Volvo C30 PEV: Fahrbericht

Volvo C30 PEV: Fahrbericht Volvo C30 PEV: Fahrbericht

Volvo C30 PEV: Fahrbericht

— 19.04.2010

Volvo setzt auf Strom

Volvo rollt doppelt elektrisch: Die Schweden testen zurzeit einen C30 PEV, ein Diesel-Hybrid soll bald folgen. AUTO BILD-Redakteur Hauke Schrieber ist den Elektro-C30 jüngst gefahren und hatte seinen Spaß.

Bei der Elektrifizierung ihrer Modelle setzt Volvo auf einen Diesel-Plug-in-Hybriden im kommenden V60 und auf ein neues Modell, das 2013 mit reinen E-Antrieb fahren wird. Am Rande einer Testfahrt mit dem Prototypen des C30 PEV (pure electric vehicle) erklärte Lennart Stegland, bei Volvo Leiter der Abteilung Special Cars, gegenüber AUTO BILD: "Wir werden im Frühjahr 2011 mit der Kleinserienfertigung des C30 PEV beginnen. Nach einem zwei Jahre dauernden Feldversuch werden dann ab 2013 pro Woche zehn E-Autos eines völlig neuen Modelles gebaut." Damit wäre Volvo zwar spät dran, die Schweden, die von Ford gerade an den chinesischen Hersteller Geely verkauft wurden, setzen aber vor allem auf eine typische Qualität, für die die Marke immer stand: Sicherheit. "Wir gehen da keine Kompromisse ein", so Stegland. Die luftgekühlten Akkuzellen eines US-amerikanischen Zulieferers sollen bei einem Unfall auf keinen Fall eine Gefahr für die Insassen oder Passanten darstellen. Dafür hat Volvo bereits den Prototypen des C30 PEV aufwendigen Crashtests unterzogen.

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Unterschiede zum Serien-C30 sind kaum erkennbar, ein Auspuffrohr fehlt.

Bei dem C30 PEV sitzt ein Batteriepack mit zwölf kWh Kapazität im ehemaligen Tank und ein gleichgroßes Akkupack im Mittelschacht, der dafür extra ein paar Zentimeter verbreitert wurde. Bei einem gezielten Crash mit 50 km/h gegen einen Pfeiler blieben alle Akku-Einheiten heil. Der 82 kW-Motor treibt die Vorderräder an. Insgesamt ist der C30 PEV rund 150 Kilo schwerer als das Serienmodell mit Verbrennungsmotor. Bei der Fahrt auf dem Volvo-Testgelände bei Göteborg zeigt sich der C30 PEV sehr komfortabel, was an der geänderten Feder-Dämpfer-Einheit liegt. Die Sitze sind hell und garantiert nicht aus Leder, damit es im Fahrzeug nicht noch wärmer wird und die Klimaanlage auch mal aus bleiben kann. Überhaupt weist eine Analoganzeige im Cockpit darauf hin, wie viel Strom zusätzliche Verbraucher wie zum Beispiel Radio gerade verschlingen.

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Futter für den Stromer kommt aus der Steckdose, der Anschluss für das Ladekabel sitzt vorn.

LED-Tagfahrleuchten kommen mit fünf Watt aus statt den 110 der normalen Lampen. All das spart. Sämtliche E-Autos werden später in jenem weiß-blauen Design verkauft werden, in dem auch unser Testwagen lackiert ist. Ein neues Info-System mit digitalen Anzeigen zu Verbrauch, Reichweite und ähnlichem fehlt in dem Prototypen noch, kommt aber in der Serie. Die Testfahrt macht richtig Spaß, obwohl der C30 PEV auf 130 km/h begrenzt ist und ein Spurt aus dem Stand bei Tempo 110 endet. Die Reichweite beträgt laut Volvo maximal 150 Kilometer, die Ladezeit an einer 230-Volt-Haussteckdose bis zu acht Stunden.

Hybrid mit 1,9 Liter Verbrauch

Schon Ende 2012 will Volvo den neuen V60 als Plug-in-Hybriden auf den Markt bringen. Der Verbrennungsmotor wird dabei der Fünfzylinder-Diesel (D5) sein. Der CO2-Ausstoß soll 49 g/km betragen, was einem Verbrauch von 1,9 Litern Diesel entspricht. Bis zu 50 Kilometer soll der V60 PHEV rein elektrisch fahren können. Dabei treibt der E-Motor die Hinterachse an. Der zugeschaltete Diesel sorgt für einen zusätzlichen Frontantrieb, so dass der Hybrid ein 4x4 wird, wenn beide Herzen in ihm schlagen. Für den Marktstart der zunächst sehr teuren E-Modelle fordert auch Lennart Stegland ein "Überbrückungsszenario" in Form von finanziellen Kaufanreizen. Dass seine Abteilung in Schweden in Zukunft auch die Technologie für chinesische E-Modelle der Marke Geely entwickelt, ist für ihn nur eine Herausforderung mehr.

Autor: Hauke Schrieber

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