Volkswagens Zukunftsstrategie

Volkswagens Herz schlägt fortan Blau

Volkswagens Zukunftsstrategie

— 28.02.2006

Drei blaue Punkte

Der Polo BlueMotion war erst der Anfang: Mit einer neuen Strategie will der Wolfsburger Konzern in Zukunft Farbe bekennen.

Das VW-Herz schlägt Blau – Volkswagen bekennt sich zu Nachhaltigkeit und den Tugenden unserer Vorväter: Mit Sparsamkeit und Sauberkeit sollen die Produkte in Zukunft Kunden begeistern. "Weniger Energieverbrauch und mehr Fahrspaß – für uns sind das keine Gegensätze, sondern die zwei Seiten derselben Medaille", kündigte Vorstandschef Bernd Pischetsrieder auf dem Genfer Automobilsalon an. Seine Rede eröffnete der Automanager mit für die Branche bemerkenswert offenen Einsichten: "Es mehren sich die Anzeichen, daß das Zeitalter der fossilen Kraftstoffe seinen Höhepunkt überschritten hat", räumte Pischetsrieder ein, und "es geht um die Schonung der Umwelt".

An drei Punkten fixierte er die zukünftige Strategie des Konzerns: 1. In Zukunft soll jedes neue Automodell – ob Skoda oder Phaeton – weniger Kraftstoff verbrauchen als sein Vorgänger. 2. Das Drei-Liter-Auto soll unters Volk gebracht werden; auf den gescheiterten Versuch mit dem zu teuren Lupo 3L ging Pischetsrieder allerdings nicht ein, sondern verwies auf die Genf-Premiere Polo BlueMotion mit einem Verbrauchsschnitt von immerhin 3,9 Liter Diesel. An dritter Stelle stellte er den Vorsatz, bis 2010 sämtliche neu entwickelten Motoren derart auszulegen, daß sie auch problemlos mit Biokraftstoffen betrieben werden können. Bei aller Rücksicht auf Ökologie und Ressourcenknappheit ist sich der VW-Chef darüber im klaren, daß "der Weg zum Erfolg – und damit auch der zu sicheren Arbeitsplätzen – nur über neue Produkte führt, die unsere Kunden begeistern." Dazu werde das Unternehmen in den nächsten zwei Jahren insgesamt 28 neue Modelle auf den Markt bringen.

Die Begeisterung der Kunden äußert sich aber eben auch darin, daß sie "verstärkt nach besonders sparsamen und umweltschonenden Modellen" verlangen, hat man bei VW erkannt. Pischetsrieder formuliert aus diesem veränderten Nachfrageverhalten die Formel "Umweltschutz ja, Sparsamkeit erst recht – aber bitte mit Sahne!" Diese neue Sichtweise von Ökologie in Harmonie mit Ökonomie trifft prompt auf das Wohlwollen des eher wirtschaftskritischen Verkehrsclub Deutschland (VCD): "Zwar ist der Verbrauch von knapp vier Litern noch weit entfernt von dem, was möglich ist", äußerte VCD-Sprecher Gerd Lottsiepen im Hinblick auf den BlueMotion, doch "der Ansatz geht durchaus in die richtige Richtung: sparsame Motoren mit mehr Effizienz."

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