Wer in Wolfsburg gehofft hatte, mehr über die Pläne des VW-Managements zu erfahren, wurde enttäuscht. Der Chef des größten europäischen Autobauers machte keine verbindlichen Aussagen. Der Aufsichtsrat habe die vom Management vorgestellten Schritte zustimmend zu Kenntnis genommen, hieß es lediglich nach Ende des Treffens. Der Verbesserungsbedarf sei erheblich. Wie konkrete Maßnahmenaussehen könnten, ließ Pischetsrieder offen. Erste Einzelheiten sollen auf der Hauptversammlung in Hamburg am 3. Mai 2006 vorgelegt werden. Das Konzept stammt in weiten Teilen von VW-Markenchef Wolfgang Bernhard.

Arbeitnehmer und Aktionäre des größten europäischen Autoherstellers dürften sich mehr Informationen erhofft haben. Immerhin sind 20.000 Arbeitsplätze bei VW gefährdet, die "Süddeutsche Zeitung" berichtet sogar von 40.000 der insgesamt 103.000 Jobs in den sechs deutschen Werken des Konzerns. Zudem könnten Werksteile verkauft oder geschlossen werden, und auch die Wiedereinführung der 35-Stunden-Woche wird wohl diskutiert. Das Unternehmen befindet sich in einer der schwersten Krisen seiner Geschichte.

Klar ist bislang lediglich, daß es bei VW derzeit keine Pläne gibt, das Brüsseler Werk zu schließen. Das Werk bleibe erhalten, hieß es. Gleichzeitig verkauft VW seine 50-Prozent-Beteiligung an der Mechatronic GmbH im sächsischen Stollberg an die Siemens VDO Automotive. Schon jetzt hält das Unternehmen die Hälfte der Anteile.

Die wichtige Frage, ob der Vertrag des Vorstandschefs verlängert wird, wurde noch nicht mit letzter Klarheit beantwortet. Über dieses Thema sei beim Treffen des Kontrollgremiums nicht gesprochen worden, hieß es bei VW nur. Pischetsrieders Vorgänger und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sagte lediglich, daß aus seiner Sicht eine Vertragsverlängerung wahrscheinlich sei. "Der Aufsichtsrat ist mit der Arbeit des Vorstandes sehr zufrieden." Nun soll das Gremium Anfang Mai darüber entscheiden.

Pischetsrieders Vertrag läuft 2007 aus. In der Regel werden die Verträge der Spitzenmanager in Deutschland ein Jahr im voraus verlängert, um dem Vorstandsvorsitzenden die nötige Handlungsfreiheit zu geben. In die Verhandlungen mit Gewerkschaften und Betriebsrat über erste Sanierungsschritte und Personalabbau gehe der Volkswagen-Chef daher geschwächt, glauben Beobachter.

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