Volkswagen setzt auf Alkohol

Volkswagen setzt auf Alkohol

— 23.01.2006

Kraft aus Stroh

Volkswagen setzt sich für die Verbreitung von Bio-Ethanol ein. Der Alternativ-Sprit kann sogar aus landwirtschaftlichem Abfall gewonnen werden.

Die Motorkutsche kehrt zu ihren Wurzeln zurück: Was einst der Strohballen für den tierischen Droschken-Antrieb, kann in wenigen Jahren Zellulose-Ethanol fürs moderne Auto sein – ein regenerativer Sprit, der aus Stroh gewonnen wird! Volkswagen, Shell und das Unternehmen Logen Corporation haben auf der Detroit Motor Show angekündigt, gemeinsam die wirtschaftliche Machbarkeit der Produktion von Zellulose-Ethanol in Deutschland zu prüfen. Dieser Biokraftstoff kann in konventionellen Autotypen eingesetzt werden, dabei wird die CO2-Emission um 90 Prozent gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen reduziert. Logen stellt Zellulose-Ethanol aus landwirtschaftlichem Abfall wie Stroh her – die Entwicklung hat mehr als 25 Jahre gedauert, seit April 2004 ist der Biosprit marktreif.

Volkswagen will dafür sorgen, mit Hilfe von alternativen Treibstoffen wie dem Logen-Produkt die Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren. "Nur so können wir langfristig die individuellen Mobilitätsbedürfnisse der Menschen kostengünstig befriedigen", erklärte Konzern-Chef Bernd Pischetsrieder anläßlich der Unterzeichnung der Absichtserklärung in Detroit. Auch Shell bekräftigt sein erneutes Engagement bei der Suche nach der Energie von morgen: "Die Partnerschaft ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg, der führende Hersteller von Kraftstofflösungen der nächsten Generation zu werden", sagte Rob Routs, Executive Director Downstream des Ölkonzerns.

Nach Angaben von VW garantieren alle Autobauer den problemlosen Zusatz von Zellulose-Ethanol-Gemischen: zehn Prozent (E10) in Nordamerika und fünf Prozent (E5) in Europa. Im Jahr 2003 gab die Europäische Union eine Biokraftstoffrichtlinie heraus und reagierte damit auf die absehbare Verknappung und die weiter steigenden Preise für fossile Brennstoffe. Laut dieser Richtlinie soll der Anteil der Biokraftstoffe bis 2010 bei 5,75 Prozent liegen. Im Rahmen des US Energy Policy Act von 2005 wurde ein landesweiter Standard für erneuerbare Energien (RFS) eingeführt, durch den der Einsatz von Ethanol und Biodiesel bis zum Jahr 2012 verdoppelt werden soll.

"Die innovativen Antriebskonzepte von Volkswagen sind bereits für die Zumischung von bis zu zehn Volumenprozent Bioethanol zum Ottokraftstoff innerhalb der Vorgaben einer zukünftigen Kraftstoffnorm gerüstet", machte VW-Forschungs-Chef Matthias Rabe auf der Grünen Woche 2006 deutlich. Der Golf GT mit TSI-Technologie verkrafte bereits heute E10-Mischkraftstoff.

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